Griechenland wird die Stromerzeugung aus Braunkohle bis Ende 2026 endgültig beenden. Trotz der Energiekrise betrachtet die Regierung in Athen die Dekarbonisierung als unumkehrbaren Prozess und plant gleichzeitig den Eintritt in den Kreis der Atomkraft-Nationen.
Endgültiger Termin für Kohleausstieg
Alle mit Braunkohle betriebenen Kraftwerke, darunter Agios Dimitrios, werden bis Ende 2026 abgeschaltet.
Umwandlung von Ptolemaida V
Die modernste Kohleeinheit, mit einem Wert von 1,5 Mrd. Euro, wird in ein Gaskraftwerk umgewandelt.
Nukleare Ambitionen
Griechenland leitet offiziell Verfahren ein, um Kernenergie in den nationalen Energiemix aufzunehmen.
Keine strategische Reserve
Minister Theodoros Skylakakis lehnte die Möglichkeit ab, Braunkohle als Reserve für Krisenfälle vorzuhalten.
Griechenland wird den vollständigen Ausstieg aus der Braunkohle bei der Stromerzeugung bis Ende 2026 abschließen, wie die Regierung in Athen bestätigte. Die Entscheidung zur Dekarbonisierung wurde als unumkehrbar eingestuft, trotz der angespannten Energielage in der Region, die durch den Konflikt im Nahen Osten verursacht wurde. Umwelt- und Energieminister Theodoros Skylakakis schloss eine erneute Nutzung von Lignit als strategische Reserve aus. Die letzten aktiven Blöcke von mit diesem Rohstoff betriebenen Kraftwerken, darunter die Einheiten im Werk Agios Dimitrios, werden in den kommenden Monaten endgültig abgeschaltet. Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen wird auch die modernsten Anlagen betreffen, die erst vor wenigen Jahren in Betrieb genommen wurden. Die Flaggschiff-Einheit Ptolemaida V, die 2023 ihren kommerziellen Betrieb aufnahm, wird umgerüstet und künftig mit Erdgas betrieben. Medienberichten zufolge könnte die Umwandlung dieses Blocks in eine Gaseinheit Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro erfordern. Die Regierung lehnte das Konzept ab, die Kohleinfrastruktur in Betriebsbereitschaft zu halten, und setzt auf eine dauerhafte Veränderung des Energiemix des Landes. Der griechische Energiesektor stützte sich jahrzehntelang auf heimische Braunkohlevorkommen, wobei das staatliche Unternehmen Public Power Corporation (DEI) den Markt dominierte und 2009 über 85 % des Stroms lieferte. Noch vor kurzem deckte Braunkohle etwa ein Drittel der griechischen Stromerzeugung ab, doch steigende CO2-Kosten und die EU-Klimapolitik erzwangen eine Beschleunigung der Transformation. Die aktuelle Strategie sieht einen nahezu vollständigen Ersatz von Kohle durch erneuerbare Energien und Erdgas bis zum Ende dieses Jahrzehnts vor.Parallel zum Abschalten der Kohleblöcke hat Griechenland offiziell damit begonnen, sich um die Aufnahme in den Kreis der Länder zu bemühen, die Kernenergie nutzen. Die Behörden in Athen erwägen die Einführung von Atomkraft in das nationale Energiesystem, was als Eintritt in den sogenannten Nuklearclub bezeichnet wird. Minister Theodoros Skylakakis betonte, dass die aktuelle Richtung der Veränderungen endgültig sei und nicht verhandelbar. „Σβήνουν τα τελευταία φουγάρα εντός του 2026. Αδιαπραγμάτευτη η απολιγνιτοποίηση” (Die letzten Schornsteine werden bis 2026 erlöschen. Die Entkohlung ist nicht verhandelbar.) — Theodoros Skylakakis via Naftemporiki2026 (Jahr) — Termin für den vollständigen Ausstieg aus der Braunkohle in der griechischen EnergiewirtschaftZeitplan für die Dekarbonisierung Griechenlands: 2023 — Inbetriebnahme von Ptolemaida V; 12. März 2026 — Bestätigung der Strategie; Dezember 2026 — Ende der Braunkohle-ÄraUmwandlung der Einheit Ptolemaida V: Primärer Brennstoff: Braunkohle → Erdgas; Betriebsstatus: Kohlebetrieb (seit 2023) → Geplante Umrüstung auf Gas
Mentioned People
- Theodoros Skylakakis — Griechischer Politiker, Umwelt- und Energieminister im Kabinett Mitsotakis, ehemaliger Mitglied des Europäischen Parlaments.