Russlands Einnahmen aus dem Export fossiler Brennstoffe sind im Jahr 2025 um 19 Prozent gesunken, obwohl das Verkaufsvolumen von Öl derzeit das Niveau vor dem Einmarsch in die Ukraine übersteigt. Die vom Westen verhängten Sanktionen senken die Margen des Kremls effektiv und zwingen Moskau, Rohstoffe zu deutlich niedrigeren Preisen zu verkaufen. Gleichzeitig kämpft Europa mit Herausforderungen im Verteidigungsbereich und versucht, die steigenden Ausgaben mit den Lücken in den Kampffähigkeiten in Einklang zu bringen.

Einnahmerückgang um 19 Prozent

Russlands Einnahmen aus Brennstoffen sind im Jahr 2025 durch niedrige Verkaufspreise um fast ein Fünftel gesunken.

Export höher als vor dem Krieg

Das Volumen des exportierten Öls ist um 6 Prozent höher als im Jahr 2021, hauptsächlich dank China.

Lücken in Europas Verteidigung

Trotz steigender Rüstungsausgaben weisen die europäischen Staaten weiterhin Defizite in ihren defensiven Fähigkeiten auf.

Die neuesten Daten aus dem Bericht des finnischen Zentrums CREA deuten auf eine fortschreitende Erosion des Marktvertrauens in russische Energierohstoffe hin. Obwohl Russland im Jahr 2025 6 Prozent mehr Öl exportierte als 2021, sind seine Gesamteinnahmen daraus drastisch gesunken. Der Mechanismus des Preisdeckels sowie die maritimen Sanktionen haben zu einer Situation geführt, in der Moskau gezwungen ist, seinen neuen Partnern in Asien hohe Rabatte anzubieten. Hauptabnehmer ist China geworden, das Indien als führenden Importeur russischen Öls abgelöst hat, doch die Logistik dieser Lieferungen ist deutlich teurer und mit Risiken behaftet. Im Jahr 2022 führten die westlichen Staaten als Reaktion auf die umfassende Aggression gegen die Ukraine ein beispielloses Paket von Energierestriktionen ein. Die Abschneidung Russlands von den europäischen Märkten zwang den Kreml zum Aufbau einer sogenannten Schattenflotte, also von Tankern mit ungeklärtem Status, die westliche Versicherungen umgehen sollen. Parallel dazu weisen Berichte zur Sicherheit auf ernsthafte Lücken im europäischen Verteidigungssystem hin. Obwohl die Rüstungsausgaben in Europa seit Februar 2022 systematisch steigen, kämpft der Kontinent weiterhin mit einem Munitionsdefizit und veralteter Produktionsinfrastruktur. Experten betonen, dass eine bloße Erhöhung der Budgets ohne eine engere industrielle Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten der NATO nicht ausreicht. Russland hat trotz sinkender Einnahmen seine Wirtschaft auf Kriegswirtschaft umgestellt, was eine dauerhafte Herausforderung für die regionale Sicherheit darstellt. „Russia is exporting more oil now than before war despite sanctions” (Russland exportiert trotz Sanktionen jetzt mehr Öl als vor dem Krieg) — The Guardian Export russischen Öls im Vergleich zu 2021: 2021: 100, 2025: 106 Interessant ist das Phänomen der Transformation der Lieferketten. Um den Verlust europäischer Terminals auszugleichen, nutzt Moskau gigantische Tanker VLCC und führt Umladungen auf offener See durch, um den Langstreckentransport nach China zu erleichtern. Ein Nebeneffekt ist jedoch der Rückgang des realen Gewinns pro Barrel, was langfristig die Fähigkeit Moskaus einschränken könnte, die kostspielige Kriegsmaschinerie und die Modernisierung der Armee zu finanzieren.

Perspektywy mediów: Medien mit liberalem Profil betonen die Wirksamkeit der Sanktionen als Instrument, das das Budget des Kremls trotz statistischer Exportvolumenzuwächse zerstört. Konservative Medien könnten den Rekordexport von Öl als Beweis für die Unwirksamkeit der westlichen Isolation und die Anpassungsfähigkeit Russlands anführen.