Die Auswirkungen des Konflikts um Iran reichen inzwischen deutlich über den Energiesektor hinaus. In Bahrain und Indien wurde die Aluminiumproduktion teilweise gestoppt, während im Hafen von Fujairah die Ölverladung wieder anlief. Zugleich reagierte Japan mit der Freigabe nationaler Ölreserven und zusätzlichen Anfragen an Australien, um Risiken für die Energieversorgung abzufedern.

Alba nimmt Kapazität vom Netz

Aluminium Bahrain legte am 15. März 19 Prozent seiner Produktionskapazität still. Das Unternehmen verwies zwar nicht selbst ausführlich auf Gründe, die Störungen rund um die Straße von Hormus belasteten jedoch weiterhin Lieferketten und den Betrieb.

Hindalco stoppt Aluminiumprodukte

Hindalco Industries stellte laut einer von Reuters zitierten Unternehmensmitteilung die Produktion von stranggepressten Aluminiumprodukten ein und begründete dies mit dem Krieg unter Beteiligung Irans.

Fujairah startet Ölverladung neu

Im Hafen von Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde die Ölverladung am 15. März wieder aufgenommen. Das ist ein begrenztes Zeichen der Stabilisierung auf einer wichtigen Ausweichroute zur Straße von Hormus.

Japan greift zu Notfallmaßnahmen

Japan gab Öl aus nationalen Reserven frei und bat Australien um eine höhere LNG-Produktion. Damit reagierte Tokio auf mögliche länger anhaltende Störungen der Energieversorgung.

Schifffahrt bleibt nur teilweise erleichtert

Iran ließ nach Angaben eines Gesandten einige indische Schiffe durch die Straße von Hormus passieren. Eine allgemeine Wiederöffnung war damit aber nicht verbunden, und festliegende indische Seeleute wurden weiterhin vor der iranischen Küste gemeldet.

Aluminium Bahrain hat am 15. März 19 (%) — Anteil der Aluminiumkapazität von Alba, der vom Netz genommen wurde seiner Produktionskapazität stillgelegt, während Störungen in der Straße von Hormus die globalen industriellen Lieferketten weiter belasteten. Auch Hindalco Industries in Indien stellte die Produktion von stranggepressten Aluminiumprodukten ein. Das Unternehmen verwies laut einer von Reuters zitierten Mitteilung auf den Krieg unter Beteiligung Irans. Die beiden Produktionskürzungen deuten darauf hin, dass sich die industriellen Folgen des Konflikts über den unmittelbaren Energiesektor hinaus bis in nachgelagerte Bereiche der Fertigung ausweiten. Beide Unternehmen sind auf Versorgungsrouten angewiesen, die durch die betroffene Wasserstraße oder in ihrer Nähe verlaufen. Bis zum 15. März hatte keines von beiden einen Zeitplan für die vollständige Wiederaufnahme des Betriebs bekanntgegeben.

Die Ölverladung im Hafen von Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde am 15. März wieder aufgenommen, wie eine von Reuters zitierte Branchenquelle mitteilte. Das gilt als begrenztes Zeichen einer Stabilisierung der regionalen Energielogistik. Fujairah liegt am Golf von Oman und ist für die Ölexporteure am Golf eine wichtige Ausweichroute, um die Straße von Hormus zu umgehen. Die Wiederaufnahme der Verladevorgänge folgte auf eine Phase von Störungen, die mit dem umfassenderen Konflikt unter Beteiligung Irans in Verbindung standen. In der weiteren Region blieb die Lage jedoch angespannt. Bis zum 14. März gab es Berichte über Drohnenangriffe und brennende Schiffe in den Gewässern vor Iran. Nach Reuters-Angaben saßen indische Seeleute vor der iranischen Küste fest. Besatzungsmitglieder bemühten sich angesichts der anhaltenden Kampfhandlungen um eine Rückkehr in ihre Heimat.

Die Straße von Hormus gilt seit Langem als einer der strategisch sensibelsten Engpässe des weltweiten Energietransits. Fujairah wurde gerade deshalb zu einem wichtigen alternativen Exportzentrum, weil Tanker dort Öl laden können, ohne die Meerenge zu durchqueren. Alba nahm 1971 den kommerziellen Betrieb auf und wird durch mit Gasfeldern verbundene Kraftwerke versorgt, weshalb das Unternehmen auf stabile regionale Energie- und Logistiknetze angewiesen ist. Störungen des Verkehrs durch die Straße von Hormus haben in früheren Jahrzehnten immer wieder die weltweite Ölversorgung bedroht und Notfallreaktionen energieimportierender Staaten ausgelöst.

Iran ließ nach Angaben eines von Reuters zitierten Gesandten bis zum 14. März einige indische Schiffe durch die Straße von Hormus passieren. Dabei handelte es sich dem Anschein nach eher um eine selektive Durchfahrt als um eine allgemeine Wiederöffnung der Wasserstraße. Diese partielle Entspannung löste die Lage für alle festliegenden Besatzungen nicht unmittelbar. Indische Seeleute wurden weiterhin vor der iranischen Küste gemeldet und bemühten sich um ihre Rückführung. Japan reagierte am 14. und 15. März auf die eigene Abhängigkeit im Energiebereich. Das Land beschloss, Öl aus seinen nationalen Reserven freizugeben, und bat Australien laut Reuters, seine Produktion von LNG zu erhöhen, um Versorgungsrisiken infolge der Iran-Krise auszugleichen. Japans Industrieministerium richtete die Bitte direkt an Australien. Das unterstreicht, wie dringlich Tokio das Risiko länger anhaltender Störungen der Energieflüsse einschätzte. Die Vereinigten Staaten forderten Abnehmer nach einem Reuters-Bericht über die Reaktion der japanischen Regierung gesondert auf, amerikanische Energielieferungen zu beziehen. Die Kombination aus Produktionsstopps in Bahrain und Indien, der teilweisen Wiederaufnahme des Betriebs in Fujairah und energiewirtschaftlichen Notfallmaßnahmen in Japan zeigt, wie weit sich die Folgen des Konflikts innerhalb kurzer Zeit über mehrere Sektoren und Regionen ausgebreitet haben.