Das Schweizer Parlament hat eine historische Entscheidung getroffen, das Verbot für den Bau neuer Atomreaktoren aufzuheben. Dies bedeutet eine Abkehr von der nach der Katastrophe von Fukushima beschlossenen Strategie. Die Entscheidung reiht sich in einen breiteren europäischen Trend der Rückkehr zur Atomkraft als stabiler Energiequelle ein.

Ende des Bauverbots für Reaktoren

Der Schweizer Ständerat hat sich für eine Änderung der Energiepolitik ausgesprochen und ermöglicht damit die Planung neuer Investitionen in die Kernenergie.

Kurswechsel in Deutschland

Unter der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz lebt in Deutschland die Debatte über die Rückkehr zur Atomkraft und Investitionen in kleine modulare Reaktoren (SMR) wieder auf.

Unterstützung der Europäischen Kommission

Ursula von der Leyen bezeichnete den Ausstieg aus der Atomkraft als strategischen Fehler und kündigte finanzielle Unterstützung für Nukleartechnologien an.

Gesellschaftliche Spaltung

Trotz der politischen Entscheidungen bleibt die Schweizer Bevölkerung gespalten, und Kritiker verweisen auf die wachsende Rolle der erneuerbaren Energien.

Der Schweizer Ständerat hat sich für die Aufhebung des geltenden Verbots für den Bau neuer Atomkraftwerke ausgesprochen, was den Weg für einen radikalen Wandel in der Energiepolitik des Landes ebnet. Die Entscheidung der Parlamentskammer, die im März 2026 getroffen wurde, ist eine direkte Antwort auf Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit und der Notwendigkeit, die Klimaziele zu erreichen. Der Schweizer Energieminister Albert Rösti argumentierte, das Land könne angesichts des steigenden Energiebedarfs auf keine emissionsarme Technologie verzichten. Der neue Ansatz sieht vor, die Verpflichtung zur Gewährleistung der Energiesicherheit zu jeder Zeit in der Bundesverfassung zu verankern. Ständerat hat damit den Gesetzgebungsprozess eingeleitet, der zur Aufhebung der nach der Fukushima-Katastrophe erlassenen Vorschriften führen könnte.

Parallel dazu wächst in Deutschland der politische Streit über die Rückkehr zur Kernenergie, wo der CSU-Generalsekretär Martin Huber den Bau kleiner modularer Reaktoren gefordert hat. Die SMR-Technologie soll nach Ansicht bayerischer Politiker die Chance auf eine innovative und stabile Energieversorgung bieten, was im Widerspruch zur Politik der Vorgängerregierung steht. Martin Huber widersprach öffentlich den Aussagen des ehemaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz, wonach der Atomausstieg ein unumkehrbarer Prozess sei. Auch die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, äußerte sich in der Debatte und bewertete die früheren Entscheidungen zum Verzicht auf diese Energieform in geopolitischen Kategorien. „Der Ausstieg aus der Kernenergie war ein strategischer Fehler” — Ursula von der Leyen via Reuters

Die Situation in Deutschland ist aufgrund von Meinungsverschiedenheiten innerhalb der derzeitigen Regierungskoalition unter der Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz kompliziert. Während die CSU eine Investitionsoffensive im Nuklearsektor fordert, zeigt sich Bundeskanzler Friedrich Merz zurückhaltender, was zu Spannungen zwischen CDU und CSU führt. Diese Debatte findet im Schatten der für 2039 geplanten Abschaltung des Schweizer Kernkraftwerks Gösgen statt, dessen Betriebsdauer nun verlängert werden könnte. Die Schweiz entschied sich 2017 für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie, als die Bürger in einer Volksabstimmung die Energiestrategie 2050 unterstützten. Diese Entscheidung war eine Folge der Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima im Jahr 2011, die eine Welle des Atomausstiegs in ganz Europa auslöste, darunter den radikalsten Atomausstieg in Deutschland. Aufgrund der Energiekrise und steigender Gaspreise überprüfen derzeit viele Länder diese Annahmen und erkennen die Kernenergie als unverzichtbaren Bestandteil des Energiemixes an.

Trotz des politischen Impulses für Veränderungen bleibt die Schweizer Bevölkerung beim Bau neuer Anlagen gespalten, wie jüngste Meinungsumfragen bestätigen. Laut Umfragen Anfang März 2026 spricht sich eine knappe Mehrheit der Bürger weiterhin für die Beibehaltung des Bauverbots für neue Reaktoren aus. Die Bundesregierung steht vor der Herausforderung, die Wähler von einer neuen Vision zu überzeugen, die davon ausgeht, dass nur die Atomkraft die Energieunabhängigkeit in den Wintermonaten garantieren kann. Entwicklung der Schweizer Atompolitik: 11. März 2011 — Katastrophe von Fukushima; 21. Mai 2017 — Energie-Referendum; 7. März 2026 — Meinungsumfrage; 13. März 2026 — Abstimmung im Ständerat

Mentioned People

  • Albert Rösti — Schweizer Politiker der SVP, Mitglied des Bundesrats seit dem 1. Januar 2023, Energieminister.
  • Martin Andreas Huber — Deutscher Politiker der CSU, Mitglied des Bayerischen Landtags und seit Mai 2022 Generalsekretär seiner Partei.
  • Friedrich Merz — Deutscher Politiker der CDU, seit dem 6. Mai 2025 der zehnte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
  • Olaf Scholz — Deutscher Politiker der SPD, neunter Bundeskanzler Deutschlands in den Jahren 2021–2025.
  • Ursula von der Leyen — Deutsche Politikerin der CDU, seit Dezember 2019 Präsidentin der Europäischen Kommission.
  • Jürg Grossen — Führer der Schweizer Partei der Grünliberalen.