Der neueste Bericht des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) weist auf drastische Veränderungen im globalen Waffenhandel hin. Der Import von Rüstungsgütern in europäische Staaten stieg um 210 Prozent in den letzten Jahren, was eine direkte Reaktion auf die russische Aggression gegen die Ukraine ist. Während die Vereinigten Staaten und Frankreich ihre Exportdominanz festigen, stiegen Deutschland auf den vierten Platz weltweit auf und überholten dabei China.

Rekordanstieg in Europa

Der Import von Waffen in europäische Staaten stieg im Vergleich zu den Jahren 2014-2018 um 210 Prozent.

Dominanz der USA und Frankreichs

Die Vereinigten Staaten kontrollieren 42 Prozent des Marktes, und Frankreich behielt die zweite Position mit einem Anteil von 11 Prozent.

Aufstieg Deutschlands im Ranking

Deutschland wurden zum viertgrößten Waffenexporteur der Welt, und überholte dabei China in der Auflistung.

Globaler Aufwärtstrend

Seit 2021 verzeichnete der weltweite Waffenexport einen Gesamtanstieg von 9,2 Prozent.

Der globale Rüstungsmarkt durchläuft eine grundlegende Transformation, die vor allem durch den Wandel der Sicherheitsarchitektur auf dem europäischen Kontinent angetrieben wird. Laut den neuesten Daten des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) stieg der weltweite Waffenexport von 2021 bis 2023 um 9,2 Prozent. Die auffälligsten Daten betreffen jedoch Europa selbst, wo der Waffenimport in den Jahren 2019-2023 im Vergleich zur vorherigen Fünfjahresperiode um 94 Prozent zunahm. Vergleicht man die letzten beiden Jahre mit dem Zeitraum 2014-2018, stieg das Ausmaß der Käufe sogar um 210 Prozent, was eine faktische Verdreifachung der Lieferungen bedeutet.

Der sprunghafte Anstieg der Nachfrage nach Verteidigungssystemen ist eine direkte Folge der russischen Invasion in die Ukraine sowie der Notwendigkeit, die Depots nach der Lieferung von Ausrüstung an Kiew wieder aufzufüllen. Europäische Staaten, die jahrzehntelang ihre militärischen Fähigkeiten reduzierten, bestellen nun massenhaft moderne Luftabwehrsysteme, gepanzerte Fahrzeuge und Munition. Wachstum der Waffenimporte nach Europa: 2014-2018 (Basis 100%), 2019-2023 (+94%), letzte 2 Jahre (+210%) Diese Situation hat die Regierungen gezwungen, ihre Verteidigungsdoktrinen zu überprüfen und Modernisierungsprozesse zu beschleunigen, die zuvor auf viele Jahre geplant waren.

In der Struktur der globalen Lieferanten hat sich ein Duopol der Vereinigten Staaten und Frankreichs verfestigt. Die Amerikaner erhöhten ihren Anteil am Weltexport von 34 auf 42 Prozent und bleiben damit der unangefochtene Spitzenreiter. Frankreich hielt dank Verträgen für Rafale-Kampfflugzeuge und Schiffe den zweiten Platz mit einem Anteil von 11 Prozent. 42% — 42% – so hoch ist derzeit der Anteil der USA am globalen Waffenexport. Ein bedeutendes Ereignis ist der Aufstieg Deutschlands auf die vierte Position im Exporteur-Ranking. Berlin, mit einem Anteil von 5,6 Prozent, überholte China, was die wachsende Rolle der deutschen Verteidigungsindustrie bei der Versorgung von NATO-Verbündeten und Partnern in Mittel- und Osteuropa widerspiegelt.

Experten betonen, dass der aktuelle Trend nicht nur eine vorübergehende Reaktion auf den Konflikt ist, sondern eine langfristige Veränderung. „Większość państw europejskich silnie uzależniona jest od importu broni. Większość z nich od dawna planowała zwiększenie swoich zdolności militarnych, a rosyjska inwazja na Ukrainę ostatecznie przekształciła plany w zamówienia” (Die meisten europäischen Staaten sind stark von Waffenimporten abhängig. Die meisten von ihnen planten seit langem, ihre militärischen Fähigkeiten zu erhöhen, und die russische Invasion in die Ukraine hat diese Pläne schließlich in Bestellungen verwandelt.) — Pieter D. Wezeman, Senior Researcher bei SIPRI – erklärt Pieter D. Wezeman, Senior Researcher bei SIPRI. Anteile am globalen Waffenexport Diese Dynamik wird durch die globale Instabilität verstärkt, was Berichte über die Notwendigkeit des Wiederaufbaus strategischer Vorräte in fast jeder Weltregion bestätigen. Europa, das sich zum Einkaufszentrum entwickelt, finanziert de facto die Entwicklung militärischer Technologien bei seinen Hauptlieferanten und versucht gleichzeitig, eine eigene strategische Autonomie aufzubauen.