US-Präsident Donald Trump hat der NATO eine ungünstige Zukunft in Aussicht gestellt, falls das Bündnis die Vereinigten Staaten im Konflikt mit Iran und bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus nicht unterstütze. Zugleich forderte er China zum Eingreifen auf und verwies auf die hohe Abhängigkeit Pekings von dieser Route. Hintergrund sind Berichte über Gespräche der USA mit sieben Staaten über eine Koalition zur Sicherung der blockierten Wasserstraße.
Trump warnt die NATO
Der US-Präsident stellte dem Bündnis eine „sehr düstere“ Zukunft in Aussicht, falls es die USA im Konflikt mit Iran und bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus nicht unterstützt.
China soll eingreifen
Trump forderte Peking zum Handeln auf und verwies darauf, dass 90 Prozent der chinesischen Ölversorgung durch die Straße von Hormus liefen.
USA sprechen mit sieben Staaten
Washington soll mit sieben Ländern über eine Koalition zur Sicherung der blockierten Wasserstraße verhandeln. Genannt wurden Großbritannien, China, Frankreich, Japan und Südkorea.
Zurückhaltung bei Verbündeten
Japan und Australien haben laut Reuters derzeit keine unmittelbaren Pläne, Schiffe in die Region zu entsenden. Auch Großbritannien hält sich nach Trumps Darstellung und Starmers öffentlicher Linie bedeckt.
Blockade dauert seit drei Wochen
Die Straße von Hormus ist seit rund drei Wochen blockiert. Das fällt mit dem andauernden US-israelischen Krieg gegen Iran zusammen und verschärft die energie- und bündnispolitischen Folgen.
US-Präsident Donald Trump hat davor gewarnt, dass der NATO eine „sehr düstere“ Zukunft drohe, falls das Bündnis den Vereinigten Staaten im Konflikt mit Iran und bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus nicht helfe. Das geht aus einem Interview mit der Financial Times sowie aus gesonderten Äußerungen Trumps gegenüber Reportern hervor, über die am 16. März berichtet wurde. Gleichzeitig erhöhte Trump den Druck auf China und argumentierte, 90 Prozent von Pekings Ölversorgung liefen durch die Meerenge. Seine Warnungen erfolgten zu einem Zeitpunkt, als berichtet wurde, die Vereinigten Staaten sprächen mit sieben Staaten über den Aufbau einer Koalition zur Sicherung der Wasserstraße. Diese ist vor dem Hintergrund eines nun in die dritte Woche gehenden US-israelischen Kriegs mit Iran blockiert. Trump nannte Großbritannien, China, Frankreich, Japan und Südkorea als Länder, von denen er eine Beteiligung am Schutz der Meerenge erwarte. Die Äußerungen markieren eine deutliche Verschärfung des diplomatischen Drucks aus Washington auf Verbündete wie auf Rivalen, die Last der laufenden militärischen Konfrontation mitzutragen.
Peking bleibt zurückhaltend, während Trump Handeln auf der Ölroute verlangt Trumps an China gerichtete Forderung gehörte zu seinen deutlichsten Stellungnahmen. Nach einem Bericht von ANSA unter Berufung auf das Interview mit der Financial Times sagte der Präsident, Peking müsse Hilfe leisten, weil 90 Prozent seines Öls durch die Straße von Hormus kämen. China reagierte darauf jedoch zurückhaltend, wie aus einer ANSA-Meldung vom 15. März hervorgeht. Die Kontaktaufnahme der US-Regierung mit sieben Staaten zeigt den Versuch, einen multilateralen Rahmen zur Sicherung der Wasserstraße aufzubauen. Dieser Vorstoß ist jedoch auf Widerstände gestoßen. Japan und Australien erklärten laut Reuters, sie hätten derzeit keine unmittelbaren Pläne, Schiffe in die Region zu entsenden. Die Zurückhaltung der pazifischen Verbündeten verdeutlicht, wie schwierig es für Washington ist, eine handlungsbereite Koalition zusammenzustellen, solange der Konflikt mit Iran andauert. Trumps Darstellung, es gehe um ein gemeinsames wirtschaftliches Interesse, weil mehrere Staaten von den Ölströmen aus dem Persischen Golf abhingen, hat sich bislang nicht in festen Zusagen der angesprochenen Regierungen niedergeschlagen.
London weist Trumps Bitte zurück, Starmer hält sich Optionen offen Trump sagte nach einem ANSA-Bericht vom 16. März, er habe London um ein Eingreifen in der Meerenge gebeten, die britische Regierung habe dies jedoch abgelehnt. Der britische Premierminister Keir Starmer hat sich Berichten zufolge dagegen gesträubt, in einen größeren Krieg mit Iran hineingezogen zu werden. Ein Vorgehen zur Wiederöffnung der Meerenge schloss er nach Websuchergebnissen unter Verweis auf Reuters-Berichte vom 16. März allerdings nicht aus. Die Differenz zwischen Starmers öffentlicher Position und Trumps Darstellung einer britischen Ablehnung verweist auf anhaltende diplomatische Reibungen zwischen Washington und London über das Ausmaß einer Beteiligung von Verbündeten. Starmers Haltung steht zugleich für ein breiteres Muster unter den Partnern der USA: Sie versuchen, ein direktes militärisches Engagement zu begrenzen und gleichzeitig diplomatische Spielräume offenzuhalten. Dass Trump eine vertrauliche Bitte an London und deren Zurückweisung öffentlich machte, ist ein ungewöhnlicher Schritt. Damit wächst der Druck auf die britische Regierung, ihre Position zu präzisieren. Der Vorgang zeigt die Spannung zwischen Trumps Forderung nach sofortigem Handeln der Verbündeten und der vorsichtigeren Abwägung europäischer Regierungen, die auch ihre innenpolitischen Zwänge berücksichtigen müssen.
Drei Wochen Konflikt verändern Energiepolitik und Bündnisfragen weltweit Die Sperrung der Straße von Hormus dauert nach den verifizierten Erkenntnissen, auf denen die Berichterstattung beruht, seit rund drei Wochen an. Dies fällt mit dem fortdauernden US-israelischen Militäreinsatz gegen Iran zusammen. Die Straße von Hormus gilt seit langem als einer der wichtigsten Engpässe der weltweiten Energieversorgung. Iran hat in Zeiten erhöhter Spannungen mit den Vereinigten Staaten und Israel wiederholt damit gedroht, die Meerenge zu schließen. Zugleich steht die Wasserstraße seit Jahrzehnten im Zentrum der US-Marine-Strategie im Persischen Golf. Sie ist der einzige Seeweg vom Persischen Golf zum offenen Ozean und damit Transitroute für einen erheblichen Teil des weltweit gehandelten Öls. Trumps Warnung an die NATO, ihre Zukunft werde ohne Unterstützung im Iran-Konflikt „sehr negativ“ oder „sehr düster“ ausfallen, verknüpft die Glaubwürdigkeit des Bündnisses unmittelbar mit einem Konflikt, den nicht alle Mitgliedstaaten mittragen. Das Interview mit der Financial Times, in dem Trump diese Warnung an die NATO aussprach, wurde parallel zu seinen Äußerungen vor Reportern veröffentlicht und erhöhte damit den Druck auf die Bündnismitglieder zusätzlich. Zudem berichtete die Financial Times gesondert, Indien führe Gespräche mit Iran über eine Wiederöffnung der Meerenge, wie aus Websuchergebnissen hervorgeht. Damit erhält die Krise eine weitere diplomatische Dimension. Wegen der stockenden Koalitionsbildung, der Zurückhaltung von Verbündeten und Trumps öffentlichen Warnungen blieb bis zum 16. März offen, wer letztlich handeln wird, um die Wasserstraße wieder zu öffnen.