Der amerikanische Software-as-a-Service-Sektor (SaaS) erlebt eine heftige Korrektur nach der Veröffentlichung enttäuschender Prognosen durch Schlüsselfirmen der Branche. Salesforce, Workday und Snowflake wiesen in ihren Finanzprognosen auf ein langsameres Umsatzwachstum hin, als Investoren erwartet hatten, was zu heftigen Kursverlusten ihrer Aktien führte und Bedenken über den Einfluss künstlicher Intelligenz auf traditionelle Geschäftsmodelle schürte. Salesforce-CEO Marc Benioff beruhigt und verweist auf frühere "SaaSpokalypse"-Phasen, doch Analysten weisen auf einen Stimmungswechsel und eine Verlangsamung der Unternehmensausgaben hin.

Enttäuschende Prognosen der Giganten

Salesforce legte eine Jahresumsatzprognose unterhalb der Analystenschätzungen vor und signalisierte damit eine Verlangsamung. Auch Workday und Snowflake präsentierten vorsichtige Vorhersagen zu ihren Abonnementeinnahmen, was zu Kursverlusten ihrer Aktien von bis zu einem Dutzend Prozent innerhalb einer Handelssitzung führte.

KI als Quelle von Investorenängsten

Die Märkte fürchten, dass die Entwicklung generativer künstlicher Intelligenz, die eine Automatisierung von Aufgaben bietet, die Nachfrage nach traditioneller, teurerer Unternehmenssoftware gefährden könnte. Diese als "KI-Angst" bezeichneten Befürchtungen wurden zu einem Schlüsselfaktor des Verkaufsdrucks.

CEOs beruhigen und suchen nach Entspannung

Marc Benioff von Salesforce erklärte, dies sei nicht die erste Verlangsamung in der Branche, und verwies auf frühere Zyklen. Workday betont, dass seine Software von KI-Führern wie OpenAI und Anthropic genutzt werde, und versucht, die Bedrohungsnarrative in eine Chance umzukehren.

Spannungen mit China treffen Synopsys

Ein anderes Technologieunternehmen, Synopsys, das Software für Chipdesign liefert, senkte die Prognosen für das laufende Quartal und verwies auf die negativen Auswirkungen der US-Exportbeschränkungen nach China auf ihr Geschäft.

Massenverkauf von Softwareaktien

Der Trend geht über einzelne Unternehmen hinaus. Es wird ein breiter Kapitalabfluss aus dem Software-Sektor beobachtet. Bloomberg beschrieb dieses Phänomen als "Investoren verkaufen Softwareaktien", was auf eine Veränderung der Marktstimmung hindeutet.

Der amerikanische Markt für Unternehmenssoftware erlebt eine ernsthafte Korrektur nach der Veröffentlichung einer Reihe vorsichtiger und oft enttäuschender Finanzprognosen durch Schlüsselakteure. SaaS durchlebt eine Phase der Turbulenzen, die laut Marc Benioff, dem CEO von Salesforce, nichts Neues sei. "Das ist nicht unsere erste SaaSpokalypse", kommentierte er die Situation und bezog sich dabei auf frühere Verlangsamungszyklen in der Branche. Trotz dieser Worte reagierten die Investoren heftig. Die Aktien von Salesforce fielen, nachdem das Unternehmen eine Jahresumsatzprognose unterhalb der Analystenerwartungen bekanntgab. Das SaaS-Modell, das im 21. Jahrhundert die Softwarebereitstellung für Unternehmen dominierte, basiert auf vorhersehbaren, wiederkehrenden Abonnementeinnahmen. Sein Boom im letzten Jahrzehnt wurde von der allgemeinen Digitalisierung und der Verlagerung von Systemen in die Cloud angetrieben.Parallel kamen ähnliche Signale von anderen Branchengrößen. Workday, ein Anbieter von Software für Personal- und Finanzmanagement, wies darauf hin, dass das Wachstum seiner Abonnementeinnahmen im Geschäftsjahr 2027 unter den Schätzungen liegen werde. Die Aktien des Unternehmens verzeichneten daraufhin eintägige Verluste von über einem Dutzend Prozent. Snowflake, ein auf Cloud-Datenplattformen spezialisiertes Unternehmen, prognostiziert zwar dank KI-getriebener Nachfrage jährliche Produktumsätze über den Prognosen, doch auch seine vorgelegte Quartalsprognose begeisterte den Markt nicht. Hinter den Verlusten steht ein gemeinsamer Nenner: zunehmende "KI-Angst". Investoren befürchten, dass die Entwicklung generativer künstlicher Intelligenz, die eine kostengünstige Automatisierung vieler Aufgaben bietet, die Existenzberechtigung und hohen Margen traditioneller, spezialisierter Unternehmenslösungen untergraben könnte. Die CEOs der Unternehmen versuchen jedoch, die Bedrohungsnarrative in eine Chance umzukehren. In einem Interview mit Bloomberg Business betonte Workday-Chef Carl Eschenbach, dass seine Software von führenden KI-Firmen wie OpenAI und Anthropic genutzt werde, und argumentierte, dass das Wachstum des KI-Marktes auch die Nachfrage nach ihren Geschäftsmanagementplattformen ankurbeln werde. Unterdessen machen sich auch geopolitische Spannungen bemerkbar. Synopsys, ein Anbieter von Schlüsselsoftware für Chipdesign, senkte die Prognose für das laufende Quartal und verwies direkt auf die negativen Auswirkungen der US-Exportbeschränkungen nach China. Das breite Ausmaß der Besorgnis veranschaulicht auch der Fall von GoDaddy, dessen Aktien nach der Vorlage einer Jahresumsatzprognose unter den Erwartungen fielen. Bloomberg Business fasste die Stimmung mit dem Titel eines Artikels zusammen: "Investoren verkaufen Softwareaktien und Finanzergebnisse können das nicht aufhalten".Kurse ausgewählter Technologieunternehmen (Veränderungen in % am Tag der Prognoseveröffentlichung): Salesforce: -7, Workday: -15, Snowflake: -3, GoDaddy: -5, Synopsys: -6

Mentioned People

  • Marc Benioff — CEO und Mitbegründer von Salesforce
  • Carl Eschenbach — CEO von Workday, zuvor bei VMware tätig