Italiens Vizepremier Matteo Salvini hat ein Krisentreffen mit Ölfirmen in Mailand einberufen. Anlass ist der rasante Anstieg der Preise für Benzin und Diesel, den der Minister als Spekulation auf Kosten der Bürger bezeichnete.

Krisentreffen in Mailand

Matteo Salvini trifft sich am Mittwoch mit Vertretern von Ölfirmen, um die drastischen Kraftstoffpreiserhöhungen zu besprechen.

Rekordpreise für Kraftstoffe

Der Benzinpreis an Selbstbedienungstankstellen erreichte 1,816 Euro, und der Dieselpreis überschritt 2,03 Euro pro Liter.

Warnungen des Istat

Das italienische Statistikamt warnt vor einer wirtschaftlichen Abkühlung und Verlusten in Höhe von 14 Milliarden Euro durch die Energiepreise.

Einfluss Donald Trumps auf die Märkte

Äußerungen des ehemaligen US-Präsidenten trugen dazu bei, dass der Preis für Brent-Öl unter 100 Dollar pro Barrel fiel.

Italiens Vizepremier und Infrastrukturminister Matteo Salvini hat für diesen Mittwoch in Mailand ein Krisentreffen mit Vertretern von Ölfirmen einberufen, nachdem die Kraftstoffpreise drastisch gestiegen sind. Die Entscheidung fiel, nachdem die Preise an Selbstbedienungstankstellen 1,816 Euro pro Liter Benzin und 2,03 Euro pro Liter Diesel erreicht hatten. Matteo Salvini beschuldigte die Branche, ungerechtfertigte Preiserhöhungen auf Kosten der Bürger und Transportunternehmen vorzunehmen. Der Minister fordert von den Konzernen Aufklärung und ein Ende der Praktiken, die die Geldbeutel der Italiener belasten.

Die Situation an den Tankstellen weckt ernste Bedenken über die finanzielle Stabilität des Landes, und das italienische Nationale Statistikinstitut Istat warnte vor einem deutlichen Abwärtstrend in der Weltwirtschaft. Schätzungen zufolge könnten die hohen Energiepreise der italienischen Wirtschaft Verluste von bis zu 14 Milliarden Euro bescheren. Die italienische Wirtschaft ist seit der Energiekrise 2022 besonders anfällig für Schwankungen der Rohstoffpreise, was auf die starke Abhängigkeit von Energieimporten zurückzuführen ist. Frühere Interventionen der Regierung in Rom umfassten unter anderem einen Mechanismus zur sogenannten gleitenden Verbrauchsteuer, um die Endverbraucherpreise zu stabilisieren. Aktuelle Prognosen des Istat deuten auf ein Stagflationsrisiko hin, wenn die Energiekosten in den kommenden Quartalen nicht dauerhaft sinken.

Die Stimmung an den Finanzmärkten bleibt stark von geopolitischen Spannungen beeinflusst, was die Börse in Tokio am Morgen zu spüren bekam, als sie mit einem Minus von 1,40 % aufgrund der Kriegshandlungen im Iran eröffnete. Die Lage in Europa beruhigte sich jedoch nach einer Äußerung von Donald Trump, dessen Worte den Preis für Brent-Öl unter 100 Dollar pro Barrel fallen ließen. Dank verbesserter Notierungen von Terminkontrakten an der Wall Street konnte die Mailänder Börse im Laufe des Tages die morgendlichen Verluste ausgleichen und die Kurse der Schlüsselunternehmen stabilisieren.

Vizepremier Salvini kündigte an, nicht zuzulassen, dass Marktteilnehmer die Ersparnisse der Bürger weiter ausschöpfen. „Siamo di fronte a una speculazione in corso a danno di cittadini e autotrasportatori” (Wir stehen einer laufenden Spekulation zum Schaden von Bürgern und Transportunternehmen gegenüber) — Matteo Salvini via ANSA

14 (Milliarden Euro) — potenzielle Verluste der italienischen Wirtschaft durch Energiepreise

Nächste wirtschaftliche Ereignisse: 18. März — Treffen Salvinis mit Ölfirmen in Mailand

Mentioned People

  • Matteo Salvini — Vizepräsident des Ministerrates der Italienischen Republik sowie Minister für Infrastruktur und Verkehr in der Regierung Meloni seit 2022
  • Donald Trump — ehemaliger US-Präsident, dessen Äußerungen zur Stabilisierung der Ölpreise auf den Weltmärkten beitrugen