Portugiesische Behörden, unterstützt von der französischen Kriminalpolizei, führten am 12. März 2026 eine Reihe von Durchsuchungen in den Residenzen von Armando Pereira und Hernâni Vaz Antunes im Rahmen einer Ermittlung zu Korruption in der Altice-Gruppe durch.

Internationale Dimension der Aktion

Bei den Durchsuchungen in Vieira do Minho und Braga nahmen erstmals Beamte der französischen Kriminalpolizei (Police Judiciaire) teil.

Hauptziele der Operation

Die Maßnahmen konzentrierten sich auf die Anwesen von Armando Pereira, Mitgründer von Altice, und des Geschäftsmanns Hernâni Vaz Antunes.

Vorwürfe in der Operation Picoas

Die Ermittlungen betreffen private Korruption, Geldwäsche und Steuerbetrug innerhalb der Strukturen des Telekommunikationsriesen.

Portugiesische Behörden führten am 12. März 2026 eine Reihe neuer Durchsuchungen im Rahmen der vielschichtigen Ermittlungen durch, die als Operation Picoas bekannt sind. Die Maßnahmen konzentrierten sich auf die Anwesen des Mitgründers der Telekommunikationsgruppe Altice, Armando Pereira, in Vieira do Minho sowie die Residenz des Geschäftsmanns Hernâni Vaz Antunes in Braga. An der Operation nahmen neben der portugiesischen Staatsanwaltschaft und der Steuerbehörde erstmals Beamte der französischen Kriminalpolizei (Police Judiciaire) teil. Die Ermittler untersuchen den Verdacht auf Korruption, Geldwäsche und Steuerbetrug, die die Interessen der Altice-Gruppe und des Staates geschädigt haben sollen. Operation Picoas erhielt damit eine deutliche internationale Dimension, was mit der Präsenz französischer Strafverfolgungsbehörden in den portugiesischen Residenzen der Verdächtigen zusammenhängt.

Hauptziel der Aktionen am Donnerstag waren Luxusimmobilien, die Schlüsselfiguren im Zusammenhang mit dem Konzern gehören. Die Beamten betraten das Anwesen von Armando Pereira, der in den Strukturen von Altice zuvor die Funktion des Chief Operating Officer innehatte und als enger Mitarbeiter von Patrick Drahi gilt. Parallel wurden das Haus und die Firmensitze von Hernâni Vaz Antunes durchsucht, der von den Medien als ehemalige rechte Hand Pereiras beschrieben wird. Nach Ermittlungserkenntnissen soll das Vorgehen darin bestanden haben, Beschaffungsprozesse der Altice-Gruppe zu manipulieren, um Mittel an von den Verdächtigen kontrollierte Unternehmen abzuzweigen. Die Ermittlungen zur Operation Picoas begannen öffentlich im Juli 2023, als Armando Pereira festgenommen und unter Hausarrest gestellt wurde. Ein Jahr nach diesen Ereignissen, im Juli 2024, erhielt der Geschäftsmann seinen Pass zurück und volle Reisefreiheit, das Verfahren blieb jedoch anhängig. Die Altice-Gruppe, gegründet 1994, ist einer der größten Medien- und Telekommunikationskonglomerate in Portugal und operierte früher unter dem Namen Portugal Telecom.

Die Zusammenarbeit mit der französischen PJ francesa deutet darauf hin, dass die Beweismittel auch Finanztransaktionen auf französischem Territorium betreffen könnten, wo Altice umfangreiche Vermögenswerte besitzt. An der Aktion nahmen auch Vertreter der portugiesischen Steuerbehörde (AT) sowie Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft (MP) teil. Die neuen Durchsuchungen sind Teil der Beweissammlung in einem Fall, der seit Jahren den portugiesischen Telekommunikations- und Finanzmarkt erschüttert. Meilensteine der Operation Picoas: 13. Juli 2023 — Erste Festnahmen; 25. Juli 2024 — Rückgabe des Passes; 12. März 2026 — Neue Durchsuchungen

Mentioned People

  • Armando Pereira — Mitgründer der Altice-Gruppe, dessen Residenz in Vieira do Minho Hauptziel der Durchsuchungen war.
  • Hernâni Vaz Antunes — Geschäftsmann und enger Mitarbeiter Pereiras, Verdächtiger im Korruptionsfall bei Altice.
  • Patrick Drahi — Milliardär und Eigentümer der Altice-Gruppe.
  • Alexandre Fonseca — Ehemaliger Präsident von Altice Portugal, mit Vorwürfen in der Ermittlung konfrontiert.