Die spanische Wirtschaft erhielt einen starken Impuls mit der Veröffentlichung der Finanzergebnisse zweier Giganten. Iberdrola schloss das Jahr 2025 mit einem Rekordgewinn von 6,28 Mrd. Euro ab, was einem Wachstum von 12 % entspricht. Gleichzeitig stellte die Banco Santander einen ehrgeizigen strategischen Plan bis 2028 vor, der die Erzielung eines Nettogewinns von über 20 Mrd. Euro und eine drastische Erhöhung der Dividende vorsieht. Diese Informationen dominierten die Stimmung an der Madrider Börse, trotz der laufenden Restrukturierung bei Telefónica.
Ehrgeiziges Ziel von Santander
Die Bank plant, 2028 einen Gewinn von über 20 Mrd. Euro zu erzielen und die Bardividende für Aktionäre zu verdoppeln.
Rekord von Iberdrola
Der Gewinn des Energiegiganten stieg um 12 % auf 6,28 Mrd. Euro, hauptsächlich dank Investitionen in Netze und Auslandsmärkte.
Kosten des Wandels bei Telefónica
Das Unternehmen zahlte 78,3 Mio. Euro Abfindungen an ehemalige Vorstandsvorsitzende, während gleichzeitig ein drastischer Sparplan umgesetzt wird.
Die Bank Santander hat ein neues, historisches Finanzziel gesetzt und plant, bis 2028 einen Nettogewinn von über 20 Mrd. Euro zu erreichen. Die Vorstandsvorsitzende Ana Botín stellte eine Strategie vor, die nicht nur ein Wachstum der Kundenzahl auf 210 Millionen vorsieht, sondern vor allem eine bedeutende Änderung in der Vergütungspolitik für Aktionäre. Die Bank plant, die Bardividende mehr als zu verdoppeln, was ein Signal für ein enormes Vertrauen in die künftige Kapitalgenerierung ist. Dieser Plan kommt nach der erfolgreichen Übernahme des Unternehmens Webster, die die Position der Gruppe auf dem US-Markt gestärkt hat. Der Bankensektor in Spanien durchlief nach der Finanzkrise von 2008 eine tiefgreifende Transformation und entwickelte sich von einem dezentralen Sparkassensystem hin zu globalen Kapitalgruppen mit hoher Widerstandsfähigkeit gegen Marktschocks. Parallel meldete der Energiekonzern Iberdrola einen historischen Erfolg und erzielte im Jahr 2025 einen Gewinn von 6,285 Mrd. Euro. Hauptwachstumstreiber waren Investitionen in Übertragungsnetze und die dynamische Entwicklung erneuerbarer Energien außerhalb Spaniens. Das Unternehmen kündigte an, bis zu 4,5 Mrd. Euro für Dividenden auszuschütten, was seine Position als einer der stabilsten Zahler auf dem europäischen Energiemarkt bestätigt. Dieser Erfolg steht im Kontrast zur Lage bei Telefónica, wo der neue Vorstandsvorsitzende Marc Murtra eine "eiserne Finanzdisziplin" einführt und gleichzeitig mit Abfindungskosten für ehemalige Führungskräfte konfrontiert ist, die 78,3 Mio. Euro erreichten. Iberdrola, gegründet durch eine Fusion im Jahr 1992, wurde zum weltweiten Marktführer in der Windenergie und überholte traditionelle Kraftstoffkonzerne dank einer frühen Fokussierung auf Dekarbonisierung und die grüne Transformation Europas. Trotz der Rekordergebnisse einzelner Unternehmen zeigte der Index Ibex 35 gewisse Schwankungen, was Analysten mit der Unsicherheit über die von der Regierung angekündigten neuen Netzregulierungen in Verbindung bringen. Die neuen Anforderungen für den Anschluss von Erzeugern zielen auf die Optimierung des gesättigten Stromnetzes ab, was das künftige Tempo der Kapitalinvestitionen beeinflussen könnte. Dennoch überwiegt der Optimismus aus dem Banken- und Energiesektor die Sorgen über die Kosten der Restrukturierung in der Telekommunikation.
Mentioned People
- Marc Murtra — Vorstandsvorsitzender von Telefónica, der Finanzdisziplin einführt
- Ana Botín — Vorstandsvorsitzende der Santander-Gruppe
- José María Álvarez-Pallete — Ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Telefónica, der eine hohe Abfindung erhielt