Am 16. März 2026 dauert der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran den 17. Tag an. Die faktische Schließung der Straße von Hormus durch Iran belastet Energie- und Lieferkettenmärkte weltweit. Zugleich prüft US-Präsident Donald Trump nach Berichten weitreichende Gegenmaßnahmen, während die EU eine Ausweitung ihres Marineeinsatzes nicht anstrebt.
Irans Sperre der Straße von Hormus wirkt global
Die faktische Schließung der Meerenge am 17. Tag des Konflikts belastet Energiepreise und Lieferketten weltweit.
Washington prüft weitreichende Gegenmaßnahmen
Donald Trump erwägt laut Reuters unter Berufung auf Axios eine „Hormuz-Koalition“ und auch ein Vorgehen gegen Kharg Island.
Blockade wird nicht gegenüber allen Staaten gleich umgesetzt
Indische und türkische Schiffe durften nach Berichten unter Abstimmung mit iranischen Stellen die Meerenge passieren.
Medikamentenversorgung gerät zusätzlich unter Druck
Betroffene Luftwege im Nahen Osten stören laut Reuters pharmazeutische Lieferketten, darunter bei Krebsmedikamenten.
EU plant keine Ausweitung ihres Marineeinsatzes
Kaja Kallas deutete an, dass die Europäische Union ihre bestehende Mission nicht auf die Straße von Hormus ausdehnen will.
Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran hat am 16. März 2026 seinen 17. Tag erreicht. Im Zentrum steht Irans faktische Schließung der Straße von Hormus, die nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur ANSA erhebliche Auswirkungen auf die weltweiten Energie- und Lieferkettenmärkte hat. Internationale Aufmerksamkeit erregte dabei die seltene Sichtung eines nichtiranischen Tankers, der die Meerenge mit eingeschaltetem Transponder passierte.
Die Blockade hat US-Präsident Donald Trump nach einem von Reuters zitierten Bericht von Axios dazu veranlasst, einschneidende Gegenmaßnahmen zu prüfen. Dazu gehören demnach die Bildung einer sogenannten „Hormuz-Koalition“ sowie die mögliche militärische Einnahme von Irans Öldrehkreuz Kharg Island. Die Sorge vor einer weiteren Zuspitzung der globalen Energiekrise hat zugenommen, nachdem US-Ölunternehmen das Weiße Haus gewarnt hatten, die Lage könne sich weiter verschlechtern. Gleichzeitig signalisierte die Europäische Union, dass sie nicht beabsichtige, ihre Marinepräsenz bis zur Straße von Hormus auszuweiten. Die Revolutionsgarden Irans erklärten die Durchfahrt durch die Straße von Hormus für ausländische Schiffe bereits am 28. Februar 2026 für „nicht erlaubt“, wie ein Vertreter einer EU-Marinemission nach Angaben von Reuters sagte. Am 12. März 2026 teilte das iranische Außenministerium laut Reuters mit, Schiffe müssten ihre Passage durch die Meerenge mit der iranischen Marine abstimmen. Der aktuelle Konflikt, der nun seit 17 Tagen andauert, umfasst nach Reuters und Web-Suchergebnissen vom 16. März 2026 Angriffe der USA und Israels auf die iranische Hauptstadt; zudem ist im Rahmen der breiteren Eskalation auch eine israelische Artillerieeinheit aktiv.
Iran lässt indische und türkische Schiffe selektiv passieren Iran setzt seine Blockade in der Straße von Hormus nach einem Bericht von Kathimerini nicht einheitlich durch. Schiffe aus einzelnen Staaten dürfen demnach unter bestimmten Bedingungen passieren. Indische Vertreter bestätigten laut Reuters, dass Iran kürzlich zwei indischen Flüssiggas-Tankern die Durchfahrt erlaubt habe, nachdem diese sich mit iranischen Marinebehörden abgestimmt hatten. Auch türkische Schiffe durften Kathimerini zufolge unter vergleichbaren Regelungen passieren.
Dass während der laufenden Blockade ein nichtiranischer Tanker mit eingeschaltetem Ortungssystem die Meerenge durchfuhr, bezeichnete ANSA als seltenen Vorgang. Die selektive Durchsetzung der Sperre erschwert die internationale Reaktion. Denn einige Staaten behalten damit einen funktionsfähigen, wenn auch eingeschränkten Seezugang, während andere mit einem vollständigen Embargo für ihre Schifffahrt konfrontiert sind.
Trump prüft Einnahme von Kharg Island angesichts steigenden Öldrucks Trump erwägt Reuters zufolge unter Berufung auf Axios die Bildung einer multilateralen „Hormuz-Koalition“, um die iranische Blockade zu durchbrechen. Zudem habe er die mögliche Einnahme von Kharg Island erörtert, des wichtigsten iranischen Exportknotens für Rohöl. Die Insel liegt etwa 25 Kilometer vor der iranischen Küste und wickelt den größten Teil der iranischen Ölexportkapazität ab. Damit ist sie ein zentrales Ziel jeder Strategie, die Energieflüsse auf den Weltmärkten wiederherstellen soll.
Unabhängig davon haben US-Ölunternehmen Trump nach einem Bericht des Wall Street Journal, auf den sich ANSA bezieht, gewarnt, die durch den Konflikt ausgelöste Energiekrise könne sich weiter verschärfen. Reuters berichtete am 16. März, dass den Vereinigten Staaten die verfügbaren Instrumente rasch ausgingen, um den durch den Krieg mit Iran ausgelösten Ölpreisschock abzufedern. Das Zusammenwirken von physischer Blockade, diplomatischer Handlungsunfähigkeit und weitgehend ausgeschöpften politischen Puffermechanismen erhöht den Druck auf Washington, entweder weiter zu eskalieren oder in Verhandlungen einzutreten.
Lieferketten für Medikamente geraten durch gesperrte Luftwege unter Druck Über die Energiemärkte hinaus beeinträchtigt der Krieg inzwischen auch die weltweiten pharmazeutischen Lieferketten. Nach Angaben von Reuters sind Luftverbindungen durch den Nahen Osten infolge des Konflikts betroffen. Das berge insbesondere Risiken für die Versorgung mit wichtigen Medikamenten, darunter Krebsarzneimittel, berichtete Reuters.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas machte nach Berichten, die in der am 17. Kriegstag veröffentlichten Zusammenfassung von Sud Ouest zitiert wurden, deutlich, dass die Europäische Union keine Bereitschaft erkenne lasse, ihre bestehende Marinemission auf die Straße von Hormus auszudehnen. Sud Ouest beschrieb zudem den Libanon als zunehmend von dem regionalen Konflikt in die Enge getrieben, während die Golfstaaten bei anhaltender Blockade wirtschaftlich stark unter Druck geraten. Die Kombination aus Störungen auf den Energiemärkten, Engpässen bei Medikamenten und zunehmender regionaler Destabilisierung macht den 17. Kriegstag zu einem Wendepunkt der globalen wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts.