Drei Wochen nach Beginn des US-israelischen Kriegs gegen Iran treten Differenzen zwischen Benjamin Netanyahu und Donald Trump deutlicher hervor. Während Israels Regierungschef auf einen Bodeneinsatz dringt, soll der US-Präsident intern Vorbehalte gegen die Ausweitung des Einsatzes geäußert haben. Zugleich dauern die Luftangriffe auf Teheran auch während des persischen Neujahrsfests Nowruz an.

Drei Wochen nach Beginn des US-israelischen Kriegs gegen Iran ist zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und US-Präsident Donald Trump ein strategischer Gegensatz über Ziele und Umfang des Konflikts sichtbar geworden. Netanyahu erklärte auf einer von mehreren Medien begleiteten Pressekonferenz, der Krieg „müsse eine Bodenkomponente haben“, um seine Ziele zu erreichen. Trump habe nach einem Bericht von Le Temps intern Vorbehalte gegen die Kampagne geäußert; als Beleg wird der Satz angeführt: „I told him not to do it.“ Die Differenzen treten zu einem Zeitpunkt zutage, an dem der Konflikt am 20. März 2026 seine dritte Woche vollendet und israelische Luftangriffe weiter Teheran treffen, während in Iran Nowruz, das persische Neujahr, begangen wird. Nach Ergebnissen von Websuchen unter Berufung auf Reuters und die BBC wurden inzwischen mehr als 1.300 Tote erfasst.

Netanyahu weist Darstellung eines israelischen Hineinziehens der USA als „Fake News“ zurück Netanyahu nutzte die Pressekonferenz auch dazu, der Darstellung entgegenzutreten, Israel habe die Vereinigten Staaten in einen Krieg hineingezogen, den Washington nicht gewollt habe. Der israelische Regierungschef habe diese Charakterisierung laut BBC als „fake news“ zurückgewiesen. Die Zurückweisung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Kommentare, insbesondere in europäischen und US-amerikanischen Medien, wonach eher die strategischen Ziele Israels als jene Washingtons die Richtung des Konflikts bestimmten. Ein Meinungsbeitrag in The Irish Times vertrat die Auffassung, Israels Zielsetzungen, die auf die Ausschaltung des iranischen Atomprogramms und der militärischen Führung gerichtet seien, prägten den Kriegsverlauf stärker als amerikanische Vorgaben. Israels Außenminister Gideon Saar sagte, Israel habe den Krieg „faktisch gewonnen“. Diese Aussage steht in Spannung zu Netanyahus gleichzeitiger Forderung, eine Bodenkomponente bleibe notwendig. Der Abstand zwischen diesen beiden Positionen — ein reklamierter Sieg einerseits und die fortgesetzte Forderung nach einer Bodenoffensive andererseits — zeigt, wie widersprüchlich die offiziell benannten israelischen Kriegsziele wirken.

Trump prüft Truppenentsendung, während die Ziele weiter auseinandergehen Trump erwäge Berichten zufolge die Entsendung von US-Truppen nach Iran, wie aus von Gazeta.pl zitierten Berichten hervorgeht, obwohl die ihm zugeschriebenen internen Vorbehalte auf eine gewisse Ambivalenz gegenüber einer Ausweitung der Kampagne hindeuten. Die Süddeutsche Zeitung berichtete, die Kriegsziele von Trump und Netanyahu entfernten sich weiter voneinander, und deutete den Gegensatz eher als strukturelles Problem denn als vorübergehende Meinungsverschiedenheit. Während Netanyahu fortlaufend betont habe, dass ein Bodeneinsatz notwendig sei, um den Einsatz zu Ende zu bringen, wirke Trumps Haltung eher auf begrenztere Ziele ausgerichtet. Le Temps bezeichnete den Konflikt als „kostspielig“ und schrieb, er habe das Trump-Netanyahu-Bündnis geschwächt, das die ersten Monate der neuen US-Regierung geprägt habe. Israelische Luftangriffe trafen nach BBC-Angaben am Freitag während der Nowruz-Feiern Teheran, einen Tag nach früheren Angriffen auf die Hauptstadt. Der Zeitpunkt der Angriffe während eines wichtigen zivilen Feiertags lenkte international zusätzliche Aufmerksamkeit auf die humanitären Folgen der Kampagne.

Die US-israelische Militärkampagne gegen Iran begann am 28. Februar 2026 mit Angriffen, bei denen der Oberste Führer Ali Khamenei getötet wurde. Das geistliche Establishment Irans bestimmte daraufhin am 9. März 2026 Mojtaba Khamenei, den Sohn des getöteten Obersten Führers, zu seinem Nachfolger. Der Krieg bedeutete eine erhebliche Eskalation eines jahrelangen verdeckten und über Stellvertreter geführten Konflikts zwischen Israel und Iran. Dazu gehörten israelische Angriffe auf von Iran unterstützte Kräfte in der Region sowie Irans Unterstützung für Gruppen wie die Hisbollah und die Hamas. Israelische Angriffe im Libanon hatten nach Ergebnissen von Websuchen unter Berufung auf Reuters und die BBC bereits mehr als eine Million Menschen vertrieben; diese Zahl wurde noch vor Beginn der direkten Kampagne gegen Iran erreicht.

Die regionalen und internationalen Dimensionen des Konflikts geraten zunehmend in den Blick. Das griechische Medium Iefimerida berichtete über die Risiken, die ein lang andauernder Krieg für Europa und insbesondere für Griechenland mit sich bringt, und spiegelte damit eine weiter verbreitete europäische Sorge über wirtschaftliche und sicherheitspolitische Folgen des Konflikts wider. Al Jazeera veröffentlichte eine Analyse dazu, was das Muster der US-israelischen Zielauswahl über die tieferliegenden Kriegsziele erkennen lasse, und verwies darauf, dass die Auswahl der Ziele auf unterschiedliche Prioritäten der beiden Verbündeten hindeute. Das Portal SRF News berichtete über Netanyahus Pressekonferenz mit dem Schwerpunkt auf der Frage, worin Israels erklärte Kriegsziele eigentlich bestehen, eine Frage, die selbst unter Unterstützern der Kampagne umstritten bleibt. Die Kombination aus einem von israelischer Seite reklamierten Sieg, der fortdauernden Forderung nach Bodentruppen, amerikanischen Vorbehalten hinter den Kulissen und einer steigenden Zahl von Toten in Iran hat drei Wochen nach Kriegsbeginn zu einem Konflikt geführt, dessen mögliches Ende weiter offen ist.