Der italienische Gasnetzbetreiber Snam hat eine neue Strategie bis 2030 vorgestellt, die 14 Milliarden Euro für die Entwicklung von Infrastruktur und Versorgungssicherheit vorsieht. Diese Ankündigung fiel mit der Eröffnung der vierten Ausgabe der Messe Key in Rimini zusammen, wo Branchenführer über die Energieunabhängigkeit Europas diskutieren. Die Regierung in Rom legt den Schwerpunkt auf die Entwicklung der Zusammenarbeit mit Afrika im Rahmen des ehrgeizigen Mattei-Plans.
Gigantische Investitionen von Snam
Der Betreiber wird bis 2030 14 Mrd. Euro für den Transport und die Speicherung von Energie bereitstellen, mit der Option einer Ausweitung auf 28 Mrd. Euro bis 2035.
Messe Key in Rimini
Die vierte Ausgabe der größten regionalen Ausstellung zur Energiewende und neuen Technologien wurde eröffnet.
Rekordergebnisse von Maire
Die Gruppe verzeichnete 2025 einen Umsatz von 7,1 Mrd. Euro, was die dynamische Entwicklung des Dienstleistungssektors für Energietechnik bestätigt.
Italien als Hub für Afrika
Die Regierung setzt die Umsetzung des Mattei-Plans fort und strebt an, Rom zum Zentrum der Energieverteilung vom afrikanischen Kontinent zu machen.
Der italienische Energiesektor durchläuft eine Phase des grundlegenden Umbaus, dessen Symbol die Ankündigung des neuen strategischen Plans durch den Konzern Snam wurde. Das Unternehmen plant bis 2030 Investitionen in Höhe von 14 Milliarden Euro, wovon der Löwenanteil in die Modernisierung der Transport- und Speichersysteme fließen wird. Der Generaldirektor Stefano Scornajenchi betonte, dass das Ziel die Schaffung eines integrierten und sicheren Systems sei, das bis 2035 sogar 28 Milliarden Euro verschlingen könnte. Diese Investitionen sind von entscheidender Bedeutung im Kontext der anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, die Europa zur Diversifizierung seiner Bezugsquellen zwingen. Seit der durch den Angriff Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 ausgelösten Energiekrise streben die Länder der Europäischen Union danach, sich vollständig von Rohstofflieferungen aus dem Osten unabhängig zu machen, und setzen auf südliche Korridore und erneuerbare Energiequellen. Parallel dazu begann in Rimini die vierte Ausgabe der Messe Key – The Energy Transition Expo. Die Veranstaltung versammelte eine Rekordzahl von Ausstellern und Experten, darunter Vertreter der Gruppen Maire und Italgas. Der Minister für Umwelt und Energiesicherheit, Gilberto Pichetto Fratin, wies darauf hin, dass der italienische Energiesektor zu einem Bezugspunkt für ganz Europa wird. Die Debatten konzentrieren sich auf einen pragmatischen Ansatz zur Elektromobilität sowie auf die Rolle von Wasserstoff und Biomethan bei der Erreichung der Klimaneutralität. Unternehmen wie ABB und Gewiss präsentieren innovative Elektrifizierungssysteme, die die Wettbewerbsfähigkeit der italienischen Wirtschaft unterstützen sollen. „Il nostro approccio è meno beneficienza e più sviluppo” (Unser Ansatz ist weniger Wohltätigkeit und mehr Entwicklung) — Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni Ein wichtiges Element der italienischen Politik bleibt der Mattei-Plan. Die Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fördert die Vision Italiens als europäischer Energie-Hub für Afrika. Diese Strategie basiert auf dem Aufbau dauerhafter Wirtschaftsbeziehungen, die beiden Kontinenten Vorteile bringen sollen. Gleichzeitig beruhigt die italienische Regierung in Bezug auf die aktuelle Versorgungssicherheit und verweist auf das hohe Füllniveau der Speicher. Dennoch warnte Minister Pichetto Fratin, dass ohne eine stabile geopolitische Lage kaum klare Prognosen für künftige Energiepreise für Endverbraucher möglich seien.
Mentioned People
- Stefano Scornajenchi — Generaldirektor von Snam, verantwortlich für den neuen strategischen Plan des Unternehmens.
- Gilberto Pichetto Fratin — Italienischer Minister für Umwelt und Energiesicherheit.
- Giorgia Meloni — Ministerpräsidentin Italiens, Initiatorin des Mattei-Plans für Afrika.