Das Europäische Parlament hat einen Bericht angenommen, der auf ein dramatisches Defizit von 10 Millionen Wohnungen in der gesamten Gemeinschaft hinweist. Die Europaabgeordneten fordern radikale bürokratische Vereinfachungen, eine Senkung der Mehrwertsteuer für Bauvorhaben und einen entschlossenen Kampf gegen die illegale Besetzung von Wohnungen. Die Situation ist besonders schwierig in Spanien, wo die Immobilienpreise in einigen Regionen innerhalb eines Jahres um über 14 Prozent gestiegen sind und damit Rekorde aus der Zeit der Spekulationsblase brechen.

Defizit von 10 Millionen Wohnungen

Die Europäische Union muss zehn Millionen Wohnungen bauen, um den Bedarf der Bürger zu decken und die Preiskrise einzudämmen.

Kampf gegen Wohnungsbesetzung

Das Europäische Parlament fordert eine Verschärfung der Strafen und eine Beschleunigung der Räumungen von Personen, die Immobilien illegal besetzen.

Vereinfachungen für das Bauwesen

Der Vorschlag sieht eine Frist von 60 Tagen für die Erteilung von Baugenehmigungen sowie eine Senkung des Umsatzsteuersatzes für Wohnzwecke vor.

Rekordwachstum in Spanien

Die Wohnungspreise in spanischen Regionen steigen mit einer jährlichen Rate von über 10 Prozent und brechen historische Rekorde.

Das Europäische Parlament hat einen umfassenden Bericht zur Vertiefung der Immobilienmarktkrise in den Mitgliedstaaten gebilligt. Das Dokument weist darauf hin, dass die Europäische Union mindestens 10 Millionen neue Wohnungen bauen muss, um den aktuellen Bedarf der Bürger zu decken. Die Europaabgeordneten schlugen die Einführung eines „Vereinfachungspakets“ vor, das die Formalitäten für Baugenehmigungen auf maximal 60 Tage begrenzen würde. Eine der zentralen Forderungen ist auch die Einführung eines super-reduzierten Satzes der Umsatzsteuer für den Bau und die Renovierung von Sozialwohnungen sowie von Wohnungen für Erstkäufer. Die europäische Wohnungskrise verschärft sich seit der großen Finanzkrise von 2008, als die Zahl neuer Bauinvestitionen stark zurückging, was bei zunehmender Urbanisierung zum heutigen Angebotsdefizit führte.Die Lage in Spanien wirft einen Schatten auf die gesamte Region, da das Land für fast 10 Prozent des gesamteuropäischen Wohnungsdefizits verantwortlich ist. Die Daten vom spanischen Markt sind alarmierend: In Kantabrien stiegen die Preise um 14,4 Prozent und auf den Kanarischen Inseln um 12 Prozent, was die Spitzenwerte aus der Zeit der Immobilienblase übertrifft. Das Europäische Parlament rief die nationalen Regierungen zu einem besseren Schutz von Mietern vor Missbrauch auf, nahm aber gleichzeitig eine harte Haltung gegenüber dem Phänomen der Wohnungsbesetzung ein. Die neuen Leitlinien sollen die Mitgliedstaaten dazu zwingen, die Vorschriften zu verschärfen und die Räumungsverfahren gegen Personen zu beschleunigen, die fremdes Eigentum unrechtmäßig besetzen. „La falta de vivienda asequible se ha convertido en el nuevo problema social de Europa, que requiere la movilización de fondos de la UE y un recorte radical de la burocracia.” (Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum hat sich zum neuen sozialen Problem Europas entwickelt, das die Mobilisierung von EU-Mitteln und eine radikale Kürzung der Bürokratie erfordert.) — Bericht des Europäischen ParlamentsGleichzeitig teilte Christine Lagarde mit, dass sie ihre Amtszeit als Präsidentin der EZB beenden möchte. Mit Bezug auf die Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung beruhigte sie die Märkte mit der Aussage, dass Europa im technologischen Wettlauf um künstliche Intelligenz nicht zurückbleibt. Die Behörden von Barcelona wiederum entschieden sich für einen drastischen Schritt in der Tourismus-Politik und verdoppelten die Klimaabgabe für Besucher, um lokale Wohnungsbauprogramme in der Stadt zu finanzieren, die zu den teuersten in der gesamten Union geworden ist.

Perspektywy mediów: Liberale Medien legen größeren Wert auf den Schutz von Mietern vor Missbrauch und die Notwendigkeit von staatlich finanziertem Sozialwohnungsbau. Konservative Medien betonen die Notwendigkeit, gegen illegale Wohnungsbesetzung vorzugehen sowie die Deregulierung und Steuersenkungen für Bauunternehmer.

Mentioned People

  • Christine Lagarde — Präsidentin der Europäischen Zentralbank, die erklärt, ihre Amtszeit beenden zu wollen.