Die Krise um die Straße von Hormus hat sich am 15. März 2026 weiter verschärft. US-Präsident Donald Trump bemühte sich um eine internationale Koalition zum Schutz der wichtigen Schifffahrtsroute, während Iran andere Staaten vor Schritten warnte, die den Konflikt ausweiten könnten. Zugleich nahmen die wirtschaftlichen Folgen zu: In Bahrain fuhr ein großer Aluminiumhersteller die Produktion deutlich zurück, und aus der US-Ölindustrie kamen neue Warnungen.

Trump wirbt um Marinebeiträge

Donald Trump bat China, Südkorea, Frankreich und Japan, Kriegsschiffe zur Eskorte von Schiffen durch die Straße von Hormus zu entsenden.

China und Südkorea reagieren zurückhaltend

Peking sagte keine Beteiligung an der US-geführten Initiative zu. Seoul erklärte, es prüfe die Bitte sorgfältig, ohne eine sofortige Zusage zu machen.

Iran warnt Drittstaaten

Teheran forderte andere Länder auf, keine Schritte zu unternehmen, die den Konflikt ausweiten könnten. Mehrere Staaten suchten zugleich direkt Kontakt zu Iran wegen sicherer Passage.

Wirtschaftliche Schäden nehmen zu

Aluminium Bahrain nahm 19 Prozent seiner Produktionskapazität vom Netz. Zudem warnten US-Ölunternehmen vor einer weiteren Verschärfung der Krise.

EU erwägt Ausweitung von Aspides

Nach ANSA prüft die EU, die Operation Aspides auf die Straße von Hormus auszudehnen. Deutschland und andere Mitgliedstaaten stehen dem skeptisch gegenüber.

Die Krise um die Straße von Hormus hat sich am 15. März 2026 weiter zugespitzt. US-Präsident Donald Trump versuchte, eine internationale Koalition zur Sicherung der Wasserstraße aufzubauen, während Iran andere Staaten davor warnte, Maßnahmen zu ergreifen, die den Konflikt verlängern oder ausweiten könnten. Trump wandte sich an Verbündete und Partner, darunter China, Südkorea, Frankreich und Japan, und bat sie, Kriegsschiffe zu entsenden, um Schiffe auf dem Weg durch die Meerenge zu eskortieren. Peking reagierte zurückhaltend und legte sich nach einem Bericht der Nachrichtenagentur ANSA nicht auf eine Beteiligung an dem von den USA geführten Vorhaben fest. Der diplomatische Vorstoß erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem die wirtschaftlichen Schäden durch die Störungen zunahmen: Bahrains staatlich angebundener Aluminiumproduzent stellte einen erheblichen Teil seiner Produktion ein, und US-Ölunternehmen äußerten wachsende Sorge über den weiteren Verlauf der Krise.

Seoul prüft, Peking bleibt bei Hormus zurückhaltend Südkorea erklärte, es prüfe Trumps Bitte mit Blick auf die Straße von Hormus „sorgfältig“ und sagte eine Beteiligung an einer möglichen Eskortmission nicht unmittelbar zu. Die vorsichtige Haltung Pekings ließ Washington ohne klare Antwort eines der strategisch wichtigsten Akteure in der Region, da China in hohem Maß auf Öllieferungen aus dem Golf angewiesen ist. Mehrere Staaten nahmen ANSA zufolge zudem unabhängig voneinander Kontakt zu Teheran auf, um eine sichere Passage durch die Meerenge zu erreichen. Das deutet darauf hin, dass einige Regierungen neben dem amerikanischen Kurs einen parallelen diplomatischen Weg gegenüber Iran verfolgen, statt sich offen der Position Washingtons anzuschließen. Iran wiederum richtete eine Warnung an alle Drittstaaten und forderte sie auf, auf Schritte zu verzichten, die den Konflikt ausweiten könnten. Das Zusammenspiel aus amerikanischen Koalitionsbemühungen und eigenständigen Kontakten zu Teheran verdeutlichte die zersplitterte internationale Reaktion auf die Krise.

Alba drosselt Produktion, Hormus-Störung trifft die Industrie Aluminium Bahrain, bekannt als Alba, nahm nach einem Reuters-Bericht vom 15. März 19 (%) — Anteil der Aluminiumkapazität von Alba, der stillgelegt wurde seiner Produktionskapazität vom Netz, während die Störungen in der Straße von Hormus andauerten. Die Schließung zeigte die unmittelbaren industriellen Folgen der Konfrontation für Hersteller in der Golfregion, deren Lieferketten und Exporte von der Wasserstraße abhängen. US-Ölunternehmen warnten Trump nach einem vom Wall Street Journal zitierten und von ANSA weiterverbreiteten Bericht zudem, dass sich die Krise weiter verschärfen könnte. Die Hinweise aus dem Energiesektor erhöhten den Druck auf das Weiße Haus, eine Lösung zu finden oder zumindest die Schifffahrtswege zu stabilisieren. Die wirtschaftlichen Signale aus der Aluminium- und der Ölbranche unterstrichen, wie breit die kommerzielle Betroffenheit durch die anhaltenden Störungen ist.

EU prüft Ausweitung von Aspides, Iran weist Waffenruhe-Behauptung zurück Die Europäische Union erwog ANSA zufolge, ihre Marineoperation Operation Aspides zu verstärken oder auf die Straße von Hormus auszuweiten. Einige EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, blieben skeptisch gegenüber einer geografischen Ausdehnung des Einsatzes. Das verweist auf Meinungsunterschiede innerhalb der EU darüber, wie weit europäische Streitkräfte in die zunehmende Konfrontation eingebunden werden sollen. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi wies unterdessen zurück, dass Teheran um eine Waffenruhe gebeten oder Verhandlungen angestrebt habe. Damit widersprach er unmittelbar Behauptungen Trumps. Das Dementi fügte einer ohnehin angespannten Lage eine weitere diplomatische Belastung hinzu. Am 15. März veröffentlichte Reuters-Websuchergebnisse deuteten zudem darauf hin, dass US-Regierungsvertreter von einem schnellen Ende des Konflikts ausgingen, während Teheran erkennen ließ, dass es seine Gegner möglicherweise überdauern könne. Zugleich forderte Iran die Evakuierung aus drei Häfen, was neben den diplomatischen Manövern auf anhaltende militärische Spannungen hindeutete.

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten maritimen Engstellen der Welt. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und damit mit dem globalen Ölmarkt. Ein erheblicher Teil der weltweiten Erdölexporte passiert die Meerenge, weshalb jede Störung dort internationale wirtschaftliche Folgen hat. Die USA und Iran verbindet eine lange Geschichte der Konfrontation um diese Wasserstraße. Teheran hat in Phasen erhöhter Spannungen wiederholt damit gedroht, die Meerenge zu schließen. Die EU-Mission Aspides wurde ursprünglich eingerichtet, um auf Huthi-Angriffe auf die Handelsschifffahrt im Roten Meer zu reagieren. Eine Ausweitung auf die Straße von Hormus würde daher eine deutliche Erweiterung ihres Mandats bedeuten. Die aktuelle Krise ist eine der zugespitztesten Phasen internationalen Drucks auf die Meerenge in den vergangenen Jahren und bindet große Mächte wie die Vereinigten Staaten, China und europäische Staaten ein.