Irans Fußballverbandspräsident Mehdi Taj hat angekündigt, dass das Land bei der WM 2026 keine Partien in den Vereinigten Staaten bestreiten werde. Vom Turnier selbst wolle sich Iran jedoch nicht zurückziehen. Zugleich laufen Gespräche mit der FIFA über eine Verlegung der Gruppenspiele nach Mexiko, während sich die politische Krise im Iran weiter zuspitzt.
Iran boykottiert WM-Partien in den USA
Verbandspräsident Mehdi Taj kündigte an, Iran werde keine Spiele auf US-Boden bestreiten, wolle sich aber nicht von der Weltmeisterschaft 2026 zurückziehen.
Gespräche über Verlegung nach Mexiko
Iran verhandelt mit der FIFA über eine Austragung der Gruppenspiele in Mexiko. Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte die Bereitschaft ihres Landes.
Politische Krise prägt die Entscheidung
Die Ankündigung erfolgte nach der Militärkampagne der USA und Israels gegen Iran sowie nach der Tötung Ali Larijanis am 17. März 2026.
FIFA hat noch nicht entschieden
Der Weltverband hat bislang öffentlich nicht bestätigt, ob eine Verlegung iranischer Gruppenspiele in ein anderes Gastgeberland genehmigt wird.
EU kritisiert Hinrichtung im Iran
Die Europäische Union verurteilte die Hinrichtung eines schwedischen Staatsbürgers im Iran und sprach von „brutaler Gewalt“.
Irans Fußballverbandspräsident Mehdi Taj hat angekündigt, dass das Land Spiele, die bei der Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten angesetzt sind, boykottieren werde. An der Vorbereitung auf das Turnier halte Iran jedoch fest und wolle sich nicht von der Weltmeisterschaft zurückziehen. Taj äußerte sich in einem Video, das von der Nachrichtenagentur Fars verbreitet wurde. Darin erklärte er: „Wir werden die Vereinigten Staaten boykottieren, aber nicht die Weltmeisterschaft.” — Mehdi Taj via The Guardian Die Ankündigung erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem Iran nach einem alternativen Austragungsort für seine Gruppenspiele sucht und Gespräche mit der FIFA über eine Verlegung dieser Begegnungen nach Mexiko aufgenommen hat, einem der beiden weiteren Co-Gastgeber des Turniers. Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit der Militärkampagne der USA und Israels gegen Iran, die Ende Februar 2026 begann, und verweist auf den weitergehenden politischen Bruch zwischen Teheran und Washington.
Mexiko signalisiert Bereitschaft als Austragungsort Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum sagte, Mexiko sei bereit, Irans Vorrundenspiele auszurichten, falls die FIFA einer Verlegung zustimmen sollte. Das Angebot eröffnet einen möglichen Weg, auf dem Iran im Wettbewerb bleiben könnte, ohne dass Spieler oder Funktionäre amerikanischen Boden betreten müssten. Irans Gruppenspiele waren ursprünglich in den Vereinigten Staaten angesetzt, die gemeinsam mit Kanada und Mexiko Hauptgastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 sind. Die FIFA hat bislang öffentlich nicht bestätigt, ob sie dem Antrag entsprechen wird. Nach Darstellung Tajs setzt der Verband seine Vorbereitungen fort und beabsichtigt, am Turnier teilzunehmen. Die Verlegung der Spiele ist demnach die zentrale Bedingung für eine Teilnahme Irans.
Attentat auf Larijani verschärft Irans politische Krise Der Streit um die Austragungsorte im Fußball fällt in eine Phase erheblicher politischer Turbulenzen im Iran nach der Tötung Ali Larijanis bei einem israelischen Luftangriff am 17. März 2026. Larijani war Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats und wurde zum Zeitpunkt seines Todes als faktischer Führer Irans beschrieben. Er kam zwei Tage vor der Ankündigung des Fußballverbands ums Leben. Die iranischen Behörden drohten anschließend mit Vergeltung gegen Israel. Zugleich organisiert das Land die Ernennung Mojtaba Khameneis zum Obersten Führer nach dem Tod seines Vaters Ali Khamenei bei den ersten US-israelischen Angriffen am 28. Februar 2026 und ordnet seine Führungsstruktur unter anhaltendem militärischem Druck neu. Das Zusammentreffen von militärischem Konflikt, Machtwechsel an der Staatsspitze und diplomatischer Isolation hat iranische Institutionen, darunter auch die Sportverbände, in eine Lage gebracht, für die es nach dieser Darstellung kein Vorbild gibt.
Iran hat eine lange Geschichte politischer Spannungen, die sich auf seine Teilnahme am internationalen Fußball auswirken. Das Land hat sich für die Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert und hatte sich vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten auf das Turnier vorbereitet. Die Ausgabe 2026 ist die erste mit 48 Mannschaften und wird in drei Staaten ausgetragen, was der FIFA einen logistischen Spielraum verschafft, den frühere Turniere mit nur einem Gastgeber nicht boten. Irans Fußballverband FFIRI ist seit 1948 Mitglied der FIFA und gehört dem Asiatischen Fußballverband an.
EU verurteilt Hinrichtung eines schwedischen Staatsbürgers im Iran Unabhängig davon hat die Europäische Union die Hinrichtung eines schwedischen Staatsbürgers im Iran verurteilt und die Tötung als „brutale Gewalt“ bezeichnet. Die Verurteilung verschärft die diplomatischen Spannungen zwischen Iran und westlichen Staaten zusätzlich, zu einem Zeitpunkt, an dem Teheran bereits unter militärischem Angriff und internationaler Isolation steht. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Fall wegen der EU-Mitgliedschaft Schwedens, wodurch die Angelegenheit für den Staatenverbund unmittelbare Bedeutung erhielt. In der Erklärung der EU wurden weder die Identität des Hingerichteten noch die Anklagepunkte genannt, auf deren Grundlage das Urteil vollstreckt wurde. Das berichtete ANSA. Der Vorgang zeigt, auf wie vielen Ebenen die iranische Führung derzeit gleichzeitig internationaler Kritik ausgesetzt ist: von der militärischen Konfrontation mit den Vereinigten Staaten und Israel bis zu Menschenrechtsvorwürfen europäischer Institutionen.
Mentioned People
- Mehdi Taj — prezes Federacji Piłkarskiej Islamskiej Republiki Iranu, FFIRI, od sierpnia 2022 roku
- Ali Larijani — sekretarz Najwyższej Rady Bezpieczeństwa Narodowego od 2025 roku do zabójstwa w 2026 roku
- Claudia Sheinbaum — prezydent Meksyku