Der Konsumgüterkonzern Unilever und der US-Gewürzhersteller McCormick & Company haben am Dienstag den Zusammenschluss ihrer Lebensmittelgeschäfte angekündigt. Das neue Unternehmen wird mit rund 65 Milliarden US-Dollar bewertet und soll einen Jahresumsatz von etwa 20 Milliarden US-Dollar erzielen. Die Transaktion, die Unilever-Marken wie Knorr und Hellmann’s umfasst, soll bis Mitte 2027 abgeschlossen sein.

Fusion mit 65 Milliarden Dollar Volumen

Unilever legt seine Lebensmittelsparte mit McCormick zusammen; das neue Unternehmen firmiert unter dem Namen McCormick und hat seinen Sitz weiterhin in den USA und den Niederlanden.

Unilever-Aktionäre behalten Mehrheit

Die Anteilseigner von Unilever werden nach Abschluss des Deals 55,1 % am fusionierten Unternehmen halten, während McCormick-Aktionäre 35 % und Unilever direkt 9,9 % besitzen.

Ende einer Ära in den Niederlanden

Mit dem Wegfall des Markennamens Unilever bei der Lebensmittelsparte verliert Rotterdam die letzte große konzerneigene Verbindung, obwohl Forschungsstandorte erhalten bleiben.

Unilever und McCormick & Company haben am Dienstag eine Vereinbarung zur Fusion der Unilever-Lebensmittelsparte mit dem amerikanischen Gewürzhersteller bekannt gegeben. Dadurch entsteht eine kombinierte Einheit mit einem Marktwert von rund 65 Milliarden US-Dollar und einem jährlichen Umsatz von zirka 20 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion bewertet das Lebensmittelgeschäft von Unilever mit insgesamt 44.8 (Milliarden USD) — Bewertung der Lebensmittelsparte von Unilever. McCormick wird hierfür 15,7 Milliarden US-Dollar in bar zahlen sowie Aktien des neuen Gemeinschaftsunternehmens ausgeben. Die Aktionäre von Unilever werden 55,1 Prozent der Anteile an der fusionierten Gruppe halten, während die McCormick-Aktionäre 35 Prozent besitzen; Unilever selbst behält einen Anteil von 9,9 Prozent, der zu einem späteren Zeitpunkt veräußert werden soll. Das Geschäft wurde von den Aufsichtsräten beider Unternehmen einstimmig genehmigt und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Aktionäre sowie der Regulierungsbehörden. Das neue Unternehmen wird unter dem Namen McCormick firmieren, wobei der weltweite Hauptsitz in Hunt Valley, Maryland, verbleibt und die internationale Zentrale in Rotterdam, Niederlande, angesiedelt wird.

Knorr, Hellmann's und French's unter einem Dach Der Zusammenschluss vereint zwei komplementäre Markenportfolios, die gemeinsam das Segment für Würzmittel und Aromen in rund 150 Ländern abdecken. Unilever bringt unter anderem Marken wie Knorr, Hellmann's, Maille, Bertolli und Horlicks ein, während McCormick Marken wie French's Senf, Stubb's Barbecue-Sauce, Cholula-Chilisaucen und Gewürzpasten von Thai Kitchen beisteuert. Das indische Lebensmittelgeschäft von Unilever ist ausdrücklich von der Transaktion ausgeschlossen. Brendan Foley, Vorstandsvorsitzender von McCormick, erläuterte die strategischen Hintergründe in einem Gespräch mit Analysten und Investoren: „Gemeinsam schaffen wir ein fokussiertes, globales Schwergewicht für Aromen, das skaliert, widerstandsfähig und einzigartig auf Geschmack konzentriert ist.” — Brendan Foley via The New York Times Auch Unilever-Chef Fernando Fernández, der das Amt im März 2025 übernahm, äußerte sich dazu: „Wir sind überzeugt, dass diese Kombination die Wettbewerbsposition des Unternehmens stärkt.” — Fernando Fernández via The New York Times Die beiden Unternehmen rechnen mit jährlichen Kostensynergien in Höhe von 600 (Millionen USD) — erwartete jährliche Kosteneinsparungen durch die Fusion. Die Einmalkosten zur Realisierung dieser Ersparnisse werden auf etwa 300 Millionen US-Dollar geschätzt, wobei Unilever separat mit Trennungskosten zwischen 400 und 500 Millionen Euro rechnet.

Rotterdam bleibt Forschungsstandort, doch der Name Unilever verschwindet aus den Niederlanden Das Geschäft hat eine besondere Bedeutung für die Niederlande, wo die Unilever-Lebensmittelsparte traditionell ihren Sitz in Rotterdam hatte. Laut der niederländischen Wirtschaftsministerin Heleen Herbert wird das fusionierte Unternehmen weiterhin eine bedeutende Präsenz im Land unterhalten, einschließlich des weltweiten Forschungszentrums für Lebensmittel in Wageningen. McCormick beabsichtigt zudem, neben der bestehenden Notierung in New York eine Zweitnotiz an einer europäischen Börse anzustreben. Dennoch beendet die Transaktion faktisch die Verbindung des Namens Unilever mit den Niederlanden: Das Unternehmen hatte bereits 2020 seine britisch-niederländische Doppelstaatlichkeit aufgegeben, um sich ausschließlich in London zu registrieren. Durch die Fortführung der Lebensmittelsparte unter dem Namen McCormick verschwindet die letzte große Einheit mit niederländischem Bezug. „Für Unilever ist diese Transaktion ein weiterer entscheidender Schritt zur Schärfung unseres Portfolios und zur Beschleunigung unserer Strategie, die auf wachstumsstarke Kategorien ausgerichtet ist.” — Fernando Fernández via de Volkskrant Das Geschäft ist als Reverse Morris Trust strukturiert, wodurch weder Unilever noch seine Aktionäre in den USA einkommensteuerpflichtig werden. Es wird erwartet, dass Brendan Foley und McCormick-Finanzvorstand Marcos Gabriel ihre Rollen an der Spitze des neuen Unternehmens beibehalten; Unilever wird vier von zwölf Sitzen im Aufsichtsrat besetzen.

Unilever entstand 1930 aus der Fusion des niederländischen Margarineherstellers Margarine Unie und des britischen Seifenproduzenten Lever Brothers, was dem Unternehmen tiefe Wurzeln in beiden Ländern gab. Fast ein Jahrhundert lang war der Lebensmittelbereich eine tragende Säule und machte noch im vergangenen Jahr rund ein Viertel des Gesamtumsatzes aus. In den letzten Jahren trennte sich Unilever jedoch von zahlreichen Lebensmittelmarken, darunter das Margarine- und Teegeschäft sowie Conimex und The Vegetarian Butcher. 2025 wurde zudem die Speiseeissparte mit Marken wie Magnum, Cornetto und Ben & Jerry's als eigenständige Magnum Ice Cream Company ausgegliedert. Dieser strategische Schwenk hin zu Schönheits- und Körperpflegeprodukten wurde maßgeblich durch den Druck des aktivistischen Investors Nelson Peltz beschleunigt, dessen Trian-Fonds seit vier Jahren an Unilever beteiligt ist und der selbst im Aufsichtsrat sitzt.

Konsolidierungswelle in der Lebensmittelindustrie verändert Markenlandschaft Die Vereinbarung zwischen Unilever und McCormick ist der jüngste Fall in einer Reihe großer Umstrukturierungen in der weltweiten Lebensmittelbranche. Wie die New York Times berichtete, spaltete sich der Getreidehersteller Kellogg 2023 in zwei Unternehmen auf, woraufhin die Snack-Sparte Kellanova 2024 für 36 Milliarden US-Dollar von Mars übernommen wurde. Im vergangenen Jahr erwarb das italienische Unternehmen Ferrero das Frühstücksflockengeschäft WK Kellogg für 3,1 Milliarden US-Dollar. Im Gegensatz dazu revidierte das Management von Kraft Heinz Pläne für eine Aufspaltung und entschied sich, als Einheit bestehen zu bleiben. Der Markt für Würzmittel galt zuletzt als Lichtblick im Sektor, getrieben durch die Nachfrage nach intensiven und scharfen Aromen, wenngleich das Wachstum durch Preissteigerungen und den Trend zu günstigeren Eigenmarken zuletzt abflachte. McCormick meldete für das erste Quartal 2026 ein Umsatzplus von 17 Prozent, räumte jedoch ein, dass dieser Zuwachs fast vollständig auf die Übernahme von McCormick de Mexico zurückzuführen sei; das organische Wachstum lag bei lediglich einem Prozent. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch steigende Ölpreise infolge der US-geführten Militäroperation gegen den Iran, was Kraftstoff- und Logistikkosten erhöht, die letztlich an die Verbraucher weitergegeben werden könnten.

Portfoliotransformation von Unilever: Lebensmittelsparte (before: Kerngeschäft, ca. 25% des Gesamtumsatzes, after: Abspaltung und Fusion mit McCormick bis Mitte 2027); Eiscremesparte (before: Teil des Unilever-Konzerns, after: 2025 als The Magnum Ice Cream Company ausgegliedert); Strategischer Fokus (before: Breit aufgestellter Konsumgüterkonzern, after: Fokus auf Schönheits- und Körperpflege sowie Reinigungsmittel)

Mentioned People

  • Fernando Fernandez — Dyrektor generalny (CEO) koncernu Unilever od marca 2025 roku
  • Brendan Foley — Dyrektor generalny (CEO) McCormick & Company
  • Heleen Herbert — Holenderska minister gospodarki

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