US-Präsident Donald Trump hat die Zukunft der NATO mit der Lage in der Straße von Hormus verknüpft. Nach Berichten von Reuters und ANSA drängt Washington auf eine internationale Koalition zum Schutz der Wasserstraße, nachdem Iran dort Schiffe angegriffen hat. Zugleich setzte Trump China und mehrere Verbündete unter öffentlichen Druck.

Trump verknüpft NATO mit Hormus-Lage

Der US-Präsident sagte laut Reuters unter Berufung auf die Financial Times, der NATO drohe eine „sehr düstere“ Zukunft, wenn Verbündete nicht bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus helfen.

China gerät zusätzlich unter Druck

Trump forderte Peking zur Beteiligung an einer Schutzkoalition auf, verwies auf Chinas Ölimporte und brachte eine Verschiebung eines Treffens mit Xi Jinping ins Spiel.

Deutschland zieht sich zurück

Nach ANSA stieg Berlin aus der geplanten Koalition aus. Trump sagte zudem, Großbritannien habe eine frühere Bitte um Eingreifen in der Meerenge abgelehnt.

Iranische Angriffe bilden den Hintergrund

Die Debatte über eine Koalition folgt auf iranische Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus nach US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf Iran.

Keine bestätigten Antworten weiterer Staaten

Ob Frankreich, Japan oder Südkorea formell auf die US-Anfrage reagiert haben, ist nach den vorliegenden Informationen nicht bestätigt.

US-Präsident Donald Trump hat nach einem vom 15. März 2026 datierenden Bericht der Financial Times, den Reuters aufgriff, gewarnt, der NATO stehe eine „sehr düstere“ Zukunft bevor, falls ihre Verbündeten nicht dabei helfen sollten, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Die Warnung äußerte Trump, während er für eine internationale Koalition warb, die die Wasserstraße nach iranischen Angriffen auf die Schifffahrt in dem Gebiet sichern soll. Seine Äußerungen fielen in eine andauernde Auseinandersetzung, in deren Verlauf die USA und Israel Iran angegriffen hatten und Teheran anschließend mit Attacken auf Schiffe in der Meerenge reagierte. Trump stellte den Vorgang als grundlegenden Test der Bündnissolidarität dar und machte deutlich, dass aus seiner Sicht jene NATO-Mitglieder, die keinen Beitrag leisten wollten, den Zweck des Bündnisses infrage stellten. Seine Aussagen gehörten zu den schärfsten öffentlichen Vorstößen, mit denen er die Allianz im Zusammenhang mit der Lage in Hormus unter Druck setzte.

Trump erhöht den Druck auf Peking und deutet Verzögerung eines Xi-Treffens an Trump forderte China ausdrücklich auf, sich an der Koalition zu beteiligen, und argumentierte, Peking habe ein unmittelbares wirtschaftliches Interesse daran, die Wasserstraße offen zu halten. „I think China should help too because China gets 90% of its oil from the Straits” — Donald Trump via Reuters Zugleich deutete Trump an, ein geplantes Gipfeltreffen mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping könne je nach Pekings Reaktion auf die Forderung verschoben werden. 90 (%) — Anteil von Chinas Öl, von dem Trump sagt, er werde durch die Straße von Hormus transportiert Der Hinweis auf eine mögliche Verschiebung des Treffens mit Xi gab einer bis dahin vor allem als Sicherheitsforderung formulierten Position zusätzlich eine diplomatische Dimension. Trumps Äußerungen signalisierten, dass Washington eine chinesische Beteiligung nicht nur als wünschenswert ansieht, sondern sie mit der breiteren bilateralen Zusammenarbeit verknüpft. Der Druck auf Peking erfolgte parallel zu Trumps Forderungen an Frankreich, Japan, Südkorea und Großbritannien, Kriegsschiffe in die Region zu entsenden, wie ANSA berichtete.

Berlin steigt aus der Koalition aus, London hatte eine frühere Bitte abgelehnt Deutschland hat sich nach einem am 15. März 2026 veröffentlichten Bericht von ANSA unter Berufung auf Quellen vor einer angekündigten Mitteilung der USA aus der geplanten Koalition für die Straße von Hormus zurückgezogen. Trump teilte außerdem mit, er habe London bereits zuvor um ein Eingreifen in der Meerenge gebeten, Großbritannien habe dies jedoch abgelehnt. Der deutsche Rückzug bedeutete einen Rückschlag für Washingtons Bemühungen, eine breite multilaterale Truppe für Patrouillen in der Wasserstraße zusammenzustellen. Trumps Hinweis auf die frühere Ablehnung aus London verstärkte den Eindruck, dass Verbündete zögerten, militärische Mittel für den Einsatz bereitzustellen. Die Kombination aus dem Ausstieg Berlins und der vorherigen Absage Londons zeigt, mit welchen Schwierigkeiten die Regierung beim Aufbau der von ihr als notwendig bezeichneten Koalition konfrontiert ist. Bestätigte Informationen dazu, ob die anderen genannten Länder – Frankreich, Japan oder Südkorea – formell auf die US-Anfrage reagiert haben, liegen nicht vor.

Die iranische Reaktion bestimmt den sicherheitspolitischen Hintergrund Der Vorstoß für eine Hormus-Koalition entstand vor dem Hintergrund iranischer Angriffe auf die Schifffahrt in der Meerenge, die den US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf Iran folgten, wie es in den zugrunde liegenden Berichten heißt. Die Straße von Hormus gilt seit Langem als einer der wichtigsten maritimen Engpässe der Welt. Ein erheblicher Teil der globalen seegestützten Ölexporte passiert diese Wasserstraße. Iran hat in Phasen erhöhter Spannungen mit westlichen Staaten und Israel immer wieder damit gedroht, die Meerenge zu schließen. Ihre strategische Bedeutung hat die Straße von Hormus zu einem wiederkehrenden Konfliktpunkt in Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten, Iran und den Golfstaaten gemacht. Mit seiner Warnung an die NATO verknüpfte Trump die Glaubwürdigkeit des Bündnisses unmittelbar mit dem Ausgang der Konfrontation um Hormus und stellte dies als eine Frage dar, die die Energiesicherheit mehrerer verbündeter Staaten berührt. Für europäische Regierungen entstand damit eine schwierige Lage, in der sie Bündnisverpflichtungen gegen ihre Zurückhaltung abwägen mussten, sich direkt in einen Konflikt mit Iran hineinziehen zu lassen. Trumps öffentliche Äußerungen, über die Reuters und ANSA am 15. und 16. März 2026 berichteten, deuteten darauf hin, dass Washington den Druck auf Verbündete eher öffentlich als über stille diplomatische Kanäle aufrechterhalten wollte. Die Verbindung aus militärischem, diplomatischem und wirtschaftlichem Druck – einschließlich des Hinweises auf eine mögliche Verschiebung des Xi-Treffens – spricht für einen koordinierten Versuch, mehrere Hauptstädte gleichzeitig zu einer Reaktion zu veranlassen.