Im Mai 2024 erlebte der Mars einen der stärksten Sonnenstürme, die je aufgezeichnet wurden. Ein mächtiger koronaler Massenauswurf von der Sonne verursachte ein dramatisches Anschwellen und Ausdehnen der Atmosphäre des Roten Planeten. Das Phänomen wurde von einer Flotte von Orbitern der NASA und ESA beobachtet, die einen starken Anstieg der Strahlung auf der Oberfläche sowie Veränderungen in der Ionosphäre registrierten. Wissenschaftler betonen, dass dieses Ereignis wertvolle Daten über den Einfluss der Sonnenaktivität auf die Atmosphäre von Planeten ohne starkes Magnetfeld liefert, was für künftige bemannte Missionen von entscheidender Bedeutung ist.
Dramatische Ausdehnung der Atmosphäre
Die Atmosphäre des Mars, normalerweise dünn, vergrößerte ihr Volumen unter dem Einfluss geladener Teilchen von der Sonne. Ihre äußeren Schichten dehnten sich aus, was es den atmosphärischen Gasen ermöglichte, in erhöhtem Tempo in den Weltraum zu entweichen. Dieses Phänomen ist ein Schlüsselprozess in der langfristigen Evolution des Planeten.
Rekordanstieg der Strahlung
Der Rover Curiosity registrierte das höchste Strahlungsniveau seit seiner Landung im Jahr 2012. Die Dosis war so hoch, dass sich Astronauten auf der Oberfläche hätten in Sicherheit bringen müssen. Diese Daten sind äußerst wertvoll für die Planung von Schutzmaßnahmen für künftige bemannte Missionen.
Beobachtungen der Orbiterflotte
Das Phänomen wurde von vielen Raumfahrzeugen beobachtet, darunter der Rover Curiosity auf der Oberfläche sowie die Sonden MAVEN, Odyssey und Trace Gas Orbiter im Orbit. Diese koordinierte Beobachtung aus mehreren Perspektiven ermöglichte ein umfassendes Bild des Sturmeinflusses auf den gesamten Planeten.
Erkenntnisse für künftige Missionen
Der Sturm unterstrich die reale Gefahr, die kosmische und solare Strahlung für Astronauten darstellt. Die während dieses Ereignisses gesammelten Daten werden für die Entwicklung besserer Schutzsysteme, Missionszeitpläne und Notfallverfahren für bemannte Expeditionen zum Mars genutzt.
Im Mai 2024 wurde der Mars von einem außergewöhnlich starken Sonnensturm getroffen, dessen Auswirkungen von einer internationalen Flotte aus Orbitern und Rovern beobachtet wurden. Das Ereignis, das Wissenschaftler als „Supersturm” bezeichnen, war eines der stärksten dieser Art, das auf dem Roten Planeten registriert wurde. Die direkte Ursache war ein Ausbruch auf der Sonne, der eine riesige Wolke geladener Teilchen in Richtung Mars schleuderte, bekannt als koronaler Massenauswurf. Als diese Teilchen den Planeten erreichten, interagierten sie mit seiner dünnen, von Kohlendioxid dominierten Atmosphäre und verursachten ein plötzliches Anschwellen und Ausdehnen.
Mars ist im Gegensatz zur Erde nicht von einem globalen Magnetfeld geschützt, das als Schutzschild gegen den Sonnenwind wirkt. Sein schwaches, übrig gebliebenes Magnetfeld ist verstreut und bildet keine effektive Barriere. Infolgedessen ist die Atmosphäre des Planeten direkt dem Beschuss durch geladene Teilchen von der Sonne ausgesetzt, was zu ihrer allmählichen Erosion auf geologischer Zeitskala führt. Dieser Prozess gilt als einer der Schlüsselfaktoren, die den Mars vor Milliarden von Jahren von einem potenziell warmen und feuchten Planeten in die kalte, trockene Wüste verwandelt haben, die wir heute kennen.
Die Folge des Sturmeinschlags war ein dramatisches „Anschwellen” der Mars-Atmosphäre. Ihre äußeren Schichten dehnten sich aus, was es den Teilchen der atmosphärischen Gase erleichterte, in den Weltraum zu entweichen. Die Sonde MAVEN (Mars Atmosphere and Volatile EvolutioN), deren Hauptaufgabe die Erforschung genau dieses Atmosphärenverlusts ist, beobachtete signifikante Veränderungen in ihren oberen Bereichen. „This event gave us an unprecedented opportunity to observe how solar storms can affect the Martian atmosphere. We saw how many particles were blasted into space, helping us understand how Mars has been losing its atmosphere over billions of years.” (Dieses Ereignis gab uns eine beispiellose Gelegenheit zu beobachten, wie Sonnenstürme die Mars-Atmosphäre beeinflussen können. Wir sahen, wie viele Teilchen in den Weltraum geschleudert wurden, was uns hilft zu verstehen, wie der Mars über Milliarden von Jahren seine Atmosphäre verloren hat.) — Hauptforscherin der MAVEN-Mission bei der NASA Parallel dazu registrierte der Rover Curiosity, der im Gale-Krater arbeitet, einen Rekordanstieg des Strahlungsniveaus auf der Oberfläche. Das Instrument RAD (Radiation Assessment Detector) verzeichnete die höchsten Dosen seit der Landung des Fahrzeugs vor zwölf Jahren.
300% — Anstieg der Dichte der Mars-Atmosphäre
Ein besonders interessanter Aspekt der Beobachtungen waren die Veränderungen in der Mars-Ionosphäre, also der geladenen Atmosphärenschicht. Die Trace Gas Orbiter-Sonde der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) beobachtete, dass die Ionosphäre unter dem Einfluss des Sturms zehnmal dichter wurde. Dies wiederum verursachte Störungen in der Funkkommunikation zwischen der Erde und den Fahrzeugen auf dem Mars, was eine praktische Herausforderung für die Missionskontrolle darstellt. Wissenschaftler betonen, dass dieses Ereignis ein einzigartiges natürliches Experiment war. Dank koordinierter Beobachtungen vom Rover auf der Oberfläche (Curiosity), von Orbitern, die die Atmosphäre untersuchen (MAVEN, Trace Gas Orbiter), und von solchen, die die Strahlung überwachen (Odyssey), konnte ein umfassendes Bild des Sturmeinflusses auf die verschiedenen Schichten des Planeten erstellt werden. Diese Daten sind unschätzbar, um nicht nur den heutigen Mars, sondern auch die Prozesse zu verstehen, die sein Klima in der Vergangenheit geprägt haben. Darüber hinaus haben sie direkte Auswirkungen auf die Zukunft der Weltraumforschung. Der Sonnensturm vom Mai 2024 hat deutlich gezeigt, wie ernst die Strahlungsgefahr für Astronauten während einer Langzeitmission zum Mars sein kann. Die gesammelten Informationen werden dazu dienen, die Konzepte von Raumschiffen, Habitaten auf der Oberfläche und Sicherheitsverfahren zu verbessern, die die Besatzung vor ähnlichen Phänomenen schützen sollen. Diese Forschungen sind ein Schlüsselelement der Vorbereitungen der NASA und anderer Weltraumagenturen für eine bemannte Expedition zum Roten Planeten, die für die 2030er Jahre geplant ist.
Mentioned People
- Shannon Curry — Hauptforscherin der MAVEN-Mission bei der NASA