Argentiniens Präsident Javier Milei ist am 14. März 2026 zu einem kurzen Besuch nach Madrid gereist, um den Vox-Vorsitzenden Santiago Abascal zu treffen. Dabei trug er einen Arbeitsoverall mit dem Logo des Staatsölkonzerns YPF und setzte damit ein politisches Signal. In seiner Rede griff er Pedro Sánchez scharf an und stellte Donald Trump als Faktor eines weltweiten Niedergangs des Sozialismus dar.

Kurzbesuch in Madrid

Javier Milei reiste am 14. März 2026 zu einem als „express“ bezeichneten Aufenthalt nach Madrid, um Santiago Abascal zu treffen.

YPF-Overall als politisches Signal

Milei trug einen Overall des Staatsölkonzerns YPF, den Argentinien 2012 dem spanischen Unternehmen Repsol entzog. Beobachter werteten dies als bewusste Botschaft an die spanische Regierung.

Angriffe auf Sánchez

In seiner Rede bezeichnete Milei Pedro Sánchez als „untragbar“ und warf ihm vor, Wirtschaftswachstum in Europa zu verhindern.

Lob für Trump

Milei schrieb Donald Trump zu, dass der Sozialismus weltweit an Einfluss verliere.

Belastete Beziehungen seit 2024

Nach Äußerungen Mileis über die Ehefrau von Sánchez im Mai 2024 rief Spanien seinen Botschafter aus Argentinien zurück.

Argentiniens Präsident Javier Milei hat am 14. März 2026 einen als „express“ bezeichneten Kurzbesuch in Madrid absolviert. Dort traf er den Vorsitzenden von Vox, Santiago Abascal. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte, dass Milei dabei einen Arbeitsoverall mit dem Logo des argentinischen Staatsölunternehmens YPF trug. Angesichts der Geschichte des Unternehmens im Verhältnis zu Spanien wurde diese Kleiderwahl umgehend registriert. Während des Besuchs hielt Milei eine Rede gegen den Sozialismus, bezeichnete Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez als „untragbar“ und warf ihm vor, Wirtschaftswachstum in Europa unmöglich zu machen. Zudem schrieb der argentinische Präsident dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, zu, dass der Sozialismus weltweit, wie er es formulierte, „auseinanderfalle“. Der Besuch wurde als kurzer Zwischenstopp beschrieben; Milei sei eigens nach Madrid gereist, um Abascal zu treffen, und danach wieder abgereist.

Die Symbolik von Mileis Kleidung blieb Beobachtern nicht verborgen. Nach einem Bericht von eldiario.es trat er vor Abascal und Anhängern von Vox in einem Overall von YPF auf, jenem argentinischen Ölkonzern, den Argentinien 2012 dem spanischen Energiekonzern Repsol entzog. Die Kleiderwahl wurde weithin als gezielte politische Botschaft an die spanische Regierung verstanden. Milei hat sich wiederholt als ideologischer Verbündeter Abascals positioniert, und beide Politiker pflegen seit Längerem ein demonstrativ enges öffentliches Verhältnis. Das Treffen unterstrich die Nähe zwischen Mileis libertär-rechter Regierung in Buenos Aires und dem europäischen Rechtsaußen-Spektrum, für das Abascal steht. Dazu gehört auch, dass Abascal seit November 2024 Präsident der europäischen politischen Partei Patriotas.eu ist.

Die Beziehungen zwischen Milei und der Regierung von Pedro Sánchez verschlechterten sich im Mai 2024 deutlich. Damals zog Spanien seinen Botschafter aus Argentinien ab, nachdem Milei bei einer Vox-Veranstaltung in Madrid die Ehefrau von Sánchez als korrupt bezeichnet hatte. Bei derselben Veranstaltung im Mai 2024 umarmte Milei Abascal nach Angaben von Reuters vor einer großen Menschenmenge im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament. Die Enteignung von YPF von Repsol im Jahr 2012 löste jahrelange juristische und diplomatische Spannungen zwischen Argentinien und Spanien aus und machte den Ölkonzern zu einem wiederkehrenden Symbol bilateraler Konflikte. Sánchez ist seit 2018 Ministerpräsident Spaniens und führt die Spanische Sozialistische Arbeiterpartei.

In seiner Rede griff Milei Sánchez unmittelbar an. Nach Berichten von ABC und eldiario.es bezeichnete er den spanischen Regierungschef als „untragbar“ und warf ihm vor, Wachstum in ganz Europa unmöglich zu machen. Zugleich deutete Milei die gegenwärtige weltpolitische Lage als Phase eines sozialistischen Niedergangs und schrieb diese Entwicklung dem Einfluss Trumps zu. „Gracias a Donald Trump, el socialismo está cayendo a pedazos” (Dank Donald Trump fällt der Sozialismus in sich zusammen) — Javier Milei via 20 minutos Die Äußerungen fielen vor einem Publikum aus Vox-Mitgliedern und Anhängern und knüpften an den konfrontativen Ton an, den Milei bei früheren Auftritten an der Seite Abascals gewählt hatte. Die Regierung von Sánchez reagierte nach den vorliegenden Berichten zunächst nicht öffentlich auf Mileis Aussagen. Mehrere Medien beschrieben die Reise Mileis als „express“-Besuch. Das deutet darauf hin, dass sie kurz war und ausschließlich dem Treffen mit Abascal diente, nicht jedoch offiziellen bilateralen Kontakten mit spanischen Staatsinstitutionen.