Im Fernsehsender TV3 fand unter äußerst angespannter Atmosphäre die letzte Präsidentschaftsdebatte des FC Barcelona statt. Joan Laporta und Víctor Font tauschten scharfe Vorwürfe aus und stritten über die Zukunft des Vereins, einen Transfer von Erling Haaland sowie die Rolle von Leo Messi.

Scharfer Austausch von Vorwürfen

Joan Laporta nannte seinen Rivalen einen 'Schwindler' und 'Technokraten', während Víctor Font dem amtierenden Präsidenten Populismus und Lügen vorwarf.

Transferversprechen Haaland

Víctor Font kündigte die Verpflichtung Erling Haalands an und nannte ihn den 'neuen Beckham', was eine Antwort auf die historischen Versprechen Laportas sein soll.

Streit um Vermächtnis und Strukturen

Die Kandidaten gerieten über die Bewertung der Arbeit des Sportdirektors Deco sowie die künftige Rolle Leo Messis in den Vereinsstrukturen aneinander.

Entscheidende Stimme der Socios

Über das Schicksal des Vereins entscheiden 110.000 stimmberechtigte Mitglieder (socios) bereits am kommenden Sonntag, dem 15. März 2026.

Joan Laporta und Víctor Font lieferten sich im Fernsehsender TV3 die letzte, äußerst angespannte TV-Debatte vor den für Sonntag, den 15. März 2026, geplanten Wahlen zum Präsidenten des FC Barcelona. Der amtierende Vereinschef Joan Laporta ging in die Offensive, bediente sich gegenüber seinem Hauptkonkurrenten scharfer Beleidigungen und warf ihm mangelnde Authentizität vor. Während des Wortwechsels nannte der amtierende Präsident Font einen Schwindler und einen Proleten und beschuldigte ihn gleichzeitig, ein gefühlloser Technokrat zu sein, dem die für die Führung einer solchen Institution notwendigen Emotionen fehlten. Der Gewinner der anstehenden Wahl übernimmt für eine sechsjährige Amtszeit bis 2031 die Führung des Vereins. TV3 wurde zur Arena des Aufeinandertreffens zweier extrem unterschiedlicher Visionen für die Führung des "Stolzes Kataloniens".

Víctor Font baute seine Strategie auf einer sachlichen Kritik der aktuellen Vereinsführung auf und warf Joan Laporta Populismus sowie Regieren mit Lügen und nicht erfüllten Versprechen vor. Der Oppositionskandidat stellte dem emotionalen Stil des Präsidenten sein detailliertes Programm mit 133 konkreten Vorschlägen zur Sanierung der Vereinslage entgegen. Einer der lautesten Punkte der Debatte war die Transferfrage, bei der Font die Figur Erling Haaland als sein Hauptwahlkampfargument nutzte. Er verglich die potenzielle Verpflichtung des norwegischen Stürmers mit dem berühmten Transfer David Beckhams und bezog sich damit auf das Versprechen, mit dem Joan Laporta seine erste Wahl im Jahr 2003 gewonnen hatte.

Ein weiterer wesentlicher Streitpunkt war die Bewertung der aktuellen Sportstruktur und die Zukunft der Vereinslegenden. Die Kandidaten gerieten über die Rolle von Deco sowie eine mögliche Rückkehr Leo Messis in die Strukturen Barcelonas aneinander. Joan Laporta verteidigte das aktuelle Sportprojekt, berief sich auf das Vermächtnis Johan Cruyffs und behauptete, der legendäre Niederländer wäre stolz auf das Spiel der heutigen Mannschaft. Font wiederum argumentierte für die Notwendigkeit einer Professionalisierung des Sportbereichs und die Vermeidung von Situationen, in denen die Führungspersonen "vom Verein leben" müssten. Die Präsidentschaftswahlen beim FC Barcelona finden alle sechs Jahre statt, wobei die Vereinsmitglieder (socios) stimmberechtigt sind. Joan Laporta bekleidete das Amt des Präsidenten in den Jahren 2003–2010 und erneut seit 2021. Víctor Font trat bereits bei den Wahlen 2021 an und belegte mit einem Ergebnis von knapp 30 % der Stimmen den zweiten Platz, damals unterlag er genau Laporta.

„Eres un trilero y un barriobajero. Cruyff se lo pasaría en grande con este Barça” (Du bist ein Schwindler und ein Prolet. Cruyff würde sich köstlich amüsieren mit diesem Barça) — Joan Laporta via El Periódico

Perspektywy mediów: Hervorhebung der Charisma Laportas und seiner Fähigkeit, in TV-Debatten zu dominieren, auf Kosten des technokratischen Rivalen. Akzentuierung des Mangels an einem konkreten Programm Laportas und Gegenüberstellung mit den 133 Vorschlägen Fonts als einziger Rettungsweg.

Präsidentschaftswahlen FC Barcelona 2026: 12. März — Letzte TV-Debatte der Kandidaten im Sender TV3; 15. März — Abstimmung der socios und Bekanntgabe des neuen Vereinspräsidenten

Mentioned People

  • Joan Laporta — Spanischer Unternehmer, Politiker und Präsident des FC Barcelona in den Jahren 2003–2010 sowie 2021–2026.
  • Víctor Font — Unternehmer und Kandidat für das Präsidentenamt des FC Barcelona, der bei den Wahlen 2021 den zweiten Platz belegte.
  • Deco — Ehemaliger Profifußballspieler, aktuell Sportdirektor des FC Barcelona.
  • Johan Cruyff — Legendärer niederländischer Fußballspieler und Trainer, Schöpfer der sportlichen Identität Barcelonas.
  • Erling Haaland — Norwegischer Stürmer, von Víctor Font genannter Transferwunsch.
  • Lionel Messi — Argentinischer Fußballspieler, Vereinslegende, dessen zukünftige Rolle Gegenstand der Debatte war.