Im Alter von 96 Jahren ist Frederick Wiseman verstorben, einer der bedeutendsten Regisseure in der Geschichte des Weltdokumentarfilms. Der Künstler, der in seiner über sechs Jahrzehnte dauernden Karriere fast 50 Filme realisierte, ging am 16. Februar 2026 friedlich von uns. Die Nachricht von seinem Tod überbrachten seine Familie und seine von ihm gegründete Produktionsfirma Zipporah Films. Wiseman wurde als kompromissloser Beobachter amerikanischer Institutionen bekannt, von psychiatrischen Kliniken über Schulen bis hin zu Opernhäusern.

Tod im Alter von 96 Jahren

Der Regisseur verstarb am 16. Februar 2026, was von seiner Familie und seinem Produktionsunternehmen Zipporah Films bestätigt wurde. Er ging im Kreis seiner Lieben von uns.

Einzigartiger dokumentarischer Stil

Wiseman schuf fast 50 Filme ohne Interviews und Musik und wandte die Methode der vollständigen Beobachtung amerikanischer öffentlicher Institutionen an.

Ehrenoscar im Jahr 2017

Für sein Lebenswerk erhielt er einen Oscar sowie zahlreiche Auszeichnungen bei Festivals in Venedig und Cannes und galt als Meister des Genres.

Die Filmwelt verabschiedet sich von Frederick Wiseman, einem Giganten des Dokumentarfilms, der im Alter von 96 Jahren verstarb. 1930 in Boston geboren, verband Wiseman seine Zukunft zunächst mit dem Recht und studierte an der renommierten Yale University. Doch die Kamera wurde sein Werkzeug zur Beschreibung der Welt, und sein Debüt von 1967, „Titicut Follies”, löste einen landesweiten Skandal aus, indem es brutale Zustände in einer Anstalt für psychisch kranke Straftäter aufdeckte. Über die folgenden Jahrzehnte baute der Regisseur konsequent seinen einzigartigen Stil auf, basierend auf dem Verzicht auf Interviews, Voice-over-Kommentare oder Musik außerhalb der Kadrierung, was dem Zuschauer ein vollständiges Eintauchen in die beobachtete Realität ermöglichte. Frederick Wiseman war ein Pionier der Strömung des Direct Cinema, die in den 1960er Jahren entstand. Diese Methode setzte auf maximale Objektivität und die Aufzeichnung von Ereignissen in ihrem natürlichen Ablauf, ohne Eingriff des Schöpfers in das Verhalten der Protagonisten.Das Werk des Regisseurs umfasste ein breites Themenspektrum, vom Alltag an öffentlichen Highschools bis hin zu den Funktionsweisen der Polizei oder großer Kulturinstitutionen. Obwohl sich die meisten seiner Werke auf die USA bezogen, teilte Wiseman in seinen späteren Jahren seine Zeit zwischen Cambridge, Maine und Paris, wo er ebenfalls seine Projekte realisierte. Sein filmisches Schaffen, das fast 50 Produktionen umfasst, wurde von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences 2017 mit einem Ehrenoscar gewürdigt. Kritiker betonen, dass Wiseman nicht nur das Funktionieren von Systemen dokumentierte, sondern vor allem das Schicksal des Einzelnen zeigte, der in bürokratische und soziale Strukturen verstrickt ist. Sein Tod beendet eine Ära in der Kinematografie, doch das von ihm hinterlassene visuelle Archiv Amerikas bleibt eine unschätzbare Quelle für künftige Generationen. „Meine Filme handeln nicht von Gebäuden, sondern davon, wie Menschen in diesen Gebäuden aufeinander einwirken und wie diese Orte ihr Leben prägen.” — Frederick WisemanEr hinterließ die Firma Zipporah Films, die er 1971 gründete, um seine künstlerische Unabhängigkeit und die Kontrolle über die Verbreitung seiner Arbeiten zu bewahren. Selbst im Alter von über 90 Jahren blieb er beruflich aktiv und bewies, dass die Neugier auf den anderen Menschen keine Altersgrenzen kennt.

Mentioned People

  • Frederick Wiseman — Amerikanischer Dokumentarfilmregisseur, Schöpfer von Werken wie „Titicut Follies“ und „High School“, Ehrenoscar-Preisträger.