Unter dem Vorsitz von Präsident Sergio Mattarella hat der italienische Oberste Verteidigungsrat eine strikte militärische Neutralität gegenüber dem Konflikt im Iran erklärt und sich dabei auf das verfassungsrechtliche Verbot eines Angriffskrieges berufen.

Erklärung der Neutralität

Der Rat bestätigte, dass Italien sich nicht an Kriegshandlungen im Iran beteiligt, und stützt sich dabei auf Artikel 11 der Verfassung.

Bereitstellung von Stützpunkten für Verbündete

Die Nutzung der italienischen Militärinfrastruktur durch Verbündete wurde ausschließlich im Rahmen bestehender Vereinbarungen zugelassen, ohne direkte Beteiligung Italiens.

Verurteilung von Angriffen auf Zivilisten

Der Rat verurteilte Angriffe auf die Zivilbevölkerung und verwies auf den tragischen Tod von Kindern im iranischen Minab.

Hybride Bedrohungen

Es wurde vor dem Risiko hybrider Kriegsführung und einem Anstieg des Terrorismus in Europa infolge der Eskalation im Nahen Osten gewarnt.

Der italienische Oberste Verteidigungsrat unter dem Vorsitz von Präsident Sergio Mattarella erklärte am 13. März 2026, dass Italien nicht an einem Krieg im Iran teilnimmt und auch nicht teilnehmen wird. Während der Sitzung im Quirinalspalast, an der auch Premierministerin Giorgia Meloni teilnahm, berief sich das Gremium auf Artikel 11 der italienischen Verfassung, der den Krieg als Mittel zur Verletzung der Freiheit anderer Völker ablehnt. Der Rat äußerte tiefe Besorgnis über die destabilisierenden Auswirkungen der Krise im Nahen Osten und betonte die Notwendigkeit, Lösungen durch Verhandlungen und Diplomatie zu suchen. Oberster Verteidigungsrat betonte, dass die Deeskalation der Spannungen in der Region Priorität habe. Artikel 11 der italienischen Verfassung, die nach dem Zweiten Weltkrieg verabschiedet wurde, besagt, dass der Staat den Krieg als Mittel der Aggression gegen die Freiheit anderer Völker und als Mittel zur Beilegung internationaler Streitigkeiten ablehnt. Die italienische Verteidigungsdoktrin basiert seit 1948 auf diesem Fundament, was wiederholt den Charakter der Beteiligung des Landes an Auslandseinsätzen bestimmt und diese hauptsächlich auf Friedens- und Stabilisierungsmissionen unter dem Dach der UNO oder der NATO beschränkt hat. In der offiziellen Mitteilung nach den Beratungen wurden Angriffe auf die Zivilbevölkerung verurteilt, wobei der jüngste Angriff auf eine Schule in der iranischen Stadt Minab als tragisches Beispiel genannt wurde. Vertreter der italienischen Behörden warnten vor dem Risiko einer Ausweitung des Konflikts durch den Iran, was Raum für Maßnahmen im Sinne einer hybriden Kriegsführung eröffnen und zu schwerwiegenden terroristischen Bedrohungen führen könnte. Der Rat rief auch Israel zur Zurückhaltung auf und forderte es auf, von Reaktionen abzusehen, die die ohnehin schon angespannte Lage im Libanon verschlimmern könnten. „Grave preoccupazione per lo scenario di crisi in Medio Oriente” (Große Besorgnis über die Krisensituation im Nahen Osten) — Oberster Verteidigungsrat via ANSA Trotz der Erklärung, sich nicht an direkten Kampfhandlungen zu beteiligen, genehmigte der Rat die Möglichkeit der Nutzung der italienischen Militärinfrastruktur durch verbündete Streitkräfte. Diese Entscheidung ist jedoch mit strengen Bedingungen verbunden: Die Bereitstellung von Stützpunkten darf ausschließlich im Rahmen bestehender internationaler Vereinbarungen erfolgen und darf keine direkte Beteiligung Italiens am Konflikt bedeuten. Das Abschlussdokument unterstreicht, dass alle von italienischem Territorium aus unternommenen Maßnahmen mit dem Völkerrecht und den bisherigen Verteidigungsverpflichtungen des Landes vereinbar sein müssen. 11 (Artikel) — Nummer des verfassungsrechtlichen Artikels, der die Kriegsneutralität Italiens garantiert Ablauf der Sitzung des Obersten Verteidigungsrates: 13. März, vormittags — Beginn der Beratungen; 13. März, mittags — Analyse der Lage im Iran; 13. März, 12:30 Uhr — Veröffentlichung der Stellungnahme

Mentioned People

  • Sergio Mattarella — 12. und derzeitiger Präsident der Italienischen Republik seit dem 3. Februar 2015.
  • Giorgia Meloni — Italienische Politikerin, Vorsitzende des Ministerrates der Italienischen Republik seit dem 22. Oktober 2022.