Brüssel appelliert an Washington, das Handelsabkommen von 2025 einzuhalten, während italienische Nudelhersteller eine Senkung der US-Antidumpingzölle feiern.
Appell zur Einhaltung des Abkommens
Bernd Lange vom Europäischen Parlament bezeichnete US-Versuche, das Turnberry-Abkommen zu ändern, als inakzeptabel.
Erleichterung für italienische Hersteller
Washington senkte die Antidumpingzölle auf italienische Nudeln, was das italienische Außenministerium als positives Signal wertete.
Verbesserung der US-Handelsbilanz
Das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten im Januar 2026 ging dank Rekordexporten zurück.
System für Zollrückerstattungen
Die amerikanische Zollbehörde informiert, dass das System für Zollrückerstattungen bereits zu 80 Prozent fertiggestellt sein könnte.
Die Europäische Union hat die Vereinigten Staaten aufgefordert, das im Juli 2025 geschlossene Turnberry-Abkommen angesichts neuer Zolluntersuchungen durch Washington vollständig einzuhalten. Bernd Lange, der Vorsitzende des Ausschusses für internationalen Handel des Europäischen Parlaments, bezeichnete die amerikanischen Versuche einer einseitigen Änderung dieses Abkommens als völlig inakzeptabel. Brüssel appelliert an die Verwaltung in Washington, die Gemeinschaft als Verbündeten im Kampf gegen globale Überproduktion zu sehen und nicht als Quelle von Handelsproblemen. Die Europaabgeordneten haben beschlossen, die Arbeiten an gesetzgeberischen Vorschlägen im Zusammenhang mit dem Abkommen mit den USA auszusetzen und argumentieren mit mangelnder Klarheit über die Absichten des Partners jenseits des Atlantiks. Das Turnberry-Abkommen, das im Juli 2025 in Schottland unterzeichnet wurde, legte neue Regeln für die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten fest und leitete Gespräche über digitalen Handel und Datenaustausch ein. Das Abkommen sollte die langjährigen Zollstreitigkeiten zwischen beiden Seiten beenden, die sich in den vorangegangenen Jahrzehnten, insbesondere in den Sektoren Stahl und Aluminium, verschärft hatten. Frühere Versuche, die Handelsbeziehungen zu stabilisieren, endeten oft in einer Sackgasse aufgrund unterschiedlicher Ansätze zu Industriesubventionen und dem Schutz eigener Märkte.
Das italienische Außenministerium, bekannt als Farnesina, teilte mit, dass die amerikanische Seite in einem bestimmten Lebensmittelsektor einige Beschränkungen gelockert habe. Washington habe sich entschieden, die Antidumpingzölle für italienische Nudelhersteller zu senken, was ein positives Signal in den komplizierten transatlantischen Beziehungen darstellt. Gleichzeitig teilte die amerikanische Zollbehörde mit, dass die Arbeiten an einem System für Zollrückerstattungen weit fortgeschritten seien und der Fertigstellungsgrad auf zwischen 40 % und 80 % geschätzt werde. Die Europäische Union betont jedoch, dass solche punktuellen Zugeständnisse die systematische Einhaltung der zuvor ausgehandelten umfassenden Handelsabkommen nicht ersetzen können. „U.S. must honour EU-US deal in tariff investigations” (Die USA müssen das EU-USA-Abkommen in Zolluntersuchungen einhalten) — Bernd Lange via Reuters
Trotz wachsender diplomatischer Spannungen deuten die neuesten Wirtschaftsdaten von jenseits des Atlantiks auf eine wesentliche Veränderung in der Zahlungsbilanz hin. Das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten im Januar 2026 ging zurück, was durch ein Rekordniveau der amerikanischen Exporte ermöglicht wurde. Brüssel nutzt diese Daten als Argument in der Diskussion und weist darauf hin, dass die derzeitige Handelsarchitektur beiden Seiten zugutekommt und keine restriktiven Korrekturen erfordert. Die Europäische Union vertritt die Position, dass beide Mächte sich darauf konzentrieren sollten, gemeinsam den Herausforderungen der asiatischen Märkte zu begegnen, anstatt interne Streitigkeiten innerhalb des westlichen Wirtschaftsbündnisses zu führen. 80 (prozent) — maximaler Fertigstellungsgrad des Zollrückerstattungssystems Entwicklung der Handelsbeziehungen EU-USA: Juli 2025 — Gipfel in Turnberry; Januar 2026 — US-Exportrekord; 4. März 2026 — Blockade im Europäischen Parlament; 12. März 2026 — Intervention von Bernd Lange
Mentioned People
- Bernd Lange — deutscher Politiker, Mitglied des Europäischen Parlaments, Vorsitzender des Ausschusses für internationalen Handel (INTA)
- Donald Trump — 47. Präsident der USA
- Ursula von der Leyen — Präsidentin der Europäischen Kommission