Die Asiatische Hornisse hat ihre Präsenz in Nordrhein-Westfalen erheblich ausgeweitet, was die Behörden dazu veranlasst hat, die invasive Art als dauerhaft in der Region etabliert einzustufen.

Statusänderung

Die Asiatische Hornisse gilt in NRW nun als dauerhaft etabliert, was die Strategie von Ausrottung auf Management umstellt.

Behördliche Vorgaben

Die verpflichtende staatliche Nestentfernung wurde eingestellt; Meldungen durch die Bevölkerung bleiben jedoch für das Monitoring essenziell.

Ökologische Auswirkungen

Als Superprädator gefährdet die Art die lokale Biodiversität, insbesondere Honig- und Wildbienenpopulationen.

Die Asiatische Hornisse hat ihre Präsenz in Nordrhein-Westfalen erheblich ausgeweitet, was die Behörden dazu veranlasst hat, die invasive Art als dauerhaft in der Region etabliert einzustufen. Seit März 2025 hat die Art einen Status erreicht, bei dem eine vollständige Ausrottung von Umweltbehörden nicht mehr als realistisches Ziel angesehen wird. Diese Änderung der Einstufung, der Wechsel von Artikel 16 zu Artikel 19 der EU-Verordnung über invasive Arten, hat die Art und Weise, wie der Staat mit dem Insekt umgeht, grundlegend verändert. Zuvor waren die Behörden verpflichtet, jedes entdeckte Nest zu entfernen, doch diese Anforderung endete aufgrund der weit verbreiteten Natur der Population. Der Staat konzentriert sich nun auf das Management und die Überwachung anstelle einer vollständigen Beseitigung. Das Melden von Sichtungen an das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz bleibt ein entscheidender Bestandteil der aktuellen Strategie.

Die Asiatische Hornisse, die in Südostasien beheimatet ist, wurde erstmals 2004 im französischen Département Lot-et-Garonne im Südwesten Europas nachgewiesen. Es wird angenommen, dass die Art durch eine Keramiklieferung aus China eingeschleppt wurde. Seit ihrer ersten Entdeckung hat sich die Hornisse über mehrere europäische Länder ausgebreitet, darunter Belgien und die Niederlande, bevor sie Deutschland erreichte. Die Art ist etwas kleiner als die Europäische Hornisse und zeichnet sich durch ihren dunklen Körper und die gelb gefärbten Beine aus. In Nordrhein-Westfalen besiedelt das Insekt typischerweise Gebiete unterhalb einer Höhe von 200 Metern und baut häufig Nester entlang von Flussläufen sowie an den Rändern von städtischen Siedlungen.

Umweltexperten beschreiben die Asiatische Hornisse als Superprädator, der eine ernsthafte Bedrohung für die lokale Biodiversität darstellt, insbesondere für Honigbienen und Wildbienen. Die Hornissen schweben oft vor Bienenstöcken, um zurückkehrende Sammlerinnen abzufangen, was zum Zusammenbruch ganzer Völker führen kann. Neben Bienen umfasst ihre Nahrung eine breite Palette anderer Insekten, was das lokale ökologische Gleichgewicht stört. Trotz ihres aggressiven Jagdverhaltens gegenüber anderen Insekten gilt ihr Stich für Menschen im Allgemeinen als nicht gefährlicher als der einer gewöhnlichen Wespe, sofern keine Allergie vorliegt. Die schiere Größe ihrer Kolonien, die Tausende von Individuen umfassen können, stellt jedoch eine Herausforderung für die lokale Schädlingsbekämpfung dar. Die Art ist derzeit aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Umwelt von der Europäischen Union als prioritäre invasive gebietsfremde Art gelistet.

Während die staatlich vorgeschriebene Entfernung von Nestern eingestellt wurde, verfolgt das LANUV die Ausbreitung weiterhin durch öffentliche Meldungen. Bewohner, die die Art oder ihre charakteristischen Primär- oder Sekundärnester identifizieren, werden ermutigt, offizielle Meldeportale zu nutzen, um die Datenerfassung zu unterstützen. Die Managementbemühungen konzentrieren sich nun zunehmend auf den Schutz spezifischer, besonders wertvoller Gebiete, wie etwa gewerbliche Imkereien, anstatt auf eine allgemeine Unterdrückung. Die Kosten für die Nestentfernung in nicht essenziellen Bereichen können in bestimmten Zuständigkeitsbereichen nun auf private Grundstückseigentümer entfallen. Dieser strategische Richtungswechsel spiegelt die Realität wider, dass sich die Art erfolgreich in das regionale Ökosystem integriert hat. Experten betonen, dass die Hornisse zwar nicht vollständig entfernt werden kann, ihre Auswirkungen jedoch durch gezielte lokale Maßnahmen abgemildert werden können.

Ausbreitung von Vespa velutina in Europa: — ; — ; —