Über zweihundert Menschen verloren ihr Leben durch einen plötzlichen Erdrutsch in der Coltan-Mine Rubaya im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Die Katastrophe ereignete sich in einer von bewaffneten Konflikten erschütterten Region, was die Rettungsaktion erheblich erschwert. Die Behörden in Kinshasa bestätigten, dass die Zahl der Opfer enorm ist und viele Menschen weiterhin unter Schlamm- und Geröllmassen in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet eingeschlossen sind.

Enorme Zahl von Todesopfern

Offizielle Regierungs- und Medienquellen berichten übereinstimmend von über 200 Todesopfern infolge der Katastrophe.

Rebellische Kontrolle über das Gebiet

Die Mine Rubaya befindet sich in den Händen der Gruppe M23, was einen effizienten Rettungseinsatz durch den Staat unmöglich macht.

Natürliche und menschliche Ursachen

Der Erdrutsch wurde durch sintflutartige Regenfälle ausgelöst, aber das tragische Ausmaß wurde durch primitive Abbauverfahren für Coltan beeinflusst.

Dramatische Nachrichten kommen aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo, wo durch einen Erdrutsch in der Coltan-Mine Rubaya über 200 Menschen ums Leben kamen. Das Bergbauministerium und lokale Behörden bestätigten das Ausmaß der Tragödie und wiesen darauf hin, dass Handwerker, die nach wertvollen Mineralien suchten, buchstäblich lebendig begraben wurden. Die Katastrophe ereignete sich in der Provinz Nord-Kivu, in einem Gebiet, das seit einiger Zeit unter der Kontrolle der Rebellengruppe M23 steht. Diese Situation stellt die Rettungskräfte vor beispiellose Herausforderungen, da der Zugang zum Unglücksort durch anhaltende Kriegshandlungen und das Fehlen einer stabilen Regierungsverwaltung in diesem Gebiet eingeschränkt ist. Coltan, ein Schlüsselkomponent in der Elektronikproduktion, wird dort oft unter primitiven Bedingungen abgebaut, ohne dass irgendwelche Sicherheitsnormen eingehalten werden. Der Osten der Demokratischen Republik Kongo ist seit Jahrzehnten Schauplatz blutiger Kämpfe um die Kontrolle über reiche Vorkommen natürlicher Ressourcen, die das Handeln zahlreicher bewaffneter Gruppen finanzieren. Erste Berichte deuten auf sintflutartige Regenfälle als direkte Ursache für die Destabilisierung des Bodens hin, was zu einem massiven Erdrutsch des Hangs führte. Vertreter der Regierung in Kinshasa beschuldigen die Rebellen, Arbeit unter gefährlichen Bedingungen zu erzwingen, während mit den Guerillas verbundene Quellen andeuten, dass Vernachlässigung der Infrastruktur zur Tragödie beigetragen habe. Coltan, das in Rubaya abgebaut wird, gelangt oft über illegale Kanäle auf den Weltmarkt, was eine Überwachung der Arbeitsbedingungen durch internationale Organisationen praktisch unmöglich macht. Die Rettungsaktion wird hauptsächlich von der lokalen Bevölkerung mit einfachen Werkzeugen durchgeführt, was angesichts des derzeitigen Zerstörungsausmaßes nur geringe Chancen bietet, Überlebende zu finden. „C'est une page noire dans l'histoire de nos mines. Plus de 200 de nos concitoyens ont perdu la vie à Rubaya, à la recherche de ressources pour l'industrie mondiale.” (Das ist eine schwarze Seite in der Geschichte unserer Minen. Über 200 unserer Mitbürger haben in Rubaya ihr Leben verloren, auf der Suche nach Ressourcen für die Weltindustrie.) — Vertreter des Bergbauministeriums der DR Kongo Die internationale Gemeinschaft steht erneut vor der Frage nach der Verantwortung von Technologiekonzernen für die Lieferkette von Rohstoffen aus Konfliktregionen. Experten betonen, dass solange die Nachfrage nach billigen Mineralien die Sorge um humanitäre Standards überwiegt, sich solche Katastrophen wiederholen werden. Die Regierung in Kinshasa kündigte eine Untersuchung an, obwohl die tatsächlichen Möglichkeiten der Rechtsdurchsetzung in von M23 besetzten Gebieten gering bleiben. Derzeit ist die Priorität, die Leichen zu bergen und Epidemien in den beschädigten Abbaugebieten zu verhindern.