Auf dem Gelände eines Tagebaus in Galczyce wurde ein unbemanntes Luftfahrzeug aus Sperrholz gefunden. Die Behörden untersuchen die Hypothese, dass der primitive 'Köder' bereits im September letzten Jahres den polnischen Luftraum verletzt haben könnte.

Fund im Tagebau

Ein Mitarbeiter der Braunkohlengrube Konin fand eine unbewaffnete, aus Sperrholz gefertigte Drohne auf dem Gelände der Grube in Galczyce.

Östliche Herkunft

Vizekanzler Władysław Kosiniak-Kamysz deutete an, dass das Objekt ausländischen Diensten aus dem Osten als Köder zur Irreführung von Abwehrsystemen diente.

Hypothese zur Grenzverletzung

Die Ermittler prüfen, ob der Fund mit einem Vorfall der Verletzung des polnischen Luftraums aus dem September 2025 zusammenhängt.

Auf dem Gelände des Tagebaus in der Ortschaft Galczyce im Landkreis Konin wurde am Donnerstag, dem 12. März 2026, ein unbemanntes Luftfahrzeug entdeckt. Das Objekt wurde von einem Mitarbeiter der Braunkohlengrube Konin gefunden, der umgehend die zuständigen Behörden informierte. Die Bezirksstaatsanwaltschaft in Konin, die die Aufsicht über den Fall übernommen hat, bestätigte, dass das Gerät nicht bewaffnet war und keine Sprengstoffe oder gefährlichen Materialien enthielt. Die Besichtigung des Fundorts und des Objekts selbst dauerte viele Stunden und wurde von den Ermittlern in der Nacht vom 12. auf den 13. März abgeschlossen. Nach ersten Feststellungen der Staatsanwaltschaft ist die Drohnenkonstruktion primitiv und wurde hauptsächlich aus Sperrholz gefertigt. Die Behörden sicherten den Fund für weitere technische Untersuchungen, die den genauen Ursprung und Zweck der Maschine klären sollen.

Vizekanzler und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz bezog sich auf den Vorfall und deutete an, dass das Gerät von ausländischen Diensten genutzt worden sein könnte. Der Ressortchef wies darauf hin, dass die Charakteristik des Objekts vermuten lasse, dass es eine Mission für Akteure durchgeführt habe, die als Gegner aus dem Osten bezeichnet werden. Die Konstruktion wurde von den Ermittlern als Köder beschrieben, eine Technik, die häufig bei hybriden Aktionen angewendet wird. Es gab auch Berichte, unter anderem von der Polnischen Presseagentur, wonach die Drohne sich möglicherweise schon länger auf polnischem Territorium befunden habe. Eine der Hauptthesen geht davon aus, dass der Fund mit einer Verletzung des polnischen Luftraums zusammenhängt, die im September des vergangenen Jahres stattfand. In den letzten Jahren verzeichnete Polen wiederholt Vorfälle im Zusammenhang mit der Verletzung des Luftraums durch Objekte, die aus östlicher Richtung einflogen. Die schwerwiegendsten davon fanden 2024 statt, als Radarsysteme nicht identifizierte Objekte verfolgten, die in das Gebiet der Woiwodschaft Lublin einflogen. Der Vorfall in Galczyce reiht sich in eine Serie von Funden von Drohnentrümmern ein, die nach Verlust der Verbindung oder Erschöpfung des Treibstoffs in unbewohnten Gebieten wie Wäldern oder Industriegeländen abstürzen.

Die von der Bezirksstaatsanwaltschaft in Konin geführte Ermittlung zielt darauf ab, festzustellen, wie die Drohne auf das Tagebaugelände gelangte und wie lange sie dort gelegen hat. Aufgrund der Lage im Landesinneren weckt der Fall besonderes Interesse bei den für die Staatssicherheit zuständigen Diensten. Militärexperten sollen die elektronischen Bauteile des Geräts analysieren, sofern diese überlebt haben, um zu versuchen, seine Flugroute zu rekonstruieren. Obwohl das Objekt militärischen Konstruktionen ähnelt, deutet seine Fertigung aus Sperrholz auf eine kostengünstige Serienproduktion hin, die für Geräte charakteristisch ist, die Beobachtungssysteme überlasten sollen. „Wszystko wskazuje na to, że mamy do czynienia z obiektem, który miał służyć adwersarzom ze wschodu do rozpoznania lub zmylenia naszych systemów” (Alles deutet darauf hin, dass wir es mit einem Objekt zu tun haben, das Gegnern aus dem Osten zur Aufklärung oder zur Irreführung unserer Systeme dienen sollte) — Władysław Kosiniak-Kamysz via PAP Chronologie des Vorfalls in Galczyce: 12. März, vormittags — Entdeckung des Objekts; 12. März, nachmittags — Sicherung des Geländes; 13. März, nachts — Abschluss der Arbeiten; 13. März, vormittags — Mitteilung des Verteidigungsministeriums

Mentioned People

  • Władysław Kosiniak-Kamysz — Polnischer Arzt, Kommunalpolitiker und Politiker, Doktor der medizinischen Wissenschaften. Seit 2015 Vorsitzender der Polnischen Volkspartei, Abgeordneter des Sejm der VIII., IX. und X. Kadenz, Vizeka