Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat mit einem Video Berichte aus Iran zurückgewiesen, er sei getötet worden. Zeitgleich widersprachen sich Vertreter aus Washington und Teheran beim Zustand des neuen iranischen Obersten Führers Mojtaba Khamenei. Die wechselseitigen Darstellungen zeigen, wie eng militärische Auseinandersetzung und Informationskrieg inzwischen miteinander verknüpft sind.
Netanjahu veröffentlicht Video
Der israelische Ministerpräsident reagierte am 15. März 2026 mit einem Video auf aus Iran stammende Berichte über seinen angeblichen Tod.
Widerspruch über Mojtaba Khameneis Zustand
Pete Hegseth sprach von Verletzungen, Abbas Araghchi erklärte hingegen, Mojtaba Khamenei gehe es gut und er regiere Iran.
US-Geheimdienste zweifeln an Legitimität der Nachfolge
Laut wnp.pl sollen US-Geheimdienste festgestellt haben, dass Ali Khamenei gegen eine Nachfolge seines Sohnes Mojtaba gewesen sei.
Direkte Drohung der Revolutionsgarde
Die Revolutionsgarde drohte laut ANSA, Netanjahu „aufzuspüren und zu töten“, was als Verschärfung der iranischen Rhetorik gewertet wird.
Informationskrieg begleitet den militärischen Konflikt
Widersprüchliche offizielle Aussagen aus Teheran, Washington und Jerusalem unterstreichen den Kampf um Deutungshoheit.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu veröffentlichte am 15. März 2026 ein Video, um aus Iran stammenden Gerüchten entgegenzutreten, wonach er getötet worden sei. Zugleich prägten widersprüchliche Angaben zum Gesundheitszustand des neuen iranischen Obersten Führers Mojtaba Khamenei den Informationsraum zwischen Teheran, Washington und Jerusalem. Das Video erschien am selben Tag, an dem das Islamic Revolutionary Guard Corps nach Angaben von ANSA Netanjahu unmittelbar damit drohte, ihn „aufzuspüren und zu töten“. Die gegensätzlichen Darstellungen stehen für einen umfassenderen Informationskrieg neben dem militärischen Konflikt, in dem beide Seiten versuchen, Stärke zu demonstrieren und Zweifel an der Führung der Gegenseite zu säen. Netanjahus Video, das Tgcom24 als im Ton ironisch beschrieb, war eine direkte Erwiderung auf in iranischen Kreisen verbreitete Berichte über seinen Tod. Der Vorgang zeigt, wie beide Seiten die Frage nach dem politischen Überleben ihrer Führung inzwischen als Instrument psychologischer Kriegsführung nutzen.
Washington und Teheran streiten über Mojtabas Zustand US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte am 15. März 2026 laut Reuters, Irans neuer Oberster Führer Mojtaba Khamenei sei „verletzt und wahrscheinlich entstellt“. Irans Außenminister Abbas Araghchi widersprach dem unmittelbar und sagte laut ANSA, Mojtaba Khamenei gehe es gut und er regiere Iran. Die einander widersprechenden Einschätzungen hochrangiger Vertreter beider Seiten machen eine unabhängige Überprüfung des tatsächlichen Zustands des neuen iranischen Führers unmöglich. US-Präsident Donald Trump verstärkte die Unsicherheit zusätzlich und sagte laut ANSA, er wisse nicht einmal, ob Mojtaba Khamenei überhaupt noch am Leben sei. Die gegensätzlichen Äußerungen aus Washington und Teheran verdeutlichen, wie wenige verifizierte Informationen seit Mojtaba Khameneis Machtübernahme über dessen körperlichen Zustand bekannt geworden sind. Reuters berichtete über Araghchis Erklärung bereits am 14. März 2026, also einen Tag vor Hegseths öffentlicher Behauptung. Das deutet darauf hin, dass die iranische Regierung amerikanischen Angaben zum Gesundheitszustand des Obersten Führers zuvorkommen oder ihnen entgegentreten wollte.
US-Geheimdienste: Verstorbener Ajatollah war gegen die Nachfolge seines Sohnes US-Geheimdienste sollen nach Angaben von wnp.pl zu dem Ergebnis gekommen sein, dass der verstorbene Ajatollah Ali Khamenei nicht gewollt habe, dass sein Sohn Mojtaba ihm als Oberster Führer nachfolge. Mojtaba Khamenei, geboren am 8. September 1969, ist seit März 2026 der dritte Oberste Führer Irans und folgte nach dem Tod seines Vaters auf das Amt. Sollte diese Geheimdienstbewertung zutreffen, wirft sie Fragen nach der inneren Legitimität der Nachfolge und nach dem Verfahren auf, durch das Mojtaba an die Macht gelangte. Ali Khamenei hatte vor seinem Tod jahrzehntelang als Oberster Führer Irans amtiert. Mojtaba Khamenei, ein iranischer schiitischer Geistlicher, ist das zweite Kind des vorherigen Obersten Führers und übernahm die Macht in einer Phase, die Beobachter als die bislang schwerste Krise Irans beschrieben. Das Amt des Supreme Leader ist nach iranischem Recht nicht erblich; über die Nachfolge entscheidet die Expertenversammlung. Die gemeldete Einschätzung der US-Geheimdienste fügt einem ohnehin angespannten Machtwechsel in Teheran eine weitere innenpolitische Spannungsebene hinzu. Mojtaba Khamenei war laut Websuchergebnissen 56 Jahre alt, als er an die Macht kam. Er trat das Amt in einem Moment akuten militärischen und politischen Drucks auf die Islamische Republik an.
Drohung der Revolutionsgarde verschärft den Ton gegen Netanjahu Die von ANSA am 15. März 2026 gemeldete Drohung der Pasdaran, Netanjahu „aufzuspüren und zu töten“, markiert eine direkte und ausdrückliche Verschärfung der iranischen Rhetorik gegenüber dem israelischen Regierungschef. Netanjahu, der seit 2022 Ministerpräsident Israels ist und dieses Amt so lange ausübt wie kein anderer israelischer Regierungschef vor ihm, reagierte auf die Todesgerüchte nicht mit einer formellen Erklärung, sondern mit einem Video. Tgcom24 wertete diese Form der Reaktion als ironisch. Die Abfolge der Ereignisse am 15. März – die Drohung der Revolutionsgarde, Netanjahus Video, Hegseths Behauptung zu Mojtabas Verletzungen und Trumps öffentliche Zweifel daran, ob der iranische Führer überhaupt noch lebe – bündelte mehrere folgenschwere Wortmeldungen in einem einzigen Tag. Das Informationsumfeld rund um den Konflikt ist damit ebenso umkämpft wie das militärische Geschehen selbst; offizielle Erklärungen mehrerer Regierungen widersprechen sich unmittelbar. Abbas Araghchi, der seit August 2024 iranischer Außenminister ist, hat sich dabei zur wichtigsten öffentlichen Stimme entwickelt, die Kontinuität und Autorität der neuen iranischen Führung zu verteidigen sucht. Die konkurrierenden Darstellungen darüber, wer lebt, wer verletzt ist und wer tatsächlich Autorität ausübt, zeigen, in welchem Maß beide Seiten versuchen, die Wahrnehmung des Konfliktverlaufs zu beeinflussen.