Der Konflikt im Nahen Osten unter Beteiligung Irans weitet sich nach Berichten von Reuters, dem Wall Street Journal und ANSA zu einer umfassenden Energie- und Lieferkettenkrise aus. US-Ölmanager von Exxon und Chevron warnten Präsident Donald Trump und dessen Regierung vor einer weiteren Zuspitzung. Betroffen sind inzwischen nicht nur Ölmärkte, sondern auch Industrieproduktion, Luftfracht und die Versorgung mit Krebsmedikamenten.
Exxon und Chevron warnen die US-Regierung
Nach einem Bericht des Wall Street Journal, auf den sich ANSA berief, warnten Manager von Exxon und Chevron Präsident Donald Trump sowie führende Regierungsmitglieder vor einer weiteren Verschärfung der Lage.
Straße von Hormus belastet Industrie und Ölmärkte
Störungen in der Straße von Hormus zwangen Aluminium Bahrain dazu, 19 Prozent seiner Kapazität stillzulegen. Auch Angriffe auf das Terminal Fujairah und der Pipelinekonflikt im Irak verschärfen die Versorgungslage.
Auch Medikamente und Luftfracht betroffen
Umgeleitete Frachtflüge gefährden laut Reuters die Versorgung mit Krebsmedikamenten. Zusätzlich erhöhen Angriffe auf Beirut, Teheran und die Umgebung des Flughafens Dubai den Druck auf die Verkehrsnetze.
Washington hat nur noch begrenzte Mittel
Reuters zufolge gehen den USA die Instrumente aus, um den Ölschock wirtschaftlich abzufedern. Analysten sehen Iran als entscheidenden Akteur für eine mögliche Stabilisierung der Energiemärkte.
Der Nahostkonflikt unter Beteiligung Irans hat eine sich ausweitende globale Energie- und Lieferkettenkrise ausgelöst. Führende US-Manager der Ölkonzerne Exxon und Chevron warnten Präsident Donald Trump und dessen Regierung, dass sich die Lage nach ihrer Einschätzung weiter verschärfen dürfte. Das berichtete das Wall Street Journal, auf das sich ANSA berief. Die Warnungen richteten sich an hochrangige Regierungsvertreter, darunter Energieminister Chris Wright und Innenminister Doug Burgum. Zugleich meldete Reuters, dass den Vereinigten Staaten die verfügbaren Mittel rasch ausgingen, um den durch den Krieg ausgelösten Ölschock abzufedern. Irans Revolutionsgarden drohten damit, sämtliche Öllieferungen aus dem Nahen Osten in die Vereinigten Staaten und deren Verbündete zu unterbinden. Ein Sprecher erklärte laut Reuters, Teheran werde nicht zulassen, dass „ein Liter“ Öl aus der Region Washington oder dessen Partner erreiche.
Aluminiumwerk in Bahrain drosselt Produktion wegen Störungen an Hormus Störungen in der Straße von Hormus haben Bahrains Aluminium Bahrain, bekannt als Alba, gezwungen, 19 (%) — Anteil der stillgelegten Alba-Aluminiumkapazität seiner Produktionskapazität stillzulegen. Das meldete Reuters am 15. März. Die Drosselung zeigt, dass die Auswirkungen des Konflikts weit über den Ölsektor hinausreichen und industrielle Lieferketten in der gesamten Region erfassen. Unabhängig davon verließ nach Reuters ein indisches Schiff das Terminal Fujairah der Vereinigten Arabischen Emirate, nachdem die Anlage angegriffen worden war. Auch die irakische Zentralregierung teilte mit, dass die kurdischen Behörden keine Ölexporte über ihre Pipeline zuließen. Damit verschärft sich die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter. Reuters berichtete zudem, Iran halte den Schlüssel für eine Wiederöffnung der globalen Energiemärkte in der Hand, setze den Ölschock derzeit jedoch als strategisches Instrument ein, statt auf eine rasche Entspannung hinzuarbeiten.
Versorgung mit Krebsmedikamenten gerät durch Umleitungen im Luftverkehr unter Druck Der Konflikt hat nach einem Reuters-Bericht vom 16. März inzwischen auch den Pharmasektor erfasst. Betroffen sind Luftfrachtrouten, über die lebenswichtige Medikamente transportiert werden. Die Umleitung von Frachtflügen aus dem Luftraum über dem Nahen Osten heraus birgt Risiken für die Versorgung mit Krebsmedikamenten, die häufig schnell und unter kontrollierten Temperaturbedingungen geliefert werden müssen. Damit erhält die Krise zusätzlich eine humanitäre Dimension, die bisher vor allem unter Energie- und Wirtschaftsaspekten betrachtet worden war. Aus Web-Suchergebnissen geht hervor, dass Israel neue Angriffe auf Beirut und Teheran geflogen habe und der Flughafen von Dubai Flüge ausgesetzt habe, nachdem eine iranische Drohne einen nahegelegenen Treibstofftank getroffen habe. Das erhöhe den logistischen Druck auf die Verkehrsnetze der Region zusätzlich. Die Kombination aus blockierten Seewegen, angegriffenen Hafenanlagen und gestörten Luftkorridoren löst gleichzeitig Belastungen in mehreren Lieferketten aus.
Washington gehen mit wachsendem Druck die Handlungsmöglichkeiten aus Die Straße von Hormus ist seit langem ein zentraler Punkt der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Teheran hat in Phasen verschärfter Konfrontation bereits früher damit gedroht, die Wasserstraße zu schließen. Die Vereinigten Staaten unterhalten seit Jahrzehnten eine Marinepräsenz im Persischen Golf, um die Freiheit der Schifffahrt zu sichern. Die Revolutionsgarden haben die Drohung einer Sperrung der Straße von Hormus wiederholt als strategisches Druckmittel in Verhandlungen über das iranische Atomprogramm und über Sanktionserleichterungen eingesetzt. Reuters berichtete am 16. März, den Vereinigten Staaten gingen rasch die Mittel aus, um die Folgen des durch den Krieg mit Iran verursachten Ölschocks für die amerikanische und die globale Wirtschaft abzumildern. Die Warnungen von Managern von Exxon und Chevron, über die das Wall Street Journal berichtete und auf die sich ANSA bezog, deuten darauf hin, dass die Privatwirtschaft kurzfristig nicht mit einer Lösung rechnet. Hinzu kommt der Streit um die Pipeline im Irak zwischen der Zentralregierung in Bagdad und den kurdischen Behörden, der eine weitere Störung des Angebots verursacht und auf den Washington nur begrenzten direkten Einfluss hat. Das Zusammentreffen mehrerer Risiken – blockierte Meerengen, angegriffene Terminals, Pipelinekonflikte und Engpässe bei Arzneimitteln – stellt die Regierung Trump damit an mehreren Fronten zugleich vor eine Krise, während ihre energiepolitischen Instrumente zunehmend ausgeschöpft erscheinen. Analysten von Reuters verwiesen darauf, dass Iran der zentrale Akteur bleibe, dessen Entscheidungen darüber bestimmten, ob sich die globalen Energiemärkte stabilisieren könnten. Teheran habe derzeit jedoch strategische Anreize, den Druck aufrechtzuerhalten, statt ihn zu verringern.