Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hat am 13. März 2026 in Caracas eine hochrangige kolumbianische Delegation empfangen. Es war das erste bilaterale Treffen beider Länder in Präsenz seit der Entmachtung von Nicolás Maduro im Januar 2026.

Erstes Präsenztreffen seit Maduros Sturz

Delcy Rodríguez empfing am 13. März 2026 in Caracas eine hochrangige kolumbianische Delegation. Es war das erste bilaterale Treffen in Präsenz seit der Entmachtung von Nicolás Maduro im Januar 2026.

Präsidententreffen auf Ende April vertagt

Das ursprünglich geplante Treffen zwischen Rodríguez und Kolumbiens Präsident Gustavo Petro wurde verschoben und soll nun Ende April 2026 in Maracaibo stattfinden.

Gasabkommen zu Cardón IV

PDVSA, Eni und Repsol unterzeichneten ein strategisches Abkommen zur stärkeren Erschließung des Offshore-Gasfelds Cardón IV, zur Ausweitung von Investitionen und zur Erhöhung der Produktionskapazität.

Pipeline nach Kolumbien soll repariert werden

Venezuela kündigte die Instandsetzung einer Pipeline an, um Erdgasexporte nach Kolumbien zu erleichtern und den bilateralen Handel wiederzubeleben.

Sanktionen und Grenzsicherheit auf der Agenda

Bei den Gesprächen in Caracas ging es zudem um Grenzsicherheit. Rodríguez forderte erneut die Aufhebung der US-Sanktionen gegen Venezuela.

Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hat am 13. März 2026 in Caracas eine hochrangige kolumbianische Delegation empfangen und damit das erste bilaterale Treffen beider Länder in Präsenz seit der Entmachtung von Nicolás Maduro im Januar 2026 ausgerichtet. Die Delegation wurde von der kolumbianischen Außenministerin Rosa Villavicencio und Verteidigungsminister Pedro Sánchez geleitet, nachdem ein geplantes Präsidententreffen zwischen Rodríguez und dem kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro verschoben worden war. Beide Seiten vereinbarten, das Präsidententreffen für Ende April 2026 in Maracaibo neu anzusetzen. Bei den Gesprächen ging es um Energiekooperation, Grenzsicherheit und Handel; zudem forderte Rodríguez die Aufhebung der US-Sanktionen gegen Venezuela.

Ein zentrales Ergebnis des Gipfels in Caracas war ein strategisches Gasabkommen zwischen Venezuelas PDVSA sowie dem italienischen Energiekonzern Eni und dem spanischen Unternehmen Repsol, um die Erschließung des Offshore-Gasfelds Cardón IV zu stärken. Nach Angaben von ANSA soll das Abkommen Investitionen ausweiten, die Produktionskapazität erhöhen und einen Strategieplan für 2026 bis 2028 voranbringen. Ein Websuchergebnis von ANSA deutete darauf hin, dass die Vereinbarung außerdem die Rückzahlung von Schulden der PDVSA an das Gemeinschaftsunternehmen über Rohöllieferungen erleichtern würde. Eni bezeichnete das Abkommen als einen Beitrag zur Energiestabilität Venezuelas. Die Vereinbarung stellt einen bedeutenden Schritt in Venezuelas Bemühungen dar, nach dem politischen Übergang infolge von Maduros Sturz europäische Energieinvestitionen anzuziehen.

Venezuela kündigte zudem Pläne an, eine Pipeline zu reparieren, um Erdgasexporte nach Kolumbien zu erleichtern, mit dem Ziel, den bilateralen Handel wiederzubeleben, wie Notícias ao Minuto berichtete. Die Reparatur der Pipeline ist Teil eines breiteren Rahmens für Energiekooperation, der bei den Treffen in Caracas erörtert wurde. Die Grenzsicherheit bildete einen weiteren zentralen Pfeiler der Tagesordnung und spiegelte anhaltende Sorgen entlang der gemeinsamen Grenze beider Staaten wider. Rodríguez nutzte die Treffen, um auf ein Ende der US-Sanktionen zu drängen, die Venezuelas Wirtschaft und Energiesektor seit Langem einschränken. Das neu angesetzte Präsidententreffen zwischen Petro und Rodríguez in Maracaibo soll nach Angaben von El País Ende April 2026 stattfinden.

„Venezuela und Kolumbien beraten über Sicherheit, während Rodríguez ein Ende der US-Sanktionen fordert” — Delcy Rodríguez via Reuters

Venezuela und Kolumbien teilen eine lange Grenze und enge wirtschaftliche Verflechtungen, darunter den historischen Erdgashandel über grenzüberschreitende Pipelines. Nicolás Maduro, der Venezuela seit 2013 regiert hatte, wurde im Januar 2026 von den Vereinigten Staaten festgenommen und faktisch aus dem Amt entfernt; zwei Tage später wurde Rodríguez nach ihrem Wikipedia-Eintrag als Interimspräsidentin vereidigt. Das Offshore-Feld Cardón IV ist seit Jahren ein Gemeinschaftsunternehmen von PDVSA, Eni und Repsol und gilt als eine der bedeutenden Anlagen zur Gasförderung in Lateinamerika. Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro, der 2022 als erster linker Präsident Kolumbiens sein Amt antrat, hatte laut Reuters im Februar 2026 bereits mit US-Präsident Donald Trump über venezolanisches Gas und die Zusammenarbeit bei der Drogenbekämpfung gesprochen. Venezuela hatte zudem im Oktober 2025 die Energiekooperation mit Trinidad und Tobago ausgesetzt, wie ein Reuters-Websuchergebnis ergab, was die Fragilität seiner regionalen Energiepartnerschaften vor dem aktuellen diplomatischen Vorstoß unterstreicht.