In Frankreich sind zwei Brüder nach Angaben der Antiterrorstaatsanwaltschaft einem Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Die Behörde wirft ihnen vor, einen tödlichen und antisemitischen Anschlag vorbereitet zu haben. Festgenommen wurden die 22 und 20 Jahre alten Männer bereits am 10. März in Longuenesse im Norden des Landes, nachdem in der Nähe eines Gefängnisses eine Drohne gemeldet worden war.
Vorführung vor Ermittlungsrichter
Die französische Antiterrorstaatsanwaltschaft ließ die Brüder Elyasse H. und Moad H. am 15. März 2026 einem Antiterror-Ermittlungsrichter vorführen.
Festnahme nach Drohnensichtung
Die Polizei nahm die beiden am 10. März in Longuenesse fest, nachdem eine Drohne über einem Gefängnis in der Nähe gemeldet worden war.
Funde im Fahrzeug
Im Auto entdeckten Beamte eine halbautomatische Waffe, eine Flasche Salzsäure, Aluminiumfolie und eine Fahne des Islamischen Staates.
Einlassungen im Gewahrsam
Nach Angaben der Behörden räumten beide Brüder im Polizeigewahrsam ein, einen Anschlag in Frankreich geplant zu haben, und erklärten, sie strebten das Martyrium an.
Bislang keine Angaben zu konkreten Zielen
Öffentlich bestätigte Informationen zu dem oder den vorgesehenen Angriffszielen liegen bislang nicht vor.
Die französische Antiterrorstaatsanwaltschaft hat am Sonntag, 15. März 2026, zwei Brüder einem Antiterror-Ermittlungsrichter vorführen lassen. Die Festnahme der beiden lag zu diesem Zeitpunkt fünf Tage zurück. Nach Darstellung der Nationalen Antiterrorstaatsanwaltschaft steht der Verdacht im Raum, sie hätten einen „tödlichen und antisemitischen“ Terroranschlag geplant. Bei den Verdächtigen handelt es sich um Elyasse H., 22 Jahre alt, und Moad H., 20 Jahre alt. Beide besitzen die italienisch-marokkanische Staatsangehörigkeit. Die Polizei nahm sie am Dienstag, 10. März, in der nordfranzösischen Stadt Longuenesse fest, nachdem in der Nähe des Orts der Festnahme eine Drohne über einem örtlichen Gefängnis gemeldet worden war. Nach der formellen Vorführung der Brüder vor Gericht am 15. März liegt das Verfahren nun in den Händen eines Antiterror-Ermittlungsrichters.
Der Festnahme war ein Polizeieinsatz vorausgegangen, der durch die Sichtung der Drohne nahe dem Gefängnis von Longuenesse ausgelöst worden war. Bei der Kontrolle des Fahrzeugs der Brüder fanden die Beamten im Auto eine halbautomatische Waffe, eine Flasche Salzsäure, Aluminiumfolie und eine Fahne des Islamischen Staates. Während des Polizeigewahrsams räumten beide Brüder ein, einen Terroranschlag auf französischem Boden geplant zu haben. Zudem erklärten sie, sie strebten das Martyrium an. Elyasse H., der ältere der beiden, soll Ingenieurwissenschaften studieren. Die Kombination aus den im Fahrzeug gefundenen Gegenständen und den Aussagen der Brüder während der Vernehmung bildete nach Angaben der PNAT die Grundlage für die erhobenen Terrorismusvorwürfe.
Frankreich ist seit mehr als einem Jahrzehnt einer anhaltenden Bedrohung durch dschihadistischen Terrorismus ausgesetzt; schwere Anschläge ereigneten sich in Paris und anderen Städten. Die PNAT wurde 2019 geschaffen, um die Verfolgung von Terrorismus und internationalen Verbrechen unter einer einzigen nationalen Behörde mit Sitz in Paris zu bündeln. Antisemitische Motive spielten in Frankreich in den vergangenen Jahren in mehreren aufsehenerregenden Terrorismusfällen eine Rolle. Dass die Staatsanwaltschaft den mutmaßlichen Plan ausdrücklich als antisemitisch einordnet, fügt sich damit in ein dokumentiertes Muster ein. Französische Behörden haben wiederholt darauf hingewiesen, dass radikalisierte Personen, auch ohne vorherige Vorstrafen, eine erhebliche Bedrohung im Inland darstellen.
Die formelle Einordnung des mutmaßlichen Plans durch die PNAT als sowohl „tödlich“ als auch „antisemitisch“ deutet darauf hin, dass die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, jüdische Einzelpersonen oder Gemeinschaften hätten gezielt angegriffen werden sollen. Das Eingeständnis der Brüder im Polizeigewahrsam, sie wollten das Martyrium anstreben, spricht für eine ideologische Nähe zur Ideologie des Islamischen Staates; darauf weist auch die in ihrem Fahrzeug sichergestellte Fahne hin. Das Verfahren wird nun im französischen Antiterror-Justizsystem weitergeführt, nachdem die Brüder formell der Zuständigkeit eines Ermittlungsrichters unterstellt worden sind. Bestätigte Informationen zu einem konkreten Ziel oder zu mehreren Zielen, die die Brüder für den geplanten Anschlag ausgewählt haben sollen, liegen bislang nicht vor. Die PNAT hat die vollständigen Einzelheiten des mutmaßlichen Plans bislang nicht öffentlich gemacht und ihn lediglich als tödlich und antisemitisch charakterisiert.