Nach dem Tod Ali Khameneis bei einem Angriff auf die Familienresidenz in Teheran hat der Iran im März 2026 mit Mojtaba Khamenei einen neuen Obersten Führer benannt. Doch über dessen Gesundheitszustand und Aufenthaltsort kursieren widersprüchliche Berichte. Damit steht der Machtwechsel in Teheran von Beginn an unter erheblichem Vorbehalt.

Nachfolge nach tödlichem Angriff

Die Expertenversammlung ernannte Mojtaba Khamenei im März 2026 nach dem Tod seines Vaters Ali Khamenei bei einem Angriff in Teheran zum dritten Obersten Führer des Iran.

Gesundheitszustand bleibt ungeklärt

Zu Mojtaba Khameneis Zustand und Aufenthaltsort kursieren widersprüchliche Berichte. Genannt werden ein Krankenhaus in Russland, Verletzungen und sogar sein möglicher Tod.

Familienmitglieder unter den Todesopfern

Nach Berichten wurden beim Angriff auch Mojtaba Khameneis Ehefrau und eine seiner Schwestern getötet.

Geheimdienstvorwürfe sorgen für zusätzliche Kontroverse

Medien berichten über nicht verifizierte Behauptungen aus US-Geheimdienstkreisen zu Mojtaba Khameneis Privatleben, auf die Donald Trump laut Le Parisien belustigt reagiert habe.

Mojtaba Khamenei, der im März 2026 nach dem Tod seines Vaters Ali Khamenei bei einem Angriff auf die gemeinsame Residenz in Teheran zum dritten Obersten Führer des Iran ernannt wurde, steht selbst im Mittelpunkt erheblicher Ungewissheit über seinen Gesundheitszustand und seinen Aufenthaltsort. Widersprüchliche Berichte verorten ihn in einem Krankenhaus in Russland, sprechen von Verletzungen oder halten ihn sogar für tot. Der Machtwechsel in Teheran vollzog sich vor dem Hintergrund von Gewalt, Geheimhaltung und internationaler Beobachtung. Die Zeitung The Telegraph veröffentlichte Aufnahmen und Details des Angriffs, bei dem der ältere Khamenei und weitere Familienmitglieder getötet wurden. Die Expertenversammlung bestimmte Mojtaba Khamenei zum Nachfolger. Ob er die Macht unter den Umständen seines eigenen Überlebens tatsächlich ausüben kann, bleibt jedoch offen. Nach einem Bericht des Irish Independent soll Mojtaba bei demselben Angriff, bei dem sein Vater getötet wurde, dem Tod nur um Sekunden entgangen sein. Damit zählt die formale Nachfolge zu den unruhigsten Übergängen in der Geschichte der Islamischen Republik.

Widersprüchliche Berichte verdunkeln das Schicksal des neuen Führers Das Rätsel um Mojtaba Khameneis derzeitigen Zustand hat sich weiter vertieft, weil international mehrere einander widersprechende Darstellungen kursieren. Nach Angaben des portugiesischen Mediums Observador wurde berichtet, er liege in Russland im Krankenhaus, sei bei einem Gang im Garten seiner Residenz verletzt worden oder bereits tot. Der belgische Sender VRT NWS ging der Frage nach, warum Gerüchte über den Tod oder die Handlungsunfähigkeit sowohl des neuen iranischen Führers als auch eines israelischen Ministerpräsidenten sich als besonders hartnäckig erwiesen und nur schwer zu entkräften seien. Das rumänische Medium Adevarul berichtete, durchgesickerte Aufnahmen gäben Aufschluss über die Umstände, unter denen Mojtaba die Angriffe auf die Residenz in Teheran möglicherweise überlebt habe. Eine offizielle Bestätigung seines genauen medizinischen Zustands oder seines Aufenthaltsorts wurde bislang nicht unabhängig verifiziert. Die Intransparenz des iranischen Staates erschwert eine Beurteilung von außen. Die Irish Times beschrieb die Nachfolge als Endpunkt eines langjährigen internen Ringens um die Frage, wer Ali Khamenei folgen werde. Dieser Prozess habe bereits Jahre vor den gewaltsamen Ereignissen vom März 2026 begonnen.

Das Amt des Obersten Führers im Iran entstand nach der Islamischen Revolution von 1979. Erster Amtsinhaber war Ajatollah Ruhollah Khomeini. Ali Khamenei folgte auf Khomeini und bekleidete das Amt über Jahrzehnte, was ihn zu einem der weltweit am längsten amtierenden Staatsoberhäupter machte. Der Nachfolgeprozess in der Islamischen Republik war historisch von Intransparenz geprägt und wurde von der Expertenversammlung hinter verschlossenen Türen gesteuert. Mojtaba Khamenei galt seit Langem als möglicher Nachfolger seines Vaters, auch wegen seiner mutmaßlichen Verbindungen zu den Revolutionsgarden und seiner Rolle bei der Aufsicht über die Basij-Miliz.

Ehefrau und Schwester starben mit dem älteren Khamenei Der Angriff auf die Residenz der Familie Khamenei in Teheran führte nach übereinstimmenden Berichten zu mehreren Todesfällen innerhalb der Familie. Die Ehefrau Mojtaba Khameneis und eine seiner Schwestern gehörten nach Angaben des Irish Independent zu den Todesopfern des Angriffs, bei dem auch sein Vater Ali Khamenei getötet wurde. The Telegraph veröffentlichte neben Einzelheiten des Angriffs auch Videoaufnahmen und legte damit eine der bislang detailliertesten öffentlichen Darstellungen des Vorfalls vor. Das polnische Medium Gazeta.pl griff die Veröffentlichung von The Telegraph auf und schrieb, die von der britischen Zeitung offengelegten Aufnahmen und Einzelheiten markierten einen wichtigen Moment in der internationalen Berichterstattung über die Ereignisse. Die Kombination aus dem Tod des älteren Khamenei, der Tötung weiterer Familienmitglieder und Mojtabas eigener mutmaßlicher Nahtoderfahrung belastet die Legitimität und die Stabilität der neuen Führung von ihren ersten Tagen an.

US-Geheimdienstbehauptung über Mojtabas Privatleben ruft Reaktion Trumps hervor Unabhängig davon ist eine weitere Kontroverse um Behauptungen von Geheimdiensten der Vereinigten Staaten zu Mojtaba Khameneis Privatleben entstanden. Nach Berichten des rumänischen Mediums Libertatea und der französischen Zeitung Le Parisien sollen US-Geheimdienste behauptet haben, Mojtaba Khamenei sei homosexuell. Sollte dies zutreffen, hätte dies angesichts der iranischen Gesetzeslage und des theokratischen Charakters des Staates, den er nun führt, weitreichende Folgen. Le Parisien berichtete, die Behauptung habe bei Donald Trump demnach eine belustigte Reaktion ausgelöst. Unabhängig bestätigt ist der Vorwurf nicht. Er geht nach der Darstellung in Medienberichten auf Quellen aus dem Geheimdienstmilieu zurück und nicht auf eine offizielle öffentliche Erklärung. Dass solche Behauptungen genau im Moment des Führungswechsels auftauchen, verdeutlicht, in welchem Maß der neue Oberste Führer des Iran nicht nur Herausforderungen innerhalb des politischen Establishments des Landes gegenübersteht, sondern auch einem internationalen Informationsumfeld, das von konkurrierenden Geheimdienstnarrativen geprägt ist. Mojtaba Khamenei wurde laut seiner Registerbiografie am 8. September 1969 in Maschhad im Nordosten des Iran geboren und ist das zweite Kind und der zweite Sohn des verstorbenen Ali Khamenei.