In Europa wurden die Qualifikationsspiele für die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2027 eröffnet. Die englische Nationalmannschaft schlug die Ukraine mit 6:1, und Titelverteidiger Spanien besiegte Island dank eines Tores von Clàudia Pina. Unterdessen vollzogen die Fußballerinnen der iranischen Nationalmannschaft in Asien einen mutigen Akt der Solidarität, indem sie sich weigerten, die Nationalhymne bei der Eröffnung des Asien-Pokals zu singen.

Dominanz der englischen Nationalmannschaft

Die Engländerinnen besiegten die Ukraine mit 6:1 und bestätigten damit ihre Ambitionen, bei der kommenden WM um die höchsten Ziele zu kämpfen.

Politischer Protest des Iran

Die iranischen Fußballerinnen verweigerten während des Asien-Pokals das Singen der Nationalhymne als Akt der Solidarität mit den Protesten im Land.

Spanien durchbricht den Widerstand

Titelverteidiger Spanien gewann knapp mit 1:0 gegen Island nach einem Tor von Clàudia Pina.

Der Start der Qualifikation zur Frauen-WM 2027 in der europäischen Zone brachte erwartete Ergebnisse, auch wenn die Art der Siege der Spitzenteams unterschiedlich ausfiel. Die englische Nationalmannschaft unter Sarina Wiegman dominierte die Begegnung mit der Ukraine und gewann mit 6:1. Schlüsselfigur der Partie war Alessia Russo, deren zwei Tore den Spielverlauf prägten. Die Engländerinnen legten von Beginn an ein hohes Tempo vor und setzten die Vorgaben ihrer Trainerin für einen überzeugenden Sieg gegen den niedriger eingeschätzten Gegner um. Die spanische Nationalmannschaft, amtierender Weltmeister, hatte hingegen eine deutlich schwierigere Aufgabe gegen die gut organisierte Defensive Islands. Die Spanierinnen konnten trotz deutlicher Überlegenheit in Ballbesitz und geschaffenen Torchancen lange nicht die isländische „Mauer” durchbrechen. Letztlich entschied ein individueller Geniestreich von Clàudia Pina die Partie, die ihrer Mannschaft einen knappen, aber äußerst wertvollen 1:0-Sieg sicherte. Trainerin Sonia Bermúdez betonte nach dem Spiel, dass es enorme Geduld und Präzision im Passspiel erfordert habe, einen so tief stehenden Gegner zu bezwingen. Die Frauen-Fußballweltmeisterschaft wird seit 1991 ausgetragen und ihre Bedeutung wächst stetig. Das letzte Turnier 2023 in Australien und Neuseeland wurde zum umsatzstärksten Ereignis in der Geschichte des Frauenfußballs und besiegelte die globale Professionalisierung dieser Sportart.Ganz andere Emotionen begleiteten die Eröffnung des Asien-Pokals, wo die iranische Nationalmannschaft ihre Spiele im Schatten eines mächtigen politischen Protests bestritt. Die iranischen Fußballerinnen verweigerten aus Solidarität mit den Protesten in ihrem Land das Singen der Nationalhymne. Zudem präsentierten die Spielerinnen das korrekte Tragen des Hijabs auf eine Weise, die von Medien als bewusster Akt des Ungehorsams gegenüber den strengen Vorgaben des Regimes in Teheran interpretiert wurde. Dieser Vorfall wurde sofort zum Top-Thema in der weltweiten Sport- und Politikpresse und verdrängte das eigentliche Spielergebnis in den Hintergrund. In anderen Spielen der europäischen Zone besiegte die Schweiz unter ihrem neuen Trainer Francisco Navarro Nordirland mit 2:0. Obwohl die Schweizerinnen nicht mit herausragender Form glänzten, wurde ihr Sieg als solide Grundlage für die weitere Qualifikationsphase gewertet. Deutlich schlechter ist die Stimmung im italienischen Lager. Die italienische Nationalmannschaft unterlag Schweden, was Nationaltrainer Andrea Soncin mit einem großen Gefühl der Unzufriedenheit kommentierte. Er argumentierte, dass seine Spielerinnen den Großteil der Partie die Spielbedingungen diktiert hätten. „No es fácil jugar contra un equipo que se mete en...” (Es ist nicht einfach, gegen eine Mannschaft zu spielen, die sich so tief in die eigene Hälfte zurückzieht...) — Sonia Bermúdez

Perspektywy mediów: Die Medien konzentrieren sich auf den Mut der iranischen Fußballerinnen und ihren Kampf für Frauenrechte und interpretieren das Schweigen während der Hymne als mächtigen Akt des Widerstands gegen das Regime. Die Berichterstattung konzentriert sich hauptsächlich auf die sportlichen Aspekte und Ergebnisse der Qualifikation und behandelt den iranischen Protest als einen den Turnierverlauf störenden Vorfall.

Mentioned People

  • Sarina Wiegman — Trainerin der englischen Frauen-Nationalmannschaft.
  • Clàudia Pina — Spanische Fußballspielerin, Schützin des Siegtreffers im Spiel gegen Island.
  • Alessia Russo — Englische Stürmerin, erzielte zwei Tore gegen die Ukraine.
  • Andrea Soncin — Nationaltrainer der italienischen Frauen-Nationalmannschaft.