Die weltweit anerkannten italienischen Architekten Stefano Boeri und Cino Zucchi müssen sich vor Gericht in Mailand verantworten. Der Fall betrifft mutmaßliche Unregelmäßigkeiten bei einem internationalen Wettbewerb für den Entwurf der Neuen Europäischen Bibliothek für Information und Kultur. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Ausschreibungskartell und die Abgabe falscher Erklärungen bezüglich Interessenkonflikten vor. Richter Fabrizio Filice hat den Termin für die erste Verhandlung auf April festgelegt, womit die Phase der Voruntersuchung in diesem vielbeachteten Fall abgeschlossen ist.

Anklage wegen Kartellbildung

Die Ermittler werfen den Architekten die Manipulation des Wettbewerbs für den Entwurf der Neuen Europäischen Bibliothek durch Verletzung der Grundsätze des fairen Wettbewerbs und Kartellbildung mit ausgewählten Unternehmen vor.

Interessenkonflikt

Die Vorwürfe betreffen die Abgabe falscher Erklärungen über das Fehlen von Verbindungen zu Ausschreibungsteilnehmern durch Stefano Boeri und Cino Zucchi.

Prozessbeginn

Richter Fabrizio Filice hat den Termin für die erste Verhandlung auf den 17. April 2026 festgelegt, womit die langwierige staatsanwaltschaftliche Untersuchung abgeschlossen ist.

Der Ermittlungsrichter Fabrizio Filice hat entschieden, sechs Personen, darunter zwei der bekanntesten italienischen Architekten, anzuklagen. Stefano Boeri und Cino Zucchi, Professoren der Politecnico di Milano, müssen sich für Handlungen im Zusammenhang mit dem Wettbewerb für den Bau des BEIC-Objekts verantworten. Dieses Projekt, ein Schlüsselelement der kulturellen Infrastruktur Mailands, wurde aufgrund des Verdachts auf Ausschreibungskartell zum Gegenstand einer Untersuchung. Die Anklagepunkte der Staatsanwaltschaft konzentrieren sich auf die mutmaßliche Abgabe falscher Erklärungen über das Fehlen eines Interessenkonflikts. Beide Architekten spielten wichtige Rollen im Auswahlverfahren der Angebote – Boeri war Vorsitzender der Kommission und Zucchi ihr Mitglied. Die Ermittler prüfen, ob ihre gegenseitigen Verbindungen und beruflichen Beziehungen zu Wettbewerbsteilnehmern die Grundsätze des fairen Wettbewerbs verletzt haben. Im Februar letzten Jahres lehnte das Gericht einen Antrag auf Hausarrest für die Professoren ab, verhängte jedoch damals ein zeitweiliges Verbot der Teilnahme an öffentlichen Aufträgen und staatlichen Funktionen. Der Bau der Neuen Europäischen Bibliothek für Information und Kultur in Mailand ist eines der prestigeträchtigsten Kulturinvestitionsprojekte Italiens in den letzten Jahrzehnten und zielt darauf ab, ein modernes Wissenszentrum nach dem Vorbild der größten europäischen Hauptstädte zu schaffen. Das Strafverfahren beginnt am 17. April 2026 vor Gericht in Mailand. Neben den beiden Hauptangeklagten werden vier weitere Personen, die in die Ausschreibungsverfahren involviert waren, auf der Anklagebank sitzen. Der Fall erregt große Emotionen in der Architekturszene, da Boeri der Schöpfer des berühmten Wolkenkratzers „Bosco Verticale” ist und seine Anklage einen Schatten auf das bisherige berufliche Werk beider Dozenten werfen könnte. Die Verteidiger der Angeklagten kündigten an, die Unhaltbarkeit der Vorwürfe im kommenden Gerichtsverfahren nachzuweisen und betonten die Transparenz der Handlungen ihrer Mandanten. 17 kwietnia — Prozessbeginn der berühmten ArchitektenWichtige Verfahrensschritte: 18. Februar 2025 — Ablehnung des Antrags auf Hausarrest; 16. Februar 2026 — Entscheidung zur Anklageerhebung; 17. April 2026 — Erste Verhandlung vor Gericht in MailandLiberale Medien betonen die Verdienste und das Werk der Architekten und deuten auf mögliche Verfahrensfehler anstelle vorsätzlicher Manipulation hin. | Konservative Medien konzentrieren sich auf die ethischen Aspekte von Interessenkonflikten und elitären Verflechtungen in der akademischen Welt.

Mentioned People

  • Stefano Boeri — Berühmter Architekt, Schöpfer des Bosco Verticale, wegen Ausschreibungskartells angeklagt.
  • Cino Zucchi — Italienischer Architekt und Dozent der Politecnico di Milano, im BEIC-Fall angeklagt.
  • Fabrizio Filice — Richter der Vorverhandlung, der entschied, den Fall vor Gericht zu bringen.