Der Angriff auf das Regime in Teheran führte zu einem scharfen Verkauf auf globalen Handelsplätzen, und europäische Börsen verzeichneten die schlechteste Sitzung seit Jahren. In nur zwei Tagen sind über 870 Milliarden Euro vom Markt verschwunden. Die Preise für Erdgas an der Börse in Amsterdam stiegen um über 20 % und erreichten Werte, die seit 2022 nicht mehr verzeichnet wurden. Investoren verkaufen massiv risikoreiche Assets, da sie eine Rückkehr der hohen Inflation fürchten, die durch die Energiekrise angetrieben wird.
Crash an Börsen in Europa
Der Index in Mailand verlor fast 4 %, und von den europäischen Aktienmärkten verschwanden in zwei Tagen 870 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung.
Steiler Anstieg der Gaspreise
Die Preise für Erdgas stiegen um 22 % und erreichten die höchsten Werte seit 2022, was Verbraucher und Industrie trifft.
Gefahr einer neuen Inflationswelle
EZB und Analysten warnen, dass Energieschocks den Inflationsrückgang zunichtemachen werden, was die Beibehaltung hoher Zinssätze erzwingt.
Appell zur Aussetzung der ETS-Gebühren
Die Stahlindustrie ruft die Europäische Union zur außerordentlichen Aussetzung der CO2-Emissionskosten angesichts extrem hoher Energiepreise auf.
Die Situation an den Finanzmärkten hat sich angesichts der militärischen Eskalation im Nahen Osten drastisch verschlechtert. Europäische Indizes beendeten die Dienstagssitzung mit tiefen Verlusten, wobei die Börse in Mailand 3,92 % verlor und sich – neben Madrid – zum schlechtesten Parkett in der Europäischen Union entwickelte. Das Ausmaß des Verkaufs ist erschütternd: Schätzungen zufolge verringerte sich die Marktkapitalisierung europäischer Unternehmen in nur zwei Tagen um über 870 Milliarden Euro. Rasch steigt auch der Spread zwischen italienischen und deutschen Anleihen, was auf eine Flucht des Kapitals in sichere Häfen hindeutet. Die Europäische Zentralbank warnt, dass der Konflikt die bisherigen Fortschritte im Kampf gegen die Teuerung zunichtemachen könnte, was die Institution zwingt, die hohen Zinssätze länger beizubehalten. Die größten Sorgen bereitet der Energiesektor, wo der Preis für Erdgas in Terminkontrakten 54 Euro pro Megawattstunde überschritt, was einem Anstieg von 22 % an einem Tag entspricht. Einige Notierungen deuteten sogar auf eine Überschreitung der 60-Euro-Marke hin, was das höchste Niveau seit dem Höhepunkt der Energiekrise im Jahr 2022 ist. Vertreter der Schwerindustrie, darunter die italienische Federacciai, appellieren an die Europäische Kommission, das ETS außerordentlich auszusetzen, um eine Welle von Insolvenzen in der Stahlbranche zu verhindern. Gleichzeitig weisen Experten auf die strategische Bedrohung durch eine mögliche Blockade der Straße von Hormus hin, die die Lieferungen von Öl und Gas aus der Region vollständig abschneiden und sogar die Wirtschaft Chinas treffen könnte. Die Straße von Hormus ist der wichtigste Ölengpass der Welt; im Jahr 2018 flossen durch sie durchschnittlich 21 Millionen Barrel Öl pro Tag, was etwa 21 % des globalen Verbrauchs flüssiger Erdölprodukte ausmachte.Obwohl Daten vom Februar 2026 auf eine gewisse Stabilisierung der Preise für sensible Verbraucher hindeuteten, wird der derzeitige Angebotsschock wahrscheinlich zu drastischen Erhöhungen der Rechnungen in den kommenden Monaten führen. Verbraucherorganisationen schätzen, dass sich die Auswirkungen des Krieges auf die Haushaltsbudgets auf 614 bis sogar 818 Euro pro Jahr belaufen könnten. Obwohl die Europäische Union die Abhängigkeit von Rohstoffen aus Russland reduziert hat, stammen immer noch 10 % der Gasimporte aus dieser Richtung, was Europa bei gleichzeitiger Abschneidung nahöstlicher Quellen in eine schwierige Lage bringt. Investoren beobachten auch besorgt die Wall Street, die ebenfalls unter der Linie eröffnete und auf den globalen Anstieg der Unsicherheit reagierte. „Per la guerra bollette gas +15%, elettricità +10%” (Durch den Krieg Gasrechnungen +15%, Strom +10%) — Davide Tabarelli Angesichts der Krise stieg das Interesse an italienischen Retail-Anleihen BTp Valore, deren Verkauf innerhalb von zwei Tagen 10 Milliarden Euro überschritt, was darauf hindeutet, dass Privatanleger in unsicheren Zeiten nach festen Einkünften suchen. Dennoch bleibt das gesamtwirtschaftliche Bild düster. Die Kerninflation, gemessen am Warenkorb, betrug im Februar 2026 2,2 %, aber Analysten erwarten einen starken Rückprall im März. Diese Situation stellt das prognostizierte Wirtschaftswachstum in der Eurozone in Frage, da hohe Energiepreise direkt zu einem Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und einer Entleerung der Geldbörsen der Bürger führen.
Mentioned People
- Davide Tabarelli — Präsident von Nomisma Energia, Experte für Rohstoffmärkte.