Präsident Donald Trump nutzt Abschnitt 301 des Handelsgesetzes von 1974, um neuen Zolldruck auf wichtige US-Handelspartner auszuüben und dabei frühere Beschränkungen des Obersten Gerichtshofs zu umgehen.

Neue Handelsermittlungen

Die USA haben Verfahren gegen 16 Handelspartner eingeleitet, darunter die EU, China und Indien, bezüglich Überproduktion und Zwangsarbeit.

Milliardenschwere Zollrückzahlungen

Die US-Regierung muss Importeuren 166 Milliarden Dollar zurückerstatten, nachdem der Oberste Gerichtshof frühere Zölle für illegal erklärt hat.

Reaktion der Europäischen Union

Maroš Šefčovič ruft zur Bildung eines 'metallischen Bündnisses' auf und fordert, die EU als Verbündeten und nicht als Problemquelle zu behandeln.

Erfolg für italienische Hersteller

Dank der Verhandlungen von Antonio Tajani haben die USA die Antidumpingzölle auf italienische Nudeln gesenkt.

Die Regierung von Präsident Donald Trump hat neue Handelsermittlungen auf Grundlage von Abschnitt 301 des Handelsgesetzes von 1974 eingeleitet, die sich gegen 16 wichtige US-Handelspartner richten. Die Verfahren betreffen unter anderem die Europäische Union, China, Indien, Japan, Südkorea und Mexiko und werden offiziell mit Vorwürfen übermäßiger Produktionskapazitäten und der Nutzung von Zwangsarbeit begründet. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Zolldruck wiederherzustellen, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA frühere von Washington verhängte Zölle aufgehoben hat. China verurteilte diese Schritte entschieden und bezeichnete die Vorwürfe der Überproduktion als "falsche These" und lehnte einseitige restriktive Maßnahmen ab. Abschnitt 301 Die US-Handelspolitik unter Donald Trump basiert seit Jahren auf der aggressiven Nutzung von Zöllen als Verhandlungsinstrument. Das Handelsgesetz von 1974 wurde zur Grundlage der 2018 begonnenen Handelskriege mit China, die zur Verhängung von Zöllen auf Waren im Wert von Hunderten Milliarden Dollar führten. Die aktuellen Ermittlungen stellen einen Versuch dar, diese Strategie nach einer Reihe von juristischen Niederlagen der Regierung vor US-Gerichten wiederzubeleben.

Rund um die neue Handelsoffensive arbeitet die US-Zollbehörde CBP (Customs and Border Protection) an einem System zur Rückerstattung zuvor illegal erhobener Zölle nebst Zinsen. Nach Angaben der Behörde liegt der Fortschritt beim Aufbau dieses Mechanismus zwischen 40 % und 80 %. Der Gesamtwert der Mittel, die an Importeure zurückgezahlt werden sollen, beträgt 166 Milliarden Dollar. Diese Situation ist eine direkte Folge des Urteils des Obersten Gerichtshofs, das einen Teil der bisherigen Zölle für rechtswidrig erklärte, jedoch keine präzisen Leitlinien für das Rückzahlungsverfahren vorgab. Fortschritt beim Rückerstattungssystem: Minimum: 40, Maksimum: 80

Die Europäische Union appelliert an die Vereinigten Staaten, bestehende Abkommen einzuhalten und die Gemeinschaft als Verbündeten und nicht als Quelle von Handelsproblemen zu betrachten. Der EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič und der Europaabgeordnete Bernd Lange riefen Washington dazu auf, gemeinsam gegen globale Überkapazitäten vorzugehen, anstatt europäische Partner zu treffen. Gleichzeitig entschied das US-Handelsministerium, die Antidumpingzölle für italienische Nudelhersteller zu senken. Diese Information wurde vom italienischen Außenministerium unter der Leitung von Antonio Tajani bestätigt. „The EU should be seen as an ally in tackling overcapacity, not the source of the problem” (Die EU sollte als Verbündeter im Kampf gegen Überkapazitäten gesehen werden, nicht als Quelle des Problems) — Maroš Šefčovič via Reuters

In Asien setzt die US-Regierung ihre zweigleisige Politik fort, indem sie Druck mit Investitionsanreizen kombiniert. US-Vizepräsident JD Vance traf sich mit Vertretern aus Seoul und begrüßte dabei ein südkoreanisches Investitionsgesetzesvorhaben. Dennoch bleibt Südkorea auf der Liste der 16 von den neuen Handelsermittlungen betroffenen Akteure. Diese Situation spiegelt die angespannte Atmosphäre in den transatlantischen und transpazifischen Beziehungen wider, in denen sich US-Verbündete bemühen, Ausnahmen von der neuen Protektionismuswelle auszuhandeln. Chronologie der US-Handelsaktivitäten im März 2026: 4. März — CBP-Bericht; 11. März — Neue Ermittlungen; 12. März — Reaktion der EU und Italiens; 13. März — Treffen mit Vance

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. Präsident der Vereinigten Staaten
  • JD Vance — 50. Vizepräsident der Vereinigten Staaten
  • Maroš Šefčovič — EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit
  • Antonio Tajani — Vizepräsident des Ministerrats Italiens sowie Minister für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit
  • Bernd Lange — Deutscher Politiker und Europaabgeordneter
  • Guo Jiakun — Sprecher des chinesischen Außenministeriums