Der italienische Minister Adolfo Urso hat die Europäische Union aufgefordert, das Emissionshandelssystem sofort auszusetzen, und nannte es eine übermäßige Belastung für Unternehmen. Gleichzeitig erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass sich die Inflation im Euroraum mittelfristig bei 2 % stabilisieren werde. An den Finanzmärkten in Mailand herrscht verhaltener Optimismus, obwohl die Ermittler alte Aktionärsabsprachen im Banken- und Versicherungssektor untersuchen.

Italien fordert Aussetzung des ETS

Minister Urso fordert die Aussetzung des EU-Emissionshandelssystems und nennt es eine schädliche Steuer.

Lagardes Optimismus trotz Kritik

Die EZB-Chefin sagt eine Rückkehr der Inflation auf 2 % voraus, während ihr Gehalt auf 492.000 Euro steigt.

Erfolge und Risiken des italienischen Exports

Italien belegte 2025 weltweit den vierten Platz beim Export, aber 45 % der Unternehmen sind von einem einzigen Markt abhängig.

Ermittlungen zu Mediobanca

Die Staatsanwaltschaft in Mailand untersucht den Verdacht auf illegale Aktionärsabsprachen seit 2019.

Die italienische Wirtschaftspolitik steht im Zeichen einer radikalen Forderung nach Reform der EU-Klimapolitik. Der Minister für Unternehmen und „Made in Italy“, Adolfo Urso, forderte die Aussetzung des ETS-Mechanismus vor dessen geplanter Überarbeitung. Nach Ansicht der Regierung in Rom wirkt die derzeitige Ausgestaltung des Systems wie eine de-facto-Steuer, die die Wettbewerbsfähigkeit italienischer Unternehmen beeinträchtigt. Dieser Vorschlag wurde von einer Reihe von Politikern unterstützt, darunter Vertreter der Regierungspartei, die das System als „tragischen Fehler“ Brüssels bezeichnen. Auch französische Stimmen, darunter die von Minister Séjourné, deuten auf die Notwendigkeit einer Neuverhandlung der Regeln hin, was auf die Bildung einer breiteren Koalition südeuropäischer Länder hindeutet, die eine Lockerung der Vorschriften der grünen Transformation anstreben. Der Europäische Grüne Deal und das ETS wurden nach dem Pariser Abkommen von 2015 als Schlüsselinstrumente entworfen, um die Europäische Union bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts zur Klimaneutralität zu führen.Zur gleichen Zeit präsentierte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, in einer Ansprache vor dem Europäischen Parlament eine optimistische Prognose im Kampf gegen die Teuerung. Sie erklärte, dass die Bemühungen der Bank die gewünschten Wirkungen zeigen und sich die Inflation in den kommenden Jahren auf das Ziel von 2 % stabilisieren sollte. Diese Information wurde jedoch von Kontroversen über die Vergütung des Bankvorstands begleitet; es wurde bekannt, dass Lagardes Gehalt im Jahr 2025 auf fast eine halbe Million Euro pro Jahr steigen wird. Dennoch reagierten die Finanzmärkte ruhig, und die Börse in Mailand schloss mit Gewinnen, gestützt durch Zuwächse im Energie- und Automobilsektor. Der Banken- und Versicherungssektor in Italien kämpft mit der Vergangenheit. Die Staatsanwaltschaft in Mailand untersucht den Verdacht auf eine illegale Absprache, bekannt als Concerto, zwischen führenden Investoren bei Generali und Mediobanca, die seit 2019 andauern soll. Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse tauchen Daten über die hervorragenden italienischen Exporte im Jahr 2025 auf, die das Land auf den vierten Platz weltweit brachten. Analysten weisen jedoch auf eine strukturelle Schwäche hin: Fast die Hälfte der italienischen Exporteure stützt ihren Verkauf nur auf einen ausländischen Markt, was angesichts zunehmender geopolitischer Risiken und der Gefahr von Zöllen seitens der USA ein ernsthaftes systemisches Risiko darstellt.„I nostri sforzi di politica monetaria stanno portando risultati e l'inflazione raggiungerà il 2% nel medio termine.” (Unsere geldpolitischen Anstrengungen zeigen Wirkung und die Inflation wird mittelfristig 2 % erreichen.) — EZB-Präsidentin

Perspektywy mediów: Medien mit sozilliberalem Profil betonen die Notwendigkeit der Fortsetzung des Grünen Deals und kritisieren das Gehalt der EZB-Chefin in Zeiten der Lebenshaltungskostenkrise. Die konservative Presse unterstützt die Forderungen der Regierung nach Aussetzung des ETS nachdrücklich und sieht darin eine ideologische Belastung für die Wirtschaft.

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