Nach 156 Jahren Betrieb hat die Gesellschafterversammlung der Mailänder Verlags- und Buchhandelsfirma Hoepli die Entscheidung zur Liquidation des Unternehmens getroffen. Die kultige Buchhandlung, ein Symbol der Lombardei, beendet ihre Tätigkeit aufgrund finanzieller Verluste und interner Konflikte.

Entscheidung zur Liquidation

Am 10. März 2026 stellte die Gesellschafterversammlung die Gesellschaft formell in den Liquidationszustand nach 156 Jahren Bestehen.

Gründe für den Niedergang

Hauptursachen sind zunehmende finanzielle Verluste und mangelnde Einigung zwischen den Anteilseignern über die Zukunft des Unternehmens.

Proteste der Mitarbeiter

Die in der Buchhandlung Beschäftigten organisierten einen Streik unter dem Motto 'Kultur ist nicht käuflich' und fürchten um das Schicksal von 100 Arbeitsplätzen.

Appell des Bürgermeisters

Giuseppe Sala rief die Eigentümer zu Verantwortung auf und bezeichnete Hoepli als kulturelles Erbe Mailands.

Die Gesellschafterversammlung des berühmten Mailänder Verlags und der Buchhandlung Hoepli hat am Dienstag, dem 10. März 2026, die endgültige Entscheidung getroffen, das gesamte Unternehmen in den formellen Liquidationszustand zu versetzen. Dieser Schritt markiert ein dramatisches Ende der Tätigkeit einer Institution, die seit über anderthalb Jahrhunderten ein fester Bestandteil der literarischen Landschaft Norditaliens war. Der unmittelbare Grund für diese drastische Maßnahme waren zunehmende finanzielle Probleme, die zu schweren Verlusten in der Unternehmensbilanz führten. Die Situation wurde durch tiefe und unüberbrückbare interne Spaltungen unter den Anteilseignern selbst weiter erschwert, was letztendlich die Möglichkeit blockierte, einen wirksamen Rettungsplan auszuarbeiten. Das Unternehmen, das die Funktionen eines prestigeträchtigen Verlags mit dem Betrieb einer der größten Buchhandlungen verband, überstand die wachsende Managementkrise nicht. Die Entscheidung zur Liquidation beendet eine Ära in der Geschichte des italienischen Buchmarkts und löst große Betroffenheit unter Lesern und Bewohnern der Hauptstadt der Lombardei aus.

Die Nachricht über die geplante Schließung löste eine sofortige und äußerst emotionale Reaktion des beschäftigten Personals aus, das einen spontanen Protest organisierte. Die Mitarbeiter des Unternehmens riefen als Reaktion auf diese dramatischen Nachrichten am 10. März zum Streik auf und versammelten sich in großer Zahl vor dem Hauptsitz des Unternehmens im Zentrum Mailands. Das Hauptmotiv der Demonstranten, skandiert während der Mahnwache und auf Transparenten geschrieben, waren die italienischen Worte 'la cultura non si svende', was bedeutet, dass Kultur absolut keine Ware zum Verkauf ist. Die vor dem Gebäude versammelten Buchhändler und Redakteure forderten die sofortige Aufnahme von Gesprächen zum Schutz der Arbeitsplätze und zur Wahrung der Kontinuität dieser verdienstvollen Einrichtung. Die Streikenden betonten deutlich, dass das von Generationen aufgebaute intellektuelle und soziale Erbe nicht allein aufgrund kurzsichtiger finanzieller Kalkulationen und persönlicher Konflikte im Vorstand zerstört werden dürfe.

Die Situation um das zusammenbrechende Unternehmen zog blitzschnell die Aufmerksamkeit der höchsten Kommunalbehörden, einschließlich des Mailänder Bürgermeisters Giuseppe Sala, auf sich. Der Stadtoberhaupt äußerte sich in der öffentlichen Debatte und bezeichnete die bedrohte Institution eindeutig als unschätzbares Erbe der gesamten Metropole. „Libreria Hoepli patrimonio di Milano, ci sia responsabilità” (Die Buchhandlung Hoepli ist ein Erbe Mailands, es muss Verantwortung geben) — Giuseppe Sala via ANSA Der Politiker appellierte an alle beteiligten Seiten, maximale Verantwortung zu zeigen, die helfen könnte, die Einrichtung vor dem vollständigen Verschwinden von der Stadtkarte zu bewahren. Das Unternehmen wurde 1870 gegründet und übte während seiner genau 156-jährigen ununterbrochenen Tätigkeit einen enormen Einfluss auf die Entwicklung der italienischen Wissenschaft, Technik und Literatur aus. Als Verlag spezialisierte es sich auf die Publikation verschiedenster Materialien, während seine Flaggschiff-Buchhandlung in Mailand als einer der wichtigsten Orte dieser Art galt. Der Untergang eines so historischen Akteurs wäre ein unersetzlicher Verlust für die kulturelle Identität der gesamten Region.

Angesichts dieser beispiellosen Ereignisse ist derzeit noch nicht klar, wie genau der komplizierte Liquidationsprozess verlaufen wird oder welches Schicksal letztlich die riesigen Buchbestände des Verlags ereilt. Die Gesellschafterversammlung leitete mit ihrem Beschluss am Dienstag die formalen rechtlichen Verfahren ein, die unweigerlich zur Einstellung jeglicher operativer Aktivität dieses verdienstvollen Unternehmens führen. 156 (lat) — ununterbrochene Geschichte des Verlags- und Buchhandelsbetriebs Die Beendigung der Tätigkeit nach über anderthalb Jahrhunderten Existenz stellt eine brutale Konfrontation der langjährigen Tradition mit den schonungslosen Realitäten des modernen Marktes und dem Fehlen einer Einigung auf höchster Eigentümerebene dar. Die Mailänder Bürger, für die das mehrstöckige Buchhausgebäude einen festen Bezugspunkt darstellte, nehmen die Nachrichten über die ausgewiesenen Verluste in den Finanzbilanzen mit großem Unglauben auf. Die Zukunft der Mitarbeiter, die entschlossen unter dem Motto der Kulturverteidigung um den Erhalt ihrer Stellen kämpfen, ist zu diesem Zeitpunkt völlig ungewiss und hängt von den Entscheidungen der bestellten Liquidatoren ab.

Mentioned People

  • Ulrico Hoepli — Gründer des Verlags im Jahr 1870
  • Giuseppe Sala — Bürgermeister von Mailand, der zur Rettung der Einrichtung aufruft