Italien will sich nach den Angriffen auf Stützpunkte in Kuwait und im Irak nicht aus der Region zurückziehen. Außenminister Antonio Tajani erklärte, die Einsätze würden ohne Unterbrechung fortgesetzt. Zugleich beraten europäische Partner über den Umgang mit der wachsenden Unsicherheit im Golfraum und die künftige westliche Militärpräsenz im Nahen Osten.
Italien setzt Einsätze fort
Nach dem Angriff auf Ali Al Salem in Kuwait und einem weiteren Vorfall in Erbil will Italien seine Missionen in Kuwait und im Irak ohne Unterbrechung fortsetzen.
Keine Ausweitung von Aspides
Antonio Tajani bekräftigte, dass Atalanta und Aspides innerhalb ihrer bestehenden Mandate bleiben. Eine Ausdehnung von Aspides auf die Straße von Hormus schloss er aus.
EU prüft UN-geführte Mission
Nach ANSA erwägt die EU eine von den Vereinten Nationen geführte Mission zum Schutz der Seewege im Golf nach dem Vorbild des Getreidekorridors.
Europäische Partner setzen auf Diplomatie
Das Vereinigte Königreich, Deutschland und die Niederlande signalisierten Zurückhaltung gegenüber einer einseitigen militärischen Verschärfung und bevorzugen multilaterale Antworten.
Keine Verletzten gemeldet
Bei den Angriffen in Kuwait und Erbil wurden nach den verfügbaren Angaben keine italienischen Einsatzkräfte verletzt. Für Vorfälle in Abu Dhabi und Dubai gibt es keine bestätigten Angaben zu Schäden oder Opfern.
Italien hat erklärt, sich nach dem Angriff auf den Stützpunkt Ali Al Salem in Kuwait, bei dem eine italienische Drohne zerstört wurde, nicht von seinen Militärbasen in Kuwait und im Irak zurückzuziehen. Der italienische Vize-Ministerpräsident und Außenminister Antonio Tajani kündigte an, die Missionen in der Region würden ohne Unterbrechung fortgesetzt. Bei dem Angriff wurden nach italienischen Angaben keine Angehörigen des italienischen Personals verletzt. Parallel dazu kam es zu einem weiteren Vorfall auf einem Stützpunkt in Erbil im Irak. Tajani bestätigte Italiens Festhalten sowohl an den Stützpunkten der Anti-IS-Koalition als auch an den bestehenden Marineeinsätzen. Währenddessen berieten europäische Partner darüber, wie auf die zunehmende Instabilität im gesamten Golfraum reagiert werden soll. Der Vorfall hat zudem eine breitere diplomatische Debatte unter NATO- und EU-Mitgliedern über die Zukunft der westlichen Militärpräsenz im Nahen Osten ausgelöst.
Tajani schließt Ausweitung von Aspides über das bisherige Mandat hinaus aus Tajani bestätigte, dass die Missionen Atalanta und Aspides innerhalb ihrer bestehenden Mandate bleiben würden. Eine Ausweitung von Aspides auf die Straße von Hormus schloss er aus. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ANSA äußerte er ausdrücklich Zweifel an einem solchen Schritt. Die italienische Position steht damit für einen vorsichtigen Kurs: Bestehende Verpflichtungen sollen beibehalten werden, zugleich widersetzt sich Rom dem Druck, den Rahmen europäischer Marineoperationen auszuweiten. Tajani sagte dem Fernsehsender Mediaset, Italien lasse sich nicht einschüchtern und die italienischen Missionen würden trotz der Angriffe fortgesetzt. Die Haltung der italienischen Regierung unterstreicht den Willen, ihre Position an den Stützpunkten der Anti-IS-Koalition zu halten, obwohl sich die Sicherheitslage in der Region verschlechtert. Ob Italien diese Position über institutionelle Kanäle bereits formell an seine EU-Partner übermittelt hat, ist bislang nicht bestätigt.
EU prüft eine von den Vereinten Nationen geführte Mission nach dem Vorbild des Getreidekorridors Die EU erwägt nach einem Bericht von ANSA die Einrichtung einer von den Vereinten Nationen geführten Mission zur Sicherung der Seewege im Golf. Das Modell orientiere sich an der sogenannten Getreidekorridor-Regelung. Der Vorschlag spiegelt die Sorge wider, dass die bestehenden EU-Marineeinsätze womöglich weder über das Mandat noch über die Reichweite verfügen, um Bedrohungen in der Straße von Hormus wirksam zu begegnen. Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte laut ANSA, das Vereinigte Königreich werde seine Interessen schützen, sich aber nicht auf das einlassen, was er als umfassenden Konflikt bezeichnet habe. Deutschland teilte mit, es warte auf Signale aus den Vereinigten Staaten für eine diplomatische Lösung im Golf. Damit machte Berlin deutlich, nicht im Alleingang handeln zu wollen. Die Niederlande warnten, die Lage in der Straße von Hormus lasse sich nicht rasch lösen, selbst wenn die NATO Schiffe in das Gebiet entsenden sollte. Zusammengenommen deuten diese Stellungnahmen darauf hin, dass europäische Regierungen multilaterale und diplomatisch abgestützte Antworten einer einseitigen militärischen Verschärfung vorziehen.
Die Straße von Hormus ist ein zentraler Engpass für die weltweite Energieversorgung. Spannungen im weiteren Golfraum haben westliche Streitkräfte deshalb immer wieder zu schützenden Marineeinsätzen veranlasst. Die Anti-IS-Koalition, an der sich Italien beteiligt, unterhält seit der Verschärfung des Kampfes gegen den sogenannten Islamischen Staat Mitte der 2010er Jahre Stützpunkte im Irak und in der weiteren Region. Das von EU-Vertretern erwähnte Modell des Getreidekorridors war eine unter Vermittlung der Vereinten Nationen zustande gekommene Regelung, die ukrainische Getreideexporte während des Krieges in der Ukraine durch umkämpfte Gewässer ermöglichte. Angriffe auf westliche Militäranlagen in der Region, darunter die im März 2026 gemeldeten Vorfälle in Kuwait und Erbil, haben die Debatte über den Schutz der Truppen und über die Mandate der Koalitionseinsätze erneut belebt.
Angriffe in Kuwait und Erbil verstärken die Sorge um den Schutz der eingesetzten Kräfte Der Angriff auf den Stützpunkt Ali Al Salem in Kuwait führte nach Angaben von ANSA zur Zerstörung einer italienischen Drohne. Bei dem Vorfall in Kuwait wurde kein italienisches Personal verletzt. Auch bei dem gesonderten Angriff in Erbil wurden nach Websuchergebnissen unter Berufung auf ANSA keine Verletzten gemeldet. Dieselben Websuchergebnisse deuten zudem darauf hin, dass es im selben Zeitraum auch Angriffe in Abu Dhabi und Dubai gab. In den zugrunde liegenden Artikeln finden sich dazu jedoch keine bestätigten Angaben über Opfer oder Schäden an diesen Orten. Die Abfolge der Vorfälle in mehreren Ländern weist auf den Versuch hin, westliche Militärpräsenz in der Region unter Druck zu setzen. In den verfügbaren Quellen wird allerdings keine Gruppe formell als verantwortlich benannt. Italiens Reaktion, wie sie Tajani formulierte, versteht die fortgesetzte Präsenz als Frage der Glaubwürdigkeit und der Verlässlichkeit, nicht als Schritt zu einer Ausweitung des Konflikts. Nach den vorliegenden Berichten hat die italienische Regierung weder eine Änderung der Truppenstärke noch eine Anpassung der operativen Ausrichtung an den betroffenen Stützpunkten angekündigt.