Die Regierung von Donald Trump hat am 11. März 2026 umfassende Handelspflichtverfahren nach Section 301 eingeleitet und damit wichtige Verbündete und Rivalen getroffen. Während die EU zum Dialog aufruft, genehmigt Südkorea Investitionen in Höhe von 350 Mrd. USD in den USA, und italienische Nudelhersteller feiern Zollsenkungen.

Neue Untersuchungen nach Section 301

Die USA haben Verfahren gegen 16 Handelspartner eingeleitet, um Zölle wiederherzustellen, die zuvor vom Obersten Gerichtshof angefochten wurden.

Gigantische Investition Südkoreas

Seoul verabschiedete ein Gesetz zur Investition von 350 Mrd. USD in die US-Wirtschaft, einschließlich der Bereiche KI, Halbleiter und Schiffbauindustrie.

Erfolg italienischer Nudelhersteller

Das US-Handelsministerium senkte die Anti-Dumping-Zölle für italienische Firmen drastisch, unter anderem für La Molisana von 92% auf 2,26%.

Appell der Europäischen Union

Brüssel fordert Washington auf, die EU als Verbündeten im Kampf gegen globale Überproduktion zu behandeln, nicht als deren Ursache.

Die Regierung von Präsident Donald Trump hat am 11. März 2026 neue Handelspflichtverfahren gegen 16 ausländische Partner eingeleitet und dabei Section 301 des Handelsgesetzes von 1974 genutzt. Die Verfahren betreffen das Problem übermäßiger Produktionskapazitäten und zielen darauf ab, Zölle wiederherzustellen, die zuvor vom Obersten Gerichtshof der USA für rechtswidrig erklärt worden waren. Zu den von den Untersuchungen betroffenen Akteuren gehören unter anderem die Europäische Union, China, Mexiko, Vietnam, Taiwan, Japan, Indien und Südkorea. Die US-Regierung strebt damit den Wiederaufbau von Zolldruck an und argumentiert, dass Überproduktion in diesen Ländern die wirtschaftlichen Interessen der Vereinigten Staaten schädige. Section 301 war ein Schlüsselinstrument der Handelspolitik während der ersten Amtszeit von Donald Trump, als sie zur Verhängung umfangreicher Zölle auf chinesische Waren diente und damit einen globalen Handelskrieg auslöste. In den Jahren 2024 und 2025 wurden einige dieser Maßnahmen vor US-Gerichten angefochten, was zu den aktuellen Versuchen führte, die Belastungen durch neue Untersuchungen formal zu sanktionieren. Diese Strategie steht im Einklang mit den Ankündigungen des Präsidenten, die heimische Industrie vor ausländischer Konkurrenz zu schützen.

Die Europäische Union reagierte auf die Schritte Washingtons mit einem Appell zur Einhaltung bilateraler Handelsabkommen und zur Achtung des Status als Verbündeter. Vertreter der Gemeinschaft betonen, dass Brüssel als Partner bei der Lösung des Problems globaler Überkapazitäten gesehen werden sollte, nicht als dessen Quelle oder Gegner in einem Zollstreit. Hochrangige EU-Gesetzgeber weisen darauf hin, dass die Vereinigten Staaten im Rahmen der laufenden Untersuchungen bestehende Vereinbarungen einhalten müssen. Gleichzeitig informierte die US-Zollbehörde CBP über Fortschritte beim Aufbau eines Zollrückerstattungssystems, das derzeit zu 40% bis 80% abgeschlossen ist. „The EU urges the US to view it as an ally in tackling overcapacity, not a source of the problem” (Die EU fordert die USA auf, sie als Verbündeten bei der Bewältigung von Überkapazitäten zu betrachten, nicht als Quelle des Problems.) — EU-Vertreter via Reuters

Im Schatten der weitreichenden Restriktionen verzeichnete Italien einen diplomatischen Erfolg, nachdem das US-Handelsministerium die vorgeschlagenen Anti-Dumping-Zölle für italienische Nudelhersteller deutlich gesenkt hatte. Infolge der Überprüfung sank der Satz für das Unternehmen La Molisana von ursprünglich 92% auf nur noch 2,26%, während er für den Hersteller Garofalo auf 13,98% festgelegt wurde. Andere italienische Exporteure wurden mit einem Durchschnittssatz von 9,09% belegt. Das italienische Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit nahm diese Entscheidung als Ergebnis erfolgreicher Verhandlungen auf, die einen Schlüsselexportsektor vor einer Lähmung auf dem US-Markt bewahrt haben.

Parallel dazu unternahm Südkorea Schritte, um Handelskonflikte mit den USA durch die Erfüllung von Investitionsverpflichtungen abzumildern. Am 12. März 2026 verabschiedete die südkoreanische Nationalversammlung ein Gesetz, das die Übertragung von 350 Mrd. USD in die US-Wirtschaft ermöglicht, was die Erfüllung eines im November 2025 geschlossenen Handelsabkommens darstellt. Von diesem Betrag werden 200 Mrd. USD für die Entwicklung strategischer Branchen verwendet, während die verbleibenden 150 Mrd. USD die Schiffbauindustrie in den Vereinigten Staaten stärken sollen. Diese Maßnahme wird als Versuch Seouls interpretiert, auf den Zolldruck aus Washington zu reagieren und die Position Südkoreas als wichtigen Wirtschaftspartner der USA in der Asien-Pazifik-Region zu sichern.

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