Die regionalen Wahlen am Sonntag in Aragonien brachten einen Sieg der Mitte-rechts-Partei Partido Popular, doch das Ergebnis stellt den Parteichef Alberto Núñez Feijóo in eine schwierige politische Lage. Trotz des Siegs verlor die PP zwei Mandate, während die rechtsextreme Partei Vox ihre Sitzzahl verdoppelte. Gleichzeitig erlitt die bisher regierende Linke eine historische Niederlage, was die großen politischen Kräfte Spaniens zwingt, ihre bisherigen Strategien vor den bevorstehenden Wahlkämpfen in anderen Regionen des Landes zu überdenken.
Bittersüßer Sieg der Partido Popular
Die Formation Jorge Azcón gewann die Wahlen und errang 26 Mandate, verlor aber 2 Abgeordnete im Vergleich zum vorherigen Wahlergebnis.
Starker Anstieg der Bedeutung von Vox
Die Partei unter der Führung von Santiago Abascal verdoppelte ihre Sitzzahl, gewann 14 Mandate und wurde zum unverzichtbaren Koalitionspartner für die Rechte.
Historische Niederlage der Sozialisten
Die Partei PSOE erreichte das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Region, was als Ausdruck des Protests gegen die Politik von Ministerpräsident Pedro Sánchez interpretiert wird.
Druck auf landesweite Vereinbarung
Die Ergebnisse zwingen Alberto Núñez Feijóo dazu, seine Strategie gegenüber Vox vor den bevorstehenden Wahlen in Kastilien und León sowie Andalusien zu überdenken.
Die Wahlen in der autonomen Region Aragonien endeten mit einem Sieg der Partido Popular (PP), die 26 Mandate im 67-köpfigen Regionalparlament Cortes de Aragón gewann. Dieser Erfolg hat jedoch einen bittersüßen Beigeschmack, da die Partei von Jorge Azcón im Vergleich zur vorherigen Legislaturperiode zwei Sitze verlor. Der wahre Sieger des Abends war die Partei Vox, die ihre Anzahl an Abgeordneten verdoppelte und sogar 14 Abgeordnete ins Regionalparlament einbrachte. Diese Machtverteilung bedeutet, dass die Partido Popular nicht allein regieren kann und vor der Notwendigkeit steht, eine Koalition mit den rechtsextremen Radikalen unter der Führung von Santiago Abascal zu bilden. Aragonien wird traditionell als politisches Barometer Spaniens angesehen. Seit der Wiederherstellung der Demokratie im Jahr 1975 haben die Ergebnisse in dieser Region fast immer die späteren Trends im gesamten Land widergespiegelt, was den derzeitigen Zusammenbruch der Linken zu einem Alarmzeichen für Madrid macht. Die Spanische Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) von Ministerpräsident Pedro Sánchez erlebt hingegen eine beispiellose Krise und erreicht in dieser Region einen historischen Tiefstand an Unterstützung. Der landesweite PP-Chef Alberto Núñez Feijóo forderte Vox auf, Verantwortung zu zeigen und die Amtseinführung von Azcón nicht zu blockieren. Er betonte, dass die Wähler jede Kraft bestrafen würden, die sich als „Mauer” erweist, die eine stabile Regierung verhindert. Die Vertreter von Vox, ermutigt durch das hervorragende Ergebnis, erklären jedoch offen, dass sie in die Regierung eintreten und direkten Einfluss auf die lokale Politik nehmen wollen, was zu Spannungen innerhalb der Partido Popular selbst führt. Anstieg der Mandate der Partei Vox in Aragonien Analysten weisen darauf hin, dass die aragonische Wahl eine neue Richtung in der spanischen Regionalpolitik vorgibt. Die Strategie der Partido Popular, Vox zu ignorieren, erwies sich als wirkungslos, und der Anstieg der Unterstützung für die Rechte hängt unter anderem mit der Kritik an der Migrationspolitik der Zentralregierung zusammen. Die Amtseinführung des neuen Regierungschefs von Aragonien wird von beiden Parteien erfordern, den „kleinsten gemeinsamen Nenner” zu finden, was zum Vorbild für künftige Bündnisse in anderen Teilen des Landes werden könnte. Vox darf nicht zu einer Mauer werden, die die Bildung einer von der Mehrheit der Bürger gewählten Regierung verhindert. PP: 26, Vox: 14, PSOE: 20, Andere: 7 [{"Aspekt": "Mandate PP", "vor": "28", "nach": "26"}, {"Aspekt": "Mandate Vox", "vor": "7", "nach": "14"}, {"Aspekt": "Situation PSOE", "vor": "historisches Minimum", "nach": "historischer Tiefstand"}]
Mentioned People
- Jorge Azcón — Vorsitzender der Partido Popular in Aragonien, Wahlsieger bei den Regionalwahlen, der eine Wiederwahl zum Präsidenten der Region anstrebt.
- Alberto Núñez Feijóo — Vorsitzender der landesweiten Partido Popular, der Vox zu verantwortungsvollem Handeln in den Koalitionsverhandlungen aufruft.
- Santiago Abascal — Vorsitzender der Partei Vox, der nach dem Erfolg in Aragonien eine Beteiligung an der Regierungsmacht fordert.