Mehrere am 15. März 2026 veröffentlichte Umfragen zeichnen ein ungünstiges Bild für PiS nach der Kür von Przemysław Czarnek zum Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten. Die Erhebung von SW Research für Onet sowie eine zweite, von polityka.se.pl und naTemat.pl zitierte Umfrage deuten darauf hin, dass die Personalie in der Bevölkerung überwiegend skeptisch gesehen wird. Ein belastbarer Anstieg der Unterstützung für die Partei ist daraus bislang nicht abzuleiten.
Umfragen fallen für Czarnek ungünstig aus
Am 15. März 2026 veröffentlichte Erhebungen von SW Research für Onet sowie eine weitere, von polityka.se.pl und naTemat.pl zitierte Umfrage zeigen, dass die Nominierung Przemysław Czarnks von vielen Polen negativ oder skeptisch beurteilt wird.
Kaczyńskis Erwartung erfüllt sich vorerst nicht
PiS-Chef Jarosław Kaczyński hatte darauf gesetzt, dass die Benennung Czarnks zum Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten die Umfragewerte der Partei verbessern werde. Dafür gibt es bislang keinen bestätigten Beleg.
Czarnek greift Regierung wegen CBA-Plänen an
Der PiS-Politiker kritisierte laut Niezalezna.pl das Vorhaben der Regierung, das Zentrale Antikorruptionsbüro aufzulösen, und bezeichnete den Schritt als politisch motiviert.
Debatte reicht bis zur EU-Klimapolitik
Ein Kommentar von Do Rzeczy plädierte zugleich für die vollständige Abschaffung des EU-Emissionshandelssystems. Die Position entspricht der grundsätzlichen Linie der PiS in der europäischen Klimapolitik.
Am 15. März 2026 veröffentlichte Umfragen zeigten, dass die Mehrheit der Polen die Nominierung von Przemysław Czarnek zum Kandidaten der PiS für das Amt des Ministerpräsidenten negativ bewertet. Das ist ein Rückschlag für die Hoffnung der Partei, die Ankündigung könne ihre Position verbessern. Eine von SW Research für Onet durchgeführte Erhebung ergab, dass viele Polen der Kandidatur mit Skepsis begegnen. Nur eine kleine Minderheit äußerte sich eindeutig positiv. Eine zweite Umfrage, auf die sich polityka.se.pl und naTemat.pl beriefen, fiel für die Partei ähnlich ungünstig aus. PiS-Chef Jarosław Kaczyński hatte auf die Nominierung Czarnks gesetzt und erwartet, dass sie die Umfragewerte der Partei verbessern werde. Mehrere Medien bezeichneten die zusammengefassten Ergebnisse als „kalte Dusche“ für PiS.
Przemysław Czarnek war von 2020 bis 2023 Bildungs- und Wissenschaftsminister in der Regierung von Mateusz Morawiecki. Diese Zeit war von erheblichen Kontroversen über Änderungen an den Lehrplänen und über die Freiheit der Wissenschaft geprägt. Seit 2019 gehört er dem Sejm an und vertritt dort die neunte und die zehnte Wahlperiode. Zudem ist er stellvertretender Vorsitzender der PiS. Jarosław Kaczyński führte die polnische Regierung zwischen 2006 und 2007 als Ministerpräsident und ist seit der Gründung der Partei die prägende Figur der PiS geblieben. PiS regierte Polen von 2015 bis Ende 2023. Danach übernahm nach der Parlamentswahl eine von Donald Tusk geführte Koalition die Macht.
Czarnek, Jurist und Professor an der Katholischen Universität Lublin, nutzte seine öffentliche Rolle als gerade benannter Kandidat, um zu einem Vorhaben der Regierung Stellung zu nehmen, das Zentrale Antikorruptionsbüro aufzulösen. Nach einem Bericht von Niezalezna.pl ließ Czarnek keinen Zweifel daran, warum die derzeitige Regierung die Behörde liquidieren wolle, und stellte den Schritt als politisch motiviert dar. Mit dieser Kritik stellte er sich in einer Frage der Strafverfolgung, die in der polnischen Politik erhebliches symbolisches Gewicht hat, unmittelbar gegen die Regierungskoalition. Seine Äußerungen wurden am selben Tag veröffentlicht, an dem mehrere Umfragen zu seiner Kandidatur in den Medien erschienen. Das erhöhte seine Sichtbarkeit als von PiS designierter Herausforderer für das Amt des Ministerpräsidenten.
Unabhängig davon veröffentlichte das konservative Medium Do Rzeczy am 15. März 2026 einen Kommentar, in dem gefordert wurde, das EU-Emissionshandelssystem nicht zu reformieren, sondern vollständig abzuschaffen. Diese Position entspricht der breiteren Linie der PiS in der europäischen Klimapolitik. Der Beitrag spiegelte eine Strömung innerhalb der polnischen Rechten wider, die das ETS als wirtschaftliche Belastung für die polnische Industrie und für private Haushalte betrachtet. Dieses Argument hat in konservativen polnischen Medien an Gewicht gewonnen, weil Energiekosten politisch sensibel bleiben. Mit seiner Nominierung zum Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten steht Czarnek im Zentrum einer breiten politischen Debatte, die von der Antikorruptionsbekämpfung über Bildungspolitik bis hin zu europäischen Regulierungsrahmen reicht. Ob sich seine Kandidatur in künftigen Erhebungen in messbaren Zugewinnen für PiS niederschlägt, bleibt offen. Die aktuellen Umfragen liefern keinen bestätigten Hinweis auf einen Aufwärtstrend bei der Unterstützung für die Partei.