Nach 35 Jahren in den Vereinigten Staaten werden die satirischen Ig-Nobelpreise in Zürich verliehen. Die Organisatoren verweisen auf Sicherheitsbedenken und die restriktive Visapolitik der Regierung von Donald Trump.
Historische Verlegung
Die Zeremonie verlässt erstmals in ihrer 35-jährigen Geschichte die USA und zieht nach Zürich in der Schweiz um.
Einfluss der Politik Donald Trumps
Marc Abrahams nannte Visaprobleme und die sich verschlechternde politische Atmosphäre als Hauptgründe für den Ortswechsel.
Sicherheit der Wissenschaftler
Die Organisatoren sahen die USA als gefährlichen Ort für ausländische Gäste an und wählten daher die neutrale Schweiz.
Die Verleihungszeremonie der Ig-Nobelpreise, des satirischen Gegenstücks zu den Nobelpreisen, wird erstmals in ihrer 35-jährigen Geschichte von den Vereinigten Staaten nach Zürich in der Schweiz verlegt. Die Entscheidung zur Verlagerung der für September 2026 geplanten Veranstaltung fiel als Reaktion auf das sich wandelnde politische Klima in den USA unter der Regierung von Donald Trump. Marc Abrahams, der Gründer und Organisator des renommierten Ereignisses, nannte zunehmende Visaprobleme und Sicherheitsbedenken für ausländische Gäste als Hauptgründe für die Abkehr von Amerika. Ig-Nobelpreise waren jahrzehntelang untrennbar mit der Harvard University verbunden, doch die aktuelle Situation hat die Organisatoren gezwungen, einen sichereren Hafen in Europa zu suchen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1991 fand die Verleihungszeremonie der Ig-Nobelpreise fast ausschließlich auf dem Campus der Harvard University in Cambridge im Bundesstaat Massachusetts statt. Eine Ausnahme waren die Pandemiejahre, als die Veranstaltung in den virtuellen Raum verlegt wurde, aber die physische Gala hatte zuvor nie die Grenzen der Vereinigten Staaten verlassen. Die Preise erlangten weltweite Bekanntheit durch die Förderung unkonventioneller Forschungen, wie die Analyse des Einflusses von Country-Musik auf Selbstmorde oder die Untersuchung der Levitation von Fröschen in Magnetfeldern.
Das Hauptmotiv für den radikalen Ortswechsel ist die Überzeugung der Organisatoren, dass die Vereinigten Staaten aufgehört haben, ein gastfreundlicher Ort für die internationale Wissenschaftsgemeinschaft zu sein. Marc Abrahams ließ in seinen Äußerungen gegenüber den Medien seine Enttäuschung über die aktuelle Regierung durchblicken und behauptete, der Prozess der Visabeschaffung sei für viele eingeladene Forscher unberechenbar und demütigend geworden. Laut dem Preisgründer äußerten viele potenzielle Preisträger und Gäste aus dem Ausland reale Ängste vor einer Reise in die USA, was den Ablauf der Gala hätte lähmen können. Zürich wurde als Stadt mit hohem Sicherheitsstandard, Neutralität und exzellenter wissenschaftlicher Infrastruktur ausgewählt, um den Prestige-Charakter der Veranstaltung zu gewährleisten. „In the last year, visiting the US has become unsafe for international guests. We wanted to do it in a more pleasant place for everyone” (Im letzten Jahr ist ein Besuch in den USA für internationale Gäste unsicher geworden. Wir wollten es an einem angenehmeren Ort für alle machen) — Marc Abrahams via Gizmodo
Der Umzug in die Schweiz bedeutet das Ende einer Ära für die amerikanische akademische Gemeinschaft, die bisher Gastgeber dieses einzigartigen Wissenschaftsfestes war. Die Entscheidung wird in den Medien weithin als Warnsignal für die wissenschaftliche Isolation der Vereinigten Staaten unter dem Einfluss einer restriktiven Einwanderungspolitik kommentiert. Die Organisatoren betonen, dass es vorrangig sei, allen Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, ohne Angst vor Festnahmen an der Grenze oder Einreiseverweigerungen frei anreisen zu können. Zürich bereitet sich darauf vor, Hunderte von Wissenschaftlern zu empfangen, die im September 2026 ihre skurrilen Entdeckungen im Herzen Europas präsentieren werden. 35 (Jahre) — dauerte die Tradition, die Zeremonie ausschließlich in den USA abzuhalten Geschichte der Verlegung der Ig-Nobelpreise: 1991 — Preisgründung; 10. März 2026 — Entscheidungsbekanntgabe; September 2026 — Gala in Zürich
Mentioned People
- Marc Abrahams — Gründer der Ig-Nobelpreise und Chefredakteur der Annals of Improbable Research
- Donald Trump — Präsident der USA, dessen Politik die Entscheidung zur Verlegung der Zeremonie beeinflusste