Der Schriftsteller, Philosoph und Filmemacher Alexander Kluge ist im Alter von 94 Jahren in München gestorben. Das teilte der Suhrkamp Verlag am Donnerstag im Namen der Familie mit. Kluge prägte die deutsche Kultur seit mehr als sechs Jahrzehnten und zählte zu den wichtigsten Stimmen der Nachkriegszeit. Sein Tod folgt weniger als zwei Wochen nach dem seines engen Freundes Jürgen Habermas.

Mitbegründer des Neuen Deutschen Films

Alexander Kluge gehörte 1962 zu den Unterzeichnern des Oberhausener Manifests und prägte die Bewegung des Neuen Deutschen Films entscheidend mit.

Auszeichnung in Venedig

Für sein Spielfilmdebüt „Abschied von gestern“ erhielt Kluge 1966 den Silbernen Löwen, 1968 folgte der Goldene Löwe für „Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“.

Bedeutender Autor und Essayist

Neben seiner Filmarbeit veröffentlichte Kluge literarische, wissenschaftliche und philosophische Texte und erhielt 2003 den Georg-Büchner-Preis.

Letztes Werk über generative KI

Sein 2025 gedrehter Dokumentarfilm „Primitive Vielfalt“ über generative KI war sein letztes vollendetes Werk.

Enge Verbindung zu Jürgen Habermas

Kluge starb weniger als zwei Wochen nach seinem Freund Jürgen Habermas, mit dem er zuletzt öffentlich im Gespräch war.

Alexander Kluge, ein deutscher Autor, Philosoph und Filmregisseur, der die Bewegung des Neuen Deutschen Films mitbegründete und das deutsche Kulturleben mehr als sechs Jahrzehnte lang prägte, ist im Alter von 94 Jahren in München gestorben, wie das Verlagshaus Suhrkamp am Donnerstag im Namen seiner Familie mitteilte. Die Mitteilung erfolgte am 26. März 2026. Kluge wurde am 14. Februar 1932 in Halberstadt im heutigen Osten Deutschlands geboren; seine Kindheit war von der NS-Herrschaft und dem Zweiten Weltkrieg geprägt. Suhrkamp bezeichnete ihn als „außergewöhnlichen Autor und brillant wahrnehmenden Geist“ und verwies darauf, dass die Kriegserfahrungen seine Arbeit bis zuletzt geprägt hätten. Sein Tod kam weniger als zwei Wochen nach dem seines engen Freundes, des Philosophen Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 starb.

Vom Jurastudenten zum Gewinner des Goldenen Löwen in Venedig Kluge begann seine akademische Laufbahn mit dem Studium von Jura, Geschichte und geistlicher Musik in Marburg und Frankfurt. Nach der Zulassung als Rechtsanwalt arbeitete er mit dem Filmregisseur Fritz Lang zusammen, bevor er sich endgültig dem Kino zuwandte. Seine ersten Kurzfilme drehte er 1961. 1962 gehörte er zu den Unterzeichnern des Oberhausener Manifests, des Gründungsdokuments des Neuen Deutschen Films. Sein Spielfilmdebüt „Abschied von gestern“ gewann 1966 bei den Filmfestspielen von Venedig den Silbernen Löwen. Zwei Jahre später, 1968, erhielt er in Venedig für „Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“ den Goldenen Löwen und festigte damit seinen internationalen Ruf. 1982 bekam er bei dem Festival einen Sonderpreis für sein gesamtes filmisches Werk. Drei Filme prägten seinen Stil besonders: „Abschied von gestern“ (1966), „Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“ (1968) und „Eine dunkle Frau“ (1973). In den ersten beiden dieser Filme spielte seine Schwester, die Schauspielerin und Ärztin Alexandra Kluge, die 2017 starb.

Alexander Kluge — wichtige Stationen: — ; — ; — ; — ; — ; —

Ein literarischer Großautor, der neue Formen immer weiter erprobte Abseits des Kinos erarbeitete sich Kluge den Ruf eines der bedeutendsten deutschen Schriftsteller. Er gehörte zum einflussreichen literarischen Kreis der Gruppe 47 und veröffentlichte neben seiner Prosa auch wissenschaftliche und philosophische Arbeiten. Sein Debüt als Schriftsteller gab er 1962 mit „Lebensläufe“, einer Reihe fiktionaler Biografien, die die deutsche Geschichte um den Einschnitt von 1945 herum durchmessen. Ein großer Teil seines literarischen Werks bestand aus kurzen Erzählungen, gesammelt in Bänden wie „Der blinde Fleck des Teufels“, von dem eine Auswahl im spanischen Verlag Anagrama erschien. Suhrkamp, mit dem Kluge über Jahrzehnte eng verbunden blieb, beschrieb seine Arbeitsweise als „oft vom Kino inspiriert, indem er Geschichten, Dokumente und Reflexionen miteinander verknüpfte“. So entstanden neue Erzählformen. Den 2003 (year) — Georg-Büchner-Preis für Kluge erhielt er 2003, den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises 2008 und den Theodor-W.-Adorno-Preis 2009. Sein letztes Werk, „Primitive Vielfalt“, war ein 2025 gedrehter Dokumentarfilm über generative KI. Er zeigte, dass seine intellektuelle Neugier bis in seine letzten Jahre unvermindert blieb.

Letzte Worte handelten von Silicon Valley und einer trüben Aufklärung In einer seiner letzten öffentlichen Wortmeldungen nahm Kluge an einem Gespräch mit Jürgen Habermas teil, der ein enger Freund gewesen war. „Wir leben in einer seltsam sich wandelnden Welt. Manche sprechen sogar von einer trüben Aufklärung, die sich um Silicon Valley herausgebildet habe.” — Alexander Kluge via EL MUNDO Kluge war zudem 1978 an dem Gemeinschaftsfilm „Deutschland im Herbst“ beteiligt, gemeinsam mit Volker Schlöndorff und Rainer Werner Fassbinder. Der Film setzte sich mit der Terroroffensive der Roten Armee Fraktion im Jahr 1977 auseinander. Seine Schwester Alexandra Kluge, geboren 1937 und ebenfalls aus Halberstadt, war in seinen frühen Filmen eine zentrale kreative Partnerin, bevor sie im Juni 2017 starb. Der deutsche Regisseur Christian Petzold sagte am Tag, an dem Kluges Tod bekanntgegeben wurde, in Barcelona vor der Presse, er habe gerade über die Generation der Filmemacher des Neuen Deutschen Films gesprochen. Dabei habe er darauf hingewiesen, dass Werner Herzog und Wim Wenders weiter aktiv seien, Kluge aber stets die radikalste Linie innerhalb dieser Bewegung vertreten habe. Mit seinem Tod hat Deutschland eine der letzten großen Figuren einer Generation verloren, die das europäische Kino und die Literatur der Nachkriegszeit grundlegend verändert hat.

Mentioned People

  • Alexander Kluge — Niemiecki pisarz, filozof, akademik i reżyser filmowy (1932–2026)
  • Jürgen Habermas — Niemiecki filozof i teoretyk społeczny (1929–2026), związany ze szkołą frankfurcką
  • Alexandra Kluge — Niemiecka aktorka i lekarka (1937–2017), siostra Alexandra Klugego
  • Werner Herzog — Niemiecki reżyser filmowy i przedstawiciel pokolenia Nowego Kina Niemieckiego
  • Wim Wenders — Niemiecki filmowiec i rówieśnik Alexandra Klugego
  • Rainer Werner Fassbinder — Niemiecki reżyser filmowy, który zmarł w 1982 roku

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