Der Konflikt im Nahen Osten hat am 15. März 2026 die globalen Energie- und Rohstoffmärkte spürbar belastet. Produktionsausfälle in Bahrain und Indien, Störungen an einem wichtigen Terminal in den Vereinigten Arabischen Emiraten und neue Risiken für irakische Exporte verschärften die Lage. Zugleich bereitet Japan die Freigabe von Reserven vor, während US-Ölunternehmen vor weiteren Belastungen warnen.

Alba fährt Kapazität in Bahrain zurück

Aluminium Bahrain nahm wegen anhaltender Störungen in der Straße von Hormus 19 Prozent seiner Aluminiumproduktionskapazität vom Netz.

Hindalco stoppt Produktion in Indien

Hindalco Industries stellte laut Reuters die Produktion von stranggepressten Aluminiumprodukten ein und verwies auf den Krieg mit Iran.

Angriff auf Terminal in Fujairah

Ein indisches Schiff verließ nach einem Angriff das Terminal von Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten, einen wichtigen Knotenpunkt für Bunker- und Öllagergeschäfte.

Pipeline-Streit im Irak verschärft Risiken

Nach Angaben aus dem Irak verweigern kurdische Behörden der Zentralregierung den Öltransport durch ihre Pipeline, was die Exportlage zusätzlich belasten könnte.

Japan und USA reagieren auf Versorgungslage

Japan will strategische Ölreserven freigeben, während Washington Verbündete zum Kauf von US-Rohöl ermutigt.

Der Konflikt im Nahen Osten hat am 15. März 2026 die globalen Energiemärkte spürbar gestört. In Bahrain nahm Aluminium Bahrain wegen anhaltender Beeinträchtigungen in der Straße von Hormus 19 (%) — Anteil der stillgelegten Alba-Aluminiumkapazität seiner Aluminiumproduktionskapazität vom Netz. Zugleich warnten US-Ölunternehmen Präsident Donald Trump laut einem Bericht des Wall Street Journal, die Energiekrise könne sich weiter verschärfen. Die Störungen erfassten mehrere Branchen und Länder gleichzeitig. Die Ölpreise dürften weiter steigen, weil der Konflikt Exportanlagen in der gesamten Region bedroht. Iran nahm in der Krise eine Schlüsselrolle ein. Analysten verwiesen darauf, dass das Land maßgeblich darüber entscheiden könne, ob wichtige globale Energiemärkte wieder geöffnet würden oder geschlossen blieben. Das Ausmaß der industriellen und logistischen Störungen zählt zu den bedeutendsten Energieschocks der vergangenen Jahre. Regierungen in Asien, im Nahen Osten und in Nordamerika reagierten darauf.

Indischer Aluminiumkonzern stoppt Produktion, Schiff verlässt Terminal in den Emiraten Indiens Hindalco Industries, einer der weltweit größten Aluminiumproduzenten, stellte die Produktion von stranggepressten Aluminiumprodukten ein. Als Grund nannte das Unternehmen laut einer von Reuters gemeldeten Mitteilung den Krieg mit Iran. Der Produktionsstopp verschärfte den wachsenden Druck auf die Industrie in Asien, weil Lieferketten, die von Energie- und Rohstoffströmen aus dem Nahen Osten abhängen, zusätzlich belastet wurden. Unabhängig davon verließ ein indisches Schiff nach einem Angriff auf die Anlage das Terminal von Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wie Reuters berichtete. Das Terminal von Fujairah ist ein bedeutender Standort für Bunkerdienstleistungen und die Lagerung von Öl am Golf von Oman. Störungen dort haben erhebliche Folgen für die Schifffahrt in der Region. Die Abfolge dieser Ereignisse — ein Produktionsstopp in Indien, die Abfahrt eines Schiffs von einem angegriffenen Terminal in den Emiraten und eine Kapazitätskürzung in Bahrain — zeigte, dass sich die Folgen des Konflikts weit über das unmittelbare Einsatzgebiet hinaus ausbreiteten. Die Straße von Hormus gilt seit langem als wichtigster Engpass des weltweiten Ölhandels, weil sie die Produzenten am Persischen Golf mit den Weltmärkten verbindet. Bahrains Alba nahm 1971 den kommerziellen Betrieb auf und entwickelte sich zu einer der größten Aluminiumhütten der Welt. Störungen in der Meerenge führten in der Vergangenheit regelmäßig zu unmittelbaren Reaktionen an den globalen Rohstoffmärkten, weil dort täglich große Mengen an Öl und Gas transportiert werden.

Streit um kurdische Pipeline im Irak erhöht das Versorgungsrisiko weiter Der Irak teilte am 15. März mit, die kurdischen Behörden weigerten sich, der Zentralregierung den Transport von Öl durch ihre Pipeline zu gestatten, berichtete Reuters. Damit erhielt das ohnehin angespannte regionale Energiebild eine zusätzliche innenpolitische Dimension. Der Konflikt zwischen Bagdad und der kurdischen Regionalverwaltung drohte die irakischen Ölexportmengen weiter zu verringern, zu einem Zeitpunkt, an dem die Weltmärkte bereits die Folgen des breiteren Konflikts verarbeiteten. Der Irak zählt innerhalb der OPEC zu den größten Ölproduzenten. Eine anhaltende Verringerung seiner Exportkapazität würde den Aufwärtsdruck auf die Preise zusätzlich verstärken. Die betroffene Pipeline verläuft durch kurdisch kontrolliertes Gebiet im Nordirak. Sie ist seit Jahren ein wiederkehrender Streitpunkt zwischen Erbil und Bagdad. Dass die kurdischen Behörden ihre Weigerung mitten in einer umfassenderen regionalen Krise bekräftigten, fand bei Analysten der Energiemärkte besondere Beachtung, weil sie Lieferunterbrechungen beobachteten.

Japan bereitet Freigabe von Reserven vor, Washington wirbt für US-Öl Japan kündigte an, Ölbestände aus seinen strategischen Reserven freizugeben. Zugleich drängten die Vereinigten Staaten ihre Verbündeten nach einem Reuters-Bericht dazu, amerikanisches Rohöl zu kaufen. Diese doppelte Entwicklung zeigte, wie stark der Konflikt koordinierte, wenn auch nicht vollständig abgestimmte Reaktionen großer ölimportierender Staaten ausgelöst hat. Der Vorstoß Washingtons, Verbündete auf Käufe von US-Öl auszurichten, verlieh einer Lage, die vor allem als Sicherheits- und Versorgungskrise beschrieben wurde, zusätzlich eine wirtschaftliche Komponente. Japan ist einer der größten Ölimporteure der Welt und deshalb besonders anfällig für eine längere Schließung oder Einschränkung der Straße von Hormus. Die Warnung der US-Ölindustrie an Präsident Trump, über die das Wall Street Journal berichtete, deutete darauf hin, dass auch heimische Produzenten die Lage bei einer weiteren Eskalation des Konflikts als erhebliches Risiko einschätzten. Reuters zufolge hält Iran den Schlüssel für eine Wiederöffnung globaler Energiemärkte in der Hand. Damit bleiben diplomatische und militärische Entwicklungen rund um Teheran die zentrale Variable für die Frage, wie lange und wie schwer die Störungen anhalten werden.