Ein beschlagnahmter Ford Mustang gehört nun zur Polizeiflotte in der Woiwodschaft Masowien. Aus dem routinemäßigen Vollzug geltenden Rechts wurde ein politischer Streit, nachdem der PiS-Europaabgeordnete Waldemar Buda in sozialen Medien ein irreführendes Bild des Wagens verbreitet hatte. Innenministerium und Faktenprüfer widersprachen der Darstellung umgehend.

Mustang kommt zur Polizei in Masowien

Der Ford Mustang wurde einem betrunkenen Fahrer entzogen und anschließend der Polizeiflotte der Woiwodschaft Masowien für den operativen Dienst zugewiesen.

Irreführender Beitrag von Waldemar Buda

Der PiS-Europaabgeordnete Waldemar Buda stellte in sozialen Medien nahe, das Fahrzeug sei ein neuer persönlicher Dienstwagen für den Leiter des Innenministeriums.

Ministerium und Faktenprüfer widersprechen

Das Ministerium, Konkret24 und Gazeta.pl wiesen die Darstellung zurück und betonten, dass der Wagen ausschließlich für Polizeistreifen vorgesehen sei.

Rechtliche Grundlage für Einziehung

Nach polnischem Recht können Gerichte Fahrzeuge einziehen, die bei bestimmten Delikten wie Trunkenheitsfahrten genutzt wurden, und sie staatlichen Stellen übertragen.

Sportwagen im Polizeidienst sind selten

Beschlagnahmte Fahrzeuge werden zwar auch in anderen Fällen Polizeibehörden zugewiesen, ein leistungsstarker Sportwagen wie der Mustang bleibt jedoch eine Ausnahme und erzeugt besonderes Interesse.

Ein Ford Mustang, der einem betrunkenen Fahrer abgenommen worden war, ist in die Polizeiflotte der Woiwodschaft Masowien aufgenommen worden. Der an sich gewöhnliche Vollzug einer polizeilichen und rechtlichen Maßnahme entwickelte sich zu einem politischen Streit, nachdem ein Mitglied der PiS im Europäischen Parlament in sozialen Medien ein irreführendes Foto des Fahrzeugs veröffentlicht hatte. Waldemar Buda, Europaabgeordneter der PiS, verbreitete ein Bild des Autos und legte nahe, es handle sich um einen neuen persönlichen Dienstwagen für den Leiter des Ministeriums für Inneres und Verwaltung. Das Ministerium und Medien, die Fakten prüfen, wiesen diese Darstellung rasch zurück. Der Vorgang lenkte die Aufmerksamkeit sowohl auf den ungewöhnlichen Weg des Fahrzeugs in den Polizeidienst als auch auf die politische Nutzung der Geschichte in sozialen Netzwerken.

Nach Berichten von Radio Zet, Super Express und Wprost wurde der Mustang einem betrunkenen Fahrer entzogen und anschließend in die Polizeiflotte Masowiens übernommen. Das Fahrzeug ist für den operativen Polizeidienst vorgesehen und nicht als Wagen für ein Ministerium. Die Polizei der Woiwodschaft Masowien bestätigte, dass das Auto seinen Dienst in der Region aufgenommen habe. Die Einziehung von Fahrzeugen von Straftätern und deren Übertragung an Strafverfolgungsbehörden ist ein rechtlicher Mechanismus, der den polnischen Behörden zur Verfügung steht. Der Mustang, in den Berichten als luxuriöser Sportwagen beschrieben, hob sich deutlich von den üblichen Polizeifahrzeugen ab. Das dürfte zu der großen Aufmerksamkeit beigetragen haben, die der Wagen in sozialen Medien erhielt.

Das polnische Recht erlaubt es Gerichten, die Einziehung von Fahrzeugen anzuordnen, die bei bestimmten Delikten eingesetzt wurden, darunter Trunkenheitsfahrten. Eingezogene Vermögenswerte können staatlichen Einrichtungen, darunter auch Strafverfolgungsbehörden, übertragen werden. Die Praxis, Polizeiflotten mit beschlagnahmten Fahrzeugen auszustatten, hat in Polen und in anderen europäischen Ländern Vorbilder. Hochmotorisierte Sportwagen im Polizeidienst sind allerdings weiterhin vergleichsweise selten und stoßen deshalb meist auf öffentliches Interesse.

Budas Beitrag löste eine deutliche Reaktion des Ministeriums und des Faktencheck-Portals Konkret24 aus, das die Behauptung als Lüge einstufte. Gazeta.pl bezeichnete den Beitrag als „primitiven Fake“. In seiner Erwiderung hob das Ministerium hervor, dass das Auto für Polizeistreifen bestimmt sei und in keinem Zusammenhang mit einer Transportregelung für das Ministerium stehe. Konkret24 bewertete die irreführende Darstellung als „eine Lüge, typisch für Buda“. Der Streit zeigte, wie eine zunächst unspektakuläre Geschichte aus dem Bereich der Strafverfolgung in sozialen Medien für politische Zwecke umgedeutet werden kann. Bestätigte Informationen dazu, ob Buda nach Veröffentlichung der Korrekturen auf diese reagiert hat, liegen nicht vor.

false: Die Behauptung, der Ford Mustang sei ein neuer Dienstwagen für den Leiter des Ministeriums für Inneres und Verwaltung, ist falsch. Das Fahrzeug wurde einem betrunkenen Fahrer abgenommen und der Polizeiflotte der Woiwodschaft Masowien für den operativen Dienst zugewiesen, nicht für eine ministerielle Nutzung. (MSWiA, Konkret24, Gazeta.pl)