Der Sejm hat eine Novelle des Gesetzes über den Landwirtschaftsschutzfonds verabschiedet, die die Entschädigungsgrenze auf das Sechsfache auf 300.000 Euro anhebt. Dennoch bleibt die Stimmung auf dem Land angespannt – Landwirte schlagen Alarm wegen fehlender Rentabilität der Produktion und kündigen weitere Proteste an.

Höhere Entschädigungen

Die Entschädigungsgrenze aus dem Landwirtschaftsschutzfonds für Erzeugergemeinschaften ist auf 300.000 Euro gestiegen.

Bauernproteste

Aktivisten der NSZZ RI „Solidarność“ und der Podkarpacka Oszukana Wieś blockieren Straßen wegen niedriger Aufkaufpreise.

Anstieg der KRUS-Beiträge

Ab dem 1. April 2026 steigt der Krankenversicherungsbeitrag für ausgewählte Landwirtengruppen auf 277 Złoty monatlich.

Konzept der lokalen Regalfläche

Das Landwirtschaftsministerium arbeitet an einer Lösung zur Förderung lokaler Produkte in Supermärkten.

Der Sejm verabschiedete am 13. März 2026 eine Novelle des Gesetzes über den Landwirtschaftsschutzfonds, die die Entschädigungsgrenze für Gruppen landwirtschaftlicher Erzeuger auf 300.000 Euro versechsfacht. Die neuen Vorschriften zielen darauf ab, den finanziellen Schutz der Landwirte bei Zahlungsunfähigkeit von aufkaufenden Unternehmen zu stärken. Die Entscheidung fiel angesichts einer sich verschärfenden Wirtschaftskrise auf dem Land, wo die Erzeuger mit einem drastischen Rückgang der Aufkaufpreise bei gleichzeitigem Anstieg der Energie- und Düngemittelkosten zu kämpfen haben. Der Landwirtschaftsschutzfonds ist ein Schlüsselinstrument zur Stabilisierung der Einkommen in einem Sektor, der von großer Marktvolatilität betroffen ist. Der Landwirtschaftsschutzfonds wurde eingerichtet, um Landwirte vor Verlusten aufgrund von Insolvenzen aufkaufender Unternehmen zu schützen. Die bisherigen Fördergrenzen wurden von Branchenverbänden als unzureichend angesichts der Marktkonsolidierung und der zunehmenden Betriebsgröße von Erzeugergemeinschaften kritisiert. Die Reform vom März 2026 ist eine Antwort auf die Forderungen der landwirtschaftlichen Kreise, die seit Jahren einen echten Schutz für Handelsgeschäfte mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen verlangen.

Parallel zu den neuen Unterstützungsformen treten ab dem 1. April 2026 Vorschriften in Kraft, die die Belastungen für einen Teil der in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung Versicherten erhöhen. Der monatliche Krankenversicherungsbeitrag in der KRUS für Haushaltsmitglieder in speziellen landwirtschaftlichen Produktionszweigen und für landwirtschaftliche Hilfskräfte steigt auf 277 Złoty. Die Erhöhung um 20 Złoty wird mit der Notwendigkeit begründet, die Sätze an die Lohnindizes im Unternehmenssektor anzupassen. Die landwirtschaftlichen Kreise stehen diesen Änderungen reserviert gegenüber und verweisen auf die sich verschlechternde Liquidität der Betriebe. [{"aspekt": "Monatlicher Beitragssatz", "vor": "257 zł", "nach": "277 zł"}]

Die Lage auf dem polnischen Land bleibt angespannt, was sich in lokalen Straßenblockaden und scharfen Auftritten von Vertretern landwirtschaftlicher Organisationen manifestiert hat. Tomasz Ognisty, stellvertretender Vorsitzender der NSZZ RI Solidarność, und Roman Kondrów von der Bewegung Podkarpacka Oszukana Wieś (Betrogenes Karpatenvorland) warnen, dass viele Betriebe aufgrund der sogenannten Preisschere vor dem Bankrott stehen. Die Landwirte fordern von der Regierung die Einführung zinsgünstiger Liquiditätskredite und Produktionsbeihilfen, die die niedrigen Preise für Getreide und Gemüse ausgleichen würden. Das Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung führt Gespräche mit dem Sektor, und Staatssekretärin Małgorzata Gromadzka kündigte die Umsetzung des Konzepts einer lokalen Regalfläche an, die regionale Produkte in Handelsketten fördern soll. „Chcemy, aby polskie warzywa miały pierwszeństwo na sklepowych półkach poprzez mechanizmy wspierające lokalnych dostawców” — Małgorzata Gromadzka via sadyogrody.pl

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Mentioned People

  • Tomasz Ognisty — stellvertretender Vorsitzender der NSZZ RI „Solidarność“
  • Roman Kondrów — Aktivist der Organisation Podkarpacka Oszukana Wieś
  • Małgorzata Gromadzka — polnische Politikerin, Kommunalbeamtin, Unternehmerin und Sozialaktivistin, Abgeordnete des Sejm der X. Wahlperiode, seit 2025 Staatssekretärin im Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwickl