Die Europäische Union sieht sich im März 2026 erneut mit deutlich steigenden Energiekosten konfrontiert. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zufolge hat der Staatenverbund bereits zusätzliche EU-Ausgaben für Importe fossiler Energieträger aufbringen müssen. Mehrere Regierungen bereiten Schutzmaßnahmen vor, während in Brüssel über einen Aufschub geplanter Kernkraftwerksstilllegungen diskutiert wird.
EU meldet höhere Importkosten
Ursula von der Leyen zufolge hat die EU bereits 6 Milliarden Euro zusätzlich für Importe fossiler Energieträger ausgegeben.
Kernkraft erneut Teil der Debatte
Nach Angaben von La Vanguardia brachte von der Leyen einen Aufschub bei der Stilllegung von Kernkraftwerken als mögliche Entlastungsmaßnahme ins Gespräch.
Rumänien bereitet Eingriffe vor
Energieminister Bogdan Ivan erklärte, der Staat verfüge über Hebel zum Schutz der Bevölkerung, falls die Kraftstoffpreise weiter steigen.
Ungarn und Slowakei planen neue Pipeline
Beide Länder wollen eine 127 Kilometer lange Öl-Pipeline zwischen ihren Raffinerien bauen, um ihre Versorgung besser abzusichern.
Keine Rückkehr zu russischem Gas
Rumänien und zwei weitere Mitgliedstaaten lehnten eine Rückkehr zu russischem Gas ausdrücklich als Lösung ab.
Die Europäische Union ist im März 2026 erneut mit einem deutlichen Anstieg der Energiekosten konfrontiert. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnte, der Staatenverbund habe bereits 6 (billion euros) — zusätzliche EU-Ausgaben für Importe fossiler Energieträger mehr für fossile Energieimporte ausgegeben. In den Mitgliedstaaten bemühten sich Regierungen zugleich darum, steigende Kraftstoffpreise zu begrenzen und eine Wiederholung des Energieschocks von 2022 zu verhindern. Nach Angaben von La Vanguardia brachte von der Leyen zudem die Möglichkeit ins Spiel, die Stilllegung von Kernkraftwerken zu verschieben, um den Druck auf die Versorgung zu verringern. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis forderte die Europäische Union auf, Lehren aus der Energiekrise von 2022 zu ziehen. Die Mitgliedstaaten dürften jene Fehler nicht wiederholen, die Haushalte und Unternehmen starker Preisschwankung ausgesetzt hätten. Der erneute Druck auf die Energiemärkte veranlasste Regierungen von Bukarest bis Budapest, Schutzmaßnahmen anzukündigen, während Brüssel auf abgestimmte Antworten setzte, um weitere Preissteigerungen zu begrenzen. Rumänien und zwei weitere Mitgliedstaaten lehnten nach Angaben von Stirile ProTV eine Rückkehr zu russischem Gas ausdrücklich als Lösung ab. Das deutet darauf hin, dass der politische Konsens gegen eine erneute Einbindung von Moskaus Energieexporten trotz der finanziellen Belastung bestehen bleibt. Das Zusammenspiel aus steigenden Importkosten, geopolitischer Unsicherheit und auseinanderlaufenden nationalen Reaktionen macht deutlich, wie anfällig die Energiearchitektur der EU nach 2022 weiterhin ist.
Die Energiekrise des Jahres 2022 wurde zu wesentlichen Teilen durch Russlands groß angelegten Angriff auf die Ukraine und die anschließende Störung russischer Gaslieferungen nach Europa ausgelöst. Die EU musste ihre Energiequellen daraufhin in kurzer Zeit diversifizieren, den Import von Flüssigerdgas ausweiten und Notfallmaßnahmen wie Preisobergrenzen und Vorgaben zur Nachfragereduktion einführen. Die Krise legte tief sitzende strukturelle Schwächen der europäischen Energieinfrastruktur offen und führte in weiten Teilen Europas zu Rekordständen bei den Energierechnungen privater Haushalte. Seitdem verfolgen die Mitgliedstaaten unterschiedliche Strategien, um ihre Abhängigkeit von russischen fossilen Energieträgern zu senken. Einige investierten in erneuerbare Energien und zusätzliche Kernkraftkapazitäten, andere weiteten die Kohlenutzung als kurzfristige Übergangslösung aus. Die politischen und wirtschaftlichen Folgewirkungen dieser Phase prägen die energiepolitischen Debatten in der EU bis heute. Dazu zählt auch die anhaltende Diskussion über die Rolle der Kernkraft im langfristigen Energiemix der Union.
Ungarn und die Slowakei planen Pipeline zum Schutz ihrer Raffinerien Ungarn und die Slowakei haben Pläne für den Bau einer 127 (km) — geplanten Länge der Öl-Pipeline Ungarn-Slowakei langen Pipeline angekündigt, die ihre Raffinerien verbinden soll. Nach Angaben von Adevarul beschrieben Vertreter beider Länder das Vorhaben als Maßnahme, mit der sich die Folgen von Kriegen in der Welt abfedern ließen. Die Pipeline würde die Raffinerieinfrastruktur der beiden Staaten direkt miteinander verbinden und ihre Anfälligkeit für Störungen auf übergeordneten Transitrouten verringern. Die Ankündigung erfolgte in einer Phase wachsender Sorgen um die Energiesicherheit in Mittel- und Osteuropa, wo die Erinnerungen an Lieferkürzungen und Preissprünge aus dem Jahr 2022 politisch weiter stark nachwirken. Das Projekt steht für einen breiteren Trend zu bilateralen Energieinfrastrukturabkommen, die in kurzer Zeit geschlossen werden, weil Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene Puffer gegen Markterschütterungen schaffen wollen, die durch EU-weite Mechanismen bislang nicht vollständig aufgefangen wurden. Weder ein Zeitplan für den Bau noch eine Kostenschätzung gingen aus den verfügbaren Berichten über die Ankündigung hervor.
Bukarest bereitet Eingriffsszenarien vor, während die Spritpreise steigen Rumäniens Energieminister Bogdan Ivan erklärte nach Angaben von Mediafax, der rumänische Staat verfüge über alle notwendigen Hebel, um einzugreifen und sicherzustellen, dass die Menschen vor steigenden Kraftstoffkosten geschützt würden. Ivan sagte laut Digi24 zudem, die Regierung bereite sogenannte Eingriffsszenarien für den Fall vor, dass die Preise weiter stiegen. Seine Äußerungen fielen zu einem Zeitpunkt, zu dem die Kraftstoffpreise in Rumänien anzogen und damit Haushalte sowie Transportunternehmen belasteten, die bereits unter einem breiteren Inflationsdruck stehen. Rumänien gehörte nach Angaben von Stirile ProTV zu den Staaten, die eine Rückkehr zu russischem Gas als Gegenmittel ablehnten. Damit positioniert sich Bukarest an der Seite jener Mitgliedstaaten, die ungeachtet des Kostendrucks an einer harten politischen Linie gegen eine erneute Einbindung von Moskaus Energieexporten festhalten. Ivans Äußerungen waren als Beruhigungssignal an die Öffentlichkeit gerichtet. Die Regierung beobachte die Lage und verfüge über Instrumente zum Eingreifen. Konkrete Maßnahmen wurden zum Zeitpunkt der Berichterstattung jedoch nicht genannt. „Statul are toate pârghiile necesare să intervină și să se asigure că oamenii sunt protejați” (Der Staat verfügt über alle notwendigen Hebel, um einzugreifen und sicherzustellen, dass die Menschen geschützt sind) — Bogdan Ivan via Mediafax
Vorschlag für späteren Atomausstieg verschärft die Energiedebatte in der EU Von der Leyens Hinweis auf eine mögliche Verschiebung der geplanten Stilllegung von Kernkraftwerken gab der internen Energiedebatte in der EU nach Angaben von La Vanguardia eine neue Richtung. Sollte dieser Vorschlag weiterverfolgt werden, wäre dies auf EU-Ebene ein erhebliches politisches Signal, weil mehrere Mitgliedstaaten ihren Atomausstieg aus innenpolitischen Gründen beschlossen haben. Mitsotakis unterstrich nach Angaben von NEWS 24/7 die Dringlichkeit der Lage und verwies von Athen aus auf die Krise von 2022 als warnenden Bezugspunkt. Die Europäische Kommission bemühte sich demnach aktiv um Lösungen, um weitere Preissteigerungen zu begrenzen. In Brüssel wurden sowohl Instrumente auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite erwogen. Die Kombination aus Mehrausgaben von 6 Milliarden Euro für fossile Importe, bilateralen Infrastrukturabkommen und nationalen Eingriffsvorbereitungen vermittelt das Bild eines Energiesystems der EU, das im ersten Quartal 2026 erneut unter erheblichem Druck steht. Die seit 2022 unternommenen Bemühungen zur Diversifizierung von Flüssigerdgas (LNG) haben den Staatenverbund nicht vollständig gegen Preisdruck abgeschirmt, der von den globalen Rohstoffmärkten und geopolitischer Instabilität ausgeht.