Mit dem Vorstoß, Kriegsschiffe zum Schutz der Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu entsenden, ist US-Präsident Donald Trump bei mehreren engen Partnern auf Widerstand gestoßen. Italien, Deutschland und Polen schlossen eine Beteiligung ausdrücklich aus. Trump reagierte mit einer Warnung an die Nato und brachte zugleich ein internationales Aufsichtsgremium für die Wasserstraße ins Gespräch.

Italien, Deutschland und Polen lehnen Teilnahme ab

Mehrere enge Verbündete der USA schlossen eine Beteiligung an Kriegsschiff-Einsätzen in der Straße von Hormus ausdrücklich aus.

Trump warnt die Nato und sucht Alternative

Nach den Absagen warnte Trump vor einer „sehr schlechten“ Zukunft der Nato und brachte zugleich ein internationales Aufsichtsgremium für die Meerenge ins Spiel.

Südkorea betont wirtschaftliche Bedeutung ohne Zusage

Im Telefonat zwischen Marco Rubio und Cho Tae-yul stand die Relevanz der Meerenge für die Weltwirtschaft im Mittelpunkt; eine militärische Verpflichtung wurde nicht angekündigt.

US-Präsident Donald Trump ist mit seiner Forderung, Kriegsschiffe zur Begleitung von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus zu entsenden, bei europäischen und asiatischen Verbündeten auf breite Ablehnung gestoßen. Italien, Deutschland und Polen lehnten eine Beteiligung ausdrücklich ab. Daraufhin warnte Trump die NATO vor einer „sehr schlechten“ Zukunft und wandte sich zugleich dem Vorschlag zu, für die Wasserstraße eine internationale Aufsichtsinstanz einzurichten. Die Zurückweisungen, über die am 16. und 17. März 2026 berichtet wurde, ließen Trump in dieser Frage zunehmend isoliert erscheinen, während Iran und Israel in der Region weiter Luftangriffe austauschten. Reuters zufolge hatte Trump Staaten dazu aufgerufen, Kriegsschiffe zu entsenden, um die Meerenge für die Schifffahrt offen zu halten, und dies als Frage der globalen wirtschaftlichen Sicherheit dargestellt. Dass die Absagen von einigen der engsten Partner Washingtons kamen, unterstrich die Zurückhaltung der Verbündeten, sich in eine mögliche Konfrontation mit Iran hineinziehen zu lassen. US-Außenminister Marco Rubio sprach gesondert mit Cho Tae-yul, dem früheren Außenminister Südkoreas. Seoul bestätigte, beide Seiten seien sich einig, dass die Meerenge für die Weltwirtschaft von zentraler Bedeutung sei. Eine militärische Zusage wurde jedoch nicht bekannt.

Meloni warnt vor einer schrittweisen Kriegsbeteiligung Die deutlichste europäische Absage kam von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Sie erklärte, ein Vorgehen in der Straße von Hormus bedeute, dem Konflikt einen Schritt näher zu kommen und selbst hineingezogen zu werden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ANSA hielt Meloni an dieser Position fest und stellte jede militärische Entsendung nicht als neutrale Sicherungsmaßnahme, sondern als Schritt in Richtung einer Verstrickung in einen größeren Krieg dar. Auch Deutschland erteilte dem Ansinnen eine Absage. Aus Berlin hieß es, die NATO sei für die Straße von Hormus nicht zuständig. Damit schloss die Bundesregierung eine Reaktion des Bündnisses auf Trumps Forderung faktisch aus. Polens Ministerpräsident Donald Tusk erklärte laut Berichten des griechischen Finanzmediums Naftemporiki, Polen werde keine Truppen nach Iran entsenden. Zugleich fügte er hinzu, die Vereinigten Staaten verstünden diese Entscheidung. Dass Rom, Berlin und Warschau nahezu gleichlautend ablehnten, war ein ungewöhnlich geschlossenes europäisches Signal gegen eine direkte amerikanische Sicherheitsforderung. „Taking action in the Strait of Hormuz would mean moving one step closer to becoming involved in the conflict” (Ein Vorgehen in der Straße von Hormus würde bedeuten, dem Konflikt einen Schritt näher zu kommen und darin verwickelt zu werden) — Giorgia Meloni via ANSA

Trump prüft nach der Isolation ein Hormuz-„Gremium“ Angesichts der ablehnenden Haltung der Verbündeten änderte Trump Berichten zufolge seinen Kurs und begann, nach Angaben von ANSA die Schaffung einer Art internationaler Aufsichtsinstanz für die Straße von Hormus zu prüfen, beschrieben als „board“. Der Vorstoß wirkte wie eine taktische Anpassung, nachdem der Wunsch nach Kriegsschiffbegleitung bei den Partnern keinen Rückhalt gefunden hatte. Reuters zufolge richtete Trump zudem eine Warnung an die Nato und sagte, dem Bündnis stehe eine „sehr schlechte“ Zukunft bevor, falls die Verbündeten nicht dabei helfen sollten, die Meerenge zu öffnen. Die Drohung spiegelte den Unmut in der Regierung über das Ausmaß der Zurückweisung wider, die sich nicht auf Europa beschränkte, sondern auch das Ausbleiben klarer militärischer Zusagen asiatischer Partner umfasste. Rubios Kontaktaufnahme mit Seoul, die Südkorea am 16. März bestätigte, konzentrierte sich auf die wirtschaftliche Bedeutung der Sicherheit in der Meerenge und nicht auf eine konkrete militärische Regelung. Die Straße von Hormus ist seit Jahrzehnten ein Brennpunkt der Spannungen zwischen den USA und Iran. Teheran hat wiederholt damit gedroht, die Wasserstraße als Reaktion auf Sanktionen oder militärischen Druck zu schließen. Neue strategische Bedeutung erhielt die Meerenge in der Tankerkrise von 2019, als eine Reihe von Angriffen auf Handelsschiffe im Golf von Oman die Sorge vor einer breiteren Konfrontation verstärkte. Die aktuelle Entwicklung folgt auf eine Phase zunehmender Angriffe zwischen Iran und Israel, die regionale und globale Akteure auf den Plan gerufen haben, um das Risiko einer Ausweitung des Konflikts zu begrenzen.

Telefonat mit Seoul verdeutlicht die wirtschaftliche Tragweite Das Telefonat zwischen Rubio und Cho Tae-yul, der bis 2025 südkoreanischer Außenminister war, drehte sich Reuters zufolge um die zentrale Rolle der Meerenge für die Weltwirtschaft. Seoul bestätigte, beide Seiten hätten sich in dieser Einschätzung verständigt. Der diplomatische Austausch unterstrich Washingtons Bemühen, eine Koalition zu schmieden, die eher mit wirtschaftlichen als mit rein militärischen Interessen begründet wird. Das Ausbleiben einer angekündigten militärischen Zusage aus Seoul deutete jedoch darauf hin, dass diese wirtschaftliche Argumentation nicht in operative Unterstützung mündete. Trumps zweigleisiger Ansatz, einerseits der Nato zu drohen und andererseits ein multilaterales Aufsichtsgremium vorzuschlagen, machte deutlich, wie schwer sich die Regierung damit tat, die Sorge der Verbündeten um die Wasserstraße in konkretes Handeln zu überführen. Der Vorgang zeigte die Grenzen des amerikanischen Einflusses auf Partner, die ein militärisches Engagement in der Nähe Irans als mit einem nicht hinnehmbaren Eskalationsrisiko verbunden ansehen. Bis zum 17. März 2026 blieb die Lage ungelöst. Bestätigte Entsendungen verbündeter Staaten gab es nicht und Trumps Vorschlag für ein „board“ befand sich ANSA zufolge noch in einem frühen Stadium.