Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Staaten im Nahen Osten und am Golf Unterstützung bei der Abwehr iranischer Shahed-Drohnen in Aussicht gestellt. Nach Berichten von Reuters und Al Jazeera soll diese Hilfe jedoch nur gegen finanzielle Gegenleistungen und Technologietransfers erfolgen. Damit verknüpft Kiew seine militärischen Erfahrungen aus dem Krieg mit Russland mit außen- und sicherheitspolitischen Interessen in der Region.

Angebot nur gegen Gegenleistung

Selenskyj bietet Staaten im Nahen Osten und am Golf Hilfe bei der Abwehr von Shahed-Drohnen an, verlangt dafür aber finanzielle Entschädigung und Technologietransfers.

Kiew zieht politische Grenzen

Selenskyj betonte laut Digi24, die Ukraine sei nicht im Krieg mit Iran. Damit grenzt er ein mögliches Engagement im Nahen Osten diplomatisch ab.

Sorge um US-Unterstützung

Ein Motiv für das Angebot ist laut Digi24 die Befürchtung in Kiew, Washington könnte sich wegen eines größeren Nahostkonflikts weniger auf die Ukraine konzentrieren.

Bereits Hilfe für US-Stützpunkte in Jordanien

Den zitierten Berichten zufolge hat die Ukraine schon Drohnenexperten und Abfangsysteme zum Schutz von US-Militärbasen in Jordanien entsandt.

Auch London prüft einen Schritt

Das Vereinigte Königreich erwägt laut ANSA und The Telegraph ebenfalls, Abfangdrohnen in den Nahen Osten zu schicken. Eine formelle Entscheidung gibt es bislang nicht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Ländern im Nahen Osten und am Golf angeboten, sie beim Abschuss iranischer Shahed-Drohnen zu unterstützen. Dies solle nach Berichten von Reuters und Al Jazeera vom 15. März allerdings nur im Gegenzug zu finanzieller Entschädigung und Technologietransfers geschehen. Selenskyj machte demnach deutlich, dass eine Unterstützung der Ukraine nicht bedingungslos sei. Er stellte das Angebot als kommerziellen und strategischen Austausch dar, nicht als Akt der Solidarität. Es richtet sich an Golfstaaten und weitere Akteure der Region, die mit Drohnenbedrohungen im Zusammenhang mit Iran konfrontiert sind. Nach den in den Verifizierungsfeststellungen zitierten Berichten hat die Ukraine bereits Drohnenfachleute und Abfangsysteme entsandt, um Militärstützpunkte der Vereinigten Staaten in Jordanien zu schützen. Das Angebot kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die Ukraine wegen des andauernden Kriegs mit Russland ihre militärischen und finanziellen Unterstützungsquellen breiter aufstellen will.

Selenskyj zieht eine Grenze: „Wir sind nicht im Krieg mit Iran“ Selenskyj war darauf bedacht, die Grenzen eines ukrainischen Engagements im weiteren regionalen Konflikt zu definieren. Nach Angaben von Digi24 erklärte er öffentlich, die Ukraine befinde sich nicht im Krieg mit Iran. Mit diesen Äußerungen reagierte er auf Befürchtungen, ein tieferes ukrainisches Engagement im Nahen Osten könne die diplomatische Position Kiews erschweren. Ein zentrales Motiv hinter dem Angebot ist laut Digi24 die Sorge der Ukraine, die Unterstützung der Vereinigten Staaten einzubüßen, falls Washington durch den Konflikt im Nahen Osten stark gebunden werde. Indem Selenskyj die Ukraine als leistungsfähigen Partner bei der Abwehr jener Drohnensysteme darstellt, die Russland auch gegen ukrainische Städte einsetzt, versucht er, die Interessen Kiews mit denen Washingtons und dessen regionaler Verbündeter zu verknüpfen. Die im Iran hergestellte Shahed-Drohne ist zu einer gemeinsamen Bedrohung geworden, die den Kriegsschauplatz in der Ukraine und Konflikte im Nahen Osten miteinander verbindet. Reuters-Berichte vom 5. März 2026, die in Websuchergebnissen auftauchen, deuten darauf hin, dass Selenskyj bereits zuvor Bereitschaft signalisiert hatte, Abfangdrohnen gegen Flugabwehrraketen von Verbündeten im Nahen Osten zu tauschen. Das legt nahe, dass sich das Angebot über mehrere Wochen entwickelt hat. Zudem sagte Selenskyj CNN zufolge, wie aus einem etwa 19 Stunden vor dem aktuellen Datum veröffentlichten Websuchergebnis hervorgeht, Russland liefere Iran Shahed-Drohnen, damit diese gegen die Vereinigten Staaten und Israel eingesetzt würden.

London prüft Entsendung von Abfangdrohnen in die Region Unabhängig davon erwägt auch das Vereinigte Königreich nach einem von ANSA unter Berufung auf The Telegraph zitierten Bericht, Abfangdrohnen in den Nahen Osten zu entsenden. Die britischen Überlegungen verleihen der sich abzeichnenden regionalen Architektur zur Drohnenabwehr eine weitere westliche Komponente. Einen bestätigten Zeitplan oder eine formelle Entscheidung aus London gibt es den verfügbaren Quellen zufolge bislang nicht. Die parallelen Schritte der Ukraine und des Vereinigten Königreichs verweisen auf ein breiteres Bemühen westlich orientierter Staaten, der Verbreitung kostengünstiger herumstreifender Munition in aktiven Konfliktzonen zu begegnen. In den Berichten von ANSA und The Telegraph wurde nicht präzisiert, welche Staaten im Nahen Osten mögliche britische Drohnenabwehrsysteme erhalten könnten.

Ukrainische Drohnenexpertise wird zu einem handelbaren Gut Seit Russland Shahed-Drohnen in großem Maßstab gegen ukrainisches Gebiet einsetzt, hat die Ukraine erhebliche operative Erfahrung bei deren Abwehr gesammelt. Diese Erfahrung bildet nun die Grundlage für Selenskyjs Angebot an die Golfstaaten, die ähnlichen Bedrohungen durch mit Iran verbundene Akteure ausgesetzt sind. Die Berichte von Jornal Expresso und Gazeta.pl beschrieben Selenskyjs Haltung in deutlichen Worten. Das portugiesische Medium überschrieb seine Position mit den Worten „niemand gibt irgendjemandem etwas“ und hob damit den transaktionalen Charakter des Angebots hervor. Selenskyjs Bedingung – Geld und Technologie im Gegenzug für Unterstützung bei der Drohnenabwehr – entspricht der breiteren Strategie Kiews, Wissen vom Schlachtfeld in diplomatischen und materiellen Einfluss umzuwandeln. Seit Beginn der großangelegten Invasion im Februar 2022 steht die Ukraine unter anhaltenden russischen Drohnen- und Raketenangriffen. Iran gilt als ein zentraler Lieferant von Drohnen der Shahed-Serie an Russland. Diese Beziehung hat international Kritik ausgelöst und Teheran sowohl in den europäischen als auch in den nahöstlichen Sicherheitsdebatten ins Zentrum gerückt. Die Überschneidung zwischen den gegen die Ukraine eingesetzten Drohnensystemen und jenen, die in Konflikten im Nahen Osten verwendet werden, hat zu einer ungewöhnlichen Annäherung der Sicherheitsinteressen Kiews und der Golfstaaten geführt. Die Golfstaaten haben Verhandlungen mit der Ukraine über die vorgeschlagene Vereinbarung bislang nicht öffentlich bestätigt. Auch konkrete Zahlen zu einem möglichen finanziellen Ausgleich oder Technologietransfer lagen in den herangezogenen Artikeln nicht vor.